Schleswig-Holstein Musikfestival und Meer:»Polen schwarz-weiß«

 
Das Urlaubsland Schleswig-Holstein bietet auch in diesem Jahr mehr als Meer. Im »Land zwischen den Meeren« erklingt in den diesjährigen Sommerferien an zahlreichen Orten, sowohl in den Städten als auch auf dem Lande, fantastische klasssiche Musik.

»Polen sinfonisch« wird es, wenn die bedeutenden Sinfonieorchester Polens, das National Polish Radio Symphony Orchestra Katowice unter der Leitung von Tadeusz StrugaÅ‚a und die Sinfonia Varsovia unter dem Dirigat von Krzysztof Urbánski, zu sinfonischen Klassikern Chopins, Góreckis, Tschaikowskys und Schumanns aufspielen. »Polen schwarz-weiß« porträtiert die größten Tastenkünstler Polens: Frédéric Chopin, Julian Fontana, Ignacy Jan Paderewski, Theodor Leschetizky und Karol Szymanowski interpretiert von RafaÅ‚ Blechacz, Piotr Anderszewski und Hubert Rutkowski. Blechacz ist das jüngste Tastenwunder Polens, er bekam 2005 nicht nur den selten vergebenen ersten Preis des Warschauer Chopin-Wettbewerbs, sondern zugleich alle vier Sonderpreise. Anderszewski und Rutkowski gehören schon seit längerem zur festen Klaviergarde Polens.

rutkowski.png»Polen kammermusikalisch« lädt ein, mit namhaften Streichquartetten Polens wie dem Apollon Musagète Quartett, dem Royal String Quartett und dem Szymanowski Quartet polnische Kammermusik vergangener Jahrhunderte und der musikalischen Moderne zu entdecken. Weitere kammermusikalische Höhepunkte sind die Gastspiele des Amadeus Chamber Orchestra of Polish Radio und des Polish Chamber Orchestra.

»Polen literarisch« wird es an sechs Abenden der Veranstaltungsreihe »Text und Musik«. Unterhaltsamer Höhepunkt der Reihe ist der kabarettistische Vortrag „Viva Polonia!“ des Bestsellerautors Steffen Möller. Der Rezitationsabend mit Ulrich Matthes erzählt »Das wunderbare Überleben« des WÅ‚adysÅ‚aw Szpilman, der durch PolaÅ„skis preisgekrönten Film »Der Pianist« bekannt wurde. Michael Degen und das Minguet Quartett gestalten einen Abend zum polnischen Literaturnobelpreisträger Isaac Bashevis Singer, dem mit seinem autobiographischen Roman »Kindheit in Warschau« ein unvergessliches Zeitdokument gelang.

»Polen etwas anders« stellt polnische Crossover-Projekte in Zusammenarbeit mit JazzBaltica und folkBALTICA in den Mittelpunkt. Karolina Glazer ist dabei die schillerndste Persönlichkeit, sie hat mit ihrer Mischung aus Jazz-, Scat-, Elektro- und Weltmusik neue Maßstäbe gesetzt. Ebenso schwer einzuordnen ist die Musik der Warsaw Village Band, die mit ihrem Mix aus ländlichen Melodien und Disko-Rhythmen den Weg in die internationale Musikszene angetreten hat. Die Klezmer-Jungs von Kroke sind mit ihrem historisch angehauchten Folklore-Jazz bereits zum zweiten Mal zu Gast beim SHMF.

penderecki.png»Polen experimentell« präsentiert die SHMF-Reihe »anbruch« mit Neuer Musik. Die Bandbreite der zu entdeckenden Neuen Musik reicht vom bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten Polens, Krzysztof Penderecki, der sein »Polnisches Requiem« selbst dirigieren wird, über Uraufführungen der allerjüngsten Komponistengeneration um Aleksandra Gryka und Wojciech Ziemowit Zych bis zum futuristisch anmutenden Motion Trio aus Krakau, das den Fans durch seine neue Akkordeon-Musik jenseits aller Schubladen bekannt ist. Das Porträtkonzert der diesjährigen Reihe wird vom Minguet Quartett aus Köln gestaltet und widmet sich dem 1994 verstorbenen Witold LutosÅ‚awski, der die polnische Musik des 20. Jahrhunderts entscheidend prägte.

»Polen exemplarisch« beleuchtet Frédéric Chopin, der in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag gefeiert hätte. Dem berühmtesten Komponisten Polens ist nicht nur das Auftaktkonzert Polen mit Krzysztof Urbánski gewidmet, auch der Nachwuchsstar der europäischen Pianistenzunft, RafaÅ‚ Blechacz, und die Grande Dame des Pianos, Elisabeth Leonskaja, nehmen sich der umfangreichen Klavierkunst Chopins an. Die jazzorientierten Improvisations-Abende von Bobby McFerrin und Makoto Ozone nähern sich dem polnischen Nationalkomponisten aus einer ungewöhnlichen Perspektive und geben so neue Einblicke auf Chopins salonhafte Musik.

In den letzten drei Jahren seines Gastspiels beim SHMF hat sich der junge Schlagzeugstar Martin Grubinger in Schleswig-Holstein ein Stammpublikum ertrommelt, das ihn auch in diesem Jahr auf keinen Fall missen möchte. Für 2010 hat er neue Projekte im Gepäck: Mit dem Ferhan und Ferzan Önder Piano Duo präsentiert er Stücke für zwei Klaviere und Schlagzeug voll interkulturellem Glanz, mit der NDR Radiophilharmonie ein Konzert für Schlagzeug und Orchester von Friedrich Cerha. Im Mittelpunkt seines Aufenthaltes steht ein Workshop für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund in Hamburg-Harburg, der in einem „Trommelfeuerwerk“ gipfelt. Gastspiele internationaler Stars wie unter anderem Sir John Eliot Gardiner, ElÄ«na Garanča, Valery Gergiev, Hilary Hahn, Grigory Sokolov, Leif Ove Andsnes, Paavo Järvi und Tzimon Barto runden den Länderschwerpunkt Polen ab.

untitled1.png»Piotr Anderszewski gilt als einer der derzeit besten Konzertpianisten weltweit und gastiert regelmäßig in allen großen Konzertsälen der Welt. In der letzten Saison konzertierte er mit den Berliner Philharmonikern, dem Boston Symphony, dem Chicago Symphony, dem London Symphony, dem Philadelphia Orchestra und dem Royal Concertgebouw Orchestra. Seine besondere Verbundenheit mit dem Scottish Chamber Orchestra führte zu einer umfangreichen Tournee und einer CD-Aufnahme mit zwei Klavierkonzerten Mozarts. Darüber hinaus hat er CDs mit der Sinfonia Varsovia und zuletzt mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen aufgenommen. Weitere Informationen: www.shmf.de und www.institut50plus.de

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