»6. folkBALTICA – Höhepunkte musikalischer Kultur aus den Ländern rund um die Ostsee«

 
Musik und Tanz, Ausstellungen, Vorträge, Workshops, Filme prägen ein herausragendes internationales Ereignis, so der künstlerische Leiter des Festivals, Jens-Peter Müller im Rahmen der heutigen Pressekonferenz in Flensburg.
Das diesjährige Festival mit dem Länderschwerpunkt Lettland steht im
»Zeichen der Sonne«.

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Laima Jansone, Lettland

Vom 21. bis zum 25. April 2010 bietet das diesjährige Festival folkBALTICA mit 45 Veranstaltungen neue Höhepunkte der musikalischen Kultur aus den Ländern rund um die Ostsee. An über 38 verschiedenen Spielstätten in Flensburg und der deutsch-dänischen Region Sønderjylland-Schleswig lädt folkBALTICA zu einem aufregenden musikalischen Feuerwerk mit moderner Folkmusik ein. Das außergewöhnliche Programm im Norden Schleswig-Holsteins und in der dänischen Region Sønderjylland wird im sechsten Jahr einmal mehr seinem Ruf gerecht, innovative Überraschungen und musikalische Entdeckungen zu präsentieren. Der diesjährige Länderschwerpunkt Lettland festigt das Renommee der folkBALTICA als Kulturereignis mit Augenmerk auf das Besondere.

85 Musikerinnen und Musiker aus Lettland, Estland, Polen, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Deutschland gestalten an 19 Spielorten auf 38 Bühnen das Programm. Dazu gibt es Ausstellungen, Kinofilme und Vorträge, für die auch die ehemalige lettische Präsidentin Vaira Vike-Freiberga nach Flensburg kommt. Im Zentrum aller Aktivitäten des Festivals steht auch in diesem Jahr wieder die Hauptbühne im Forum der Duborg-Skolen auf der westlichen Höhe Flensburgs mit weitem Blick über die Flensburger Förde.

Den festlichen Auftakt der Hauptkonzerte in Flensburg bildet das nordisch – baltische »Sonnenkonzert« in der Nikolaikirche am 23. April 2010. Die Sonne hat in Lettland eine kultische Bedeutung, und der lettische Sonnenmythos wird in der Dänisch-Deutschen Grenzregion für die Zeit des Festivals allgegenwärtig sein.

Stars des Hauptkonzertes »Fiddles und Funk« sind die Gruppen Patina und Frigg, und nicht nur das Festival-Finale wird wieder ein weltmusikalisches Crossvover mit Musikern aus vielen Ostseeländern auf die Bühnen bringen. Darüber hinaus bieten 35 lettische Künstler allein 17 Konzerte, drei Workshops, zwei Ausstellungen, zwei Vorträge und ein Tanzfest zum Schwerpunktland Lettland. »In dieser Dichte ist die enorme Vielfalt und Lebendigkeit der lettischen Traditionen in Deutschland wohl noch nie gezeigt worden«, so der künstlerische Leiter des Festivals, Jens-Peter Müller.
 
Bei uns bislang nahezu unbekannt, präsentieren die Künstler des im Fokus stehenden Landes Lettland ungeahnte Sounds: Absolut faszinierend ist die vokale Mehrstimmigkeit lettischer Gesangskunst des Trio Smite, Karkle, Cinkuss, das schon bei der letzen folkBALTICA begeisterte. Urgewaltig die Gruppe Auli mit 5 Dudelsäcken und drei Percussionisten (Volksbad und Speicher Husum). Abgefahren der funkige Folk-Jazz der Gruppe »Patina« und weltmusikalisch das Crossover des lettischen Akkordeonisten Valts Puce und Mitgliedern der Gruppe »Owls« mit der georgischen Gruppe »The Shin«, die im Jahr 2009 Sieger des Weltmusikwettbewerbs »Creole« wurden (Festival-Finale 25. April 2010). Auch auf dem alten baltischen Zitherinstrument Kokles zeigen die jungen Virtuosinnen wie Laima Jansone und der Multiinstrumentalist Valdis Muktupavels wie lebendig die lettische Folkszene ist.

Besondere Gäste des Festivals folkBALTICA sind in diesem Jahr die ehemalige lettische Präsidentin und Mitglied im EU-Rat der Weisen, Vaira Vike- Freiberga, sowie der lettische Kulturminister Ints Dalderis und der Botschafter Ilvas Klavas.

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Ehemalige lettische Präsidentin Vaira Vike-Freiberga

Zu den Highlights aus den anderen Ländern des Ostseeraumes zählen u.a. die umwerfende Instrumentalgruppe »Frigg« mit sieben Musikern aus Finnland und Norwegen die dänisch- färöische Band »Valravn« (folkparty am 23. April im Kühlhaus) das »Crane Dance Trio« aus Schweden, die polnische Ethnobeat-Formation »Zywiolak« und die preisgekrönte deutsche Gruppe »Deitsch«. Im kultigen Mitternachtskonzert auf dem Flensburger Museumsberg (24. April) treffen zum diesjährigen Instrumentenspecial »Flöten« fünf Virtuosen aus Skandinavien und Deutschland erstmalig aufeinander.

Erstmalig präsentieren die Organisatoren auch Tanzdarbietungen auf der Bühne. Die schwedische Tänzerin und Choreografin Åsa Rockberg aus dem 500 km nördlich von Stockholm gelegenen Ort Näsåker im Angermanland verleiht im Sonnenkonzert dem Joikgesang des samischen Musikers und Schauspielers ÁilloÅ¡ -Inger Ante Ailu Gaup, faszinierende, körperliche Gestalt. Das Festival-Finale würzt der georgische Tänzer Aleksandre Chumburidze durch eine temperamentvoll-getragene, fröhlich-nachdenkliche, kaukasisch-baltische Performance.

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Åsa Rockberg und ÁilloÅ¡ -Inger Ante Ailu Gaup

Zu einer spannenden nordisch-baltischen Begegnung kommt es auch im folkBALTICA-Special »Kokles und Kantele“ im Flensburger Schiffahrtsmuseum. Kokles sagen die Letten, Kankles die Litauer, Kannel die Esten und Kantele die Finnen zu dem länglichen Zitherinstrument, das zart gezupft manchmal wie eine liegende Harfe wirkt. Die Finnen haben einen großen Entwicklungsschub in den letzten Jahrzehnten geleistet, was die technischen Spielmöglichkeiten und innovative Instrumente angeht. Es gibt coole Kantele, die wie eine E-Gitarre in Hüfthöhe hängen und elektrische große Konzertinstrumente. Die jungen Lettinnen, Laima Jansone und Kristina Sibina, eifern dem mit großer Virtuosität nach. Gast aus Finnland ist die Dozentin an der Sibelius Akademie in Helsinki, Vilma Timonen. Neben ihren Solo-Konzerten geht sie mit dem Vilma Timonen-Quartett und ihrer modernen Kantele neue Wege zwischen Folk und Jazz.

Das in Flensburg beheimateten Zentrum für Europäische Minderheitenfragen (ECMI) wirft in einem öffentlichen Symposium einen Blick auf die Entwicklung der Minderheiten und Sprachen in den Ländern der Ostsee, speziell auf Lettland.

Auf www.folkbaltica.de gibt es das komplette Programm sowie eine Klangkarte mit Hörproben. Karten im Vorverkauf gibt es ab 26. Febr. 2010 bundesweit an allen Reservix –Vorverkaufs-stellen, in Flensburg in der Touristinformatione, dem sh:z-Kundencenter, und bei Moin Moin sowie als »print@ home« auf www.folkbaltica.de

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