Institut50plus: »Das MUSIKFESTUTTGART entdeckt das Wasser«

Das MUSIKFESTUTTGART 2011 findet mit über 70 Veranstaltungen zum Thema »Wasser« vom 27. August bis 18. September statt. Die Trilogie elementarer Themen, die das MUSIKFESTUTTGART seit 2009 prägen (2009 Licht, 2010 Nacht), wird damit abgeschlossen.


Thomas Quasthoff, Foto: (c)Harald Hoffmann

»Menschen zieht es zum Wasser. Es ist unser eigentliches Lebens-Mittel und hat Komponisten in reichem Maße und zu allen Zeiten angeregt. Unser Festival nimmt diese Vielfalt auf und gestaltet ein musikalisches Fest zum Wasser«, berichtet Intendant Christian Lorenz. So werden die großen britischen »Meeresmusiken« – Elgars Sea Pictu-res, Brittens Sea Interludes und Vaughan Williams‘ Sea Symphony – vom European Union Youth Orchestra unter Vladimir Ashkenazys Leitung in die Liederhalle gebracht (11.9.). Bob von Asperen, einer der Grandseigneurs der Alten Musik, hat Suiten von Froberger und Couperin ausgewählt, die u. a. das Rauschen eines Baches beschreiben (1.9). Das italienische Ensemble Zefiro reist mit den Höhepunkten barocker »Wasserwerke« wie Händels Wassermusik nach Stuttgart (9.9.), Helmuth Rilling wird in vier Gesprächskonzerten dem Thema Wasser in Bachs Kantaten und Passionen nachgehen (6. – 9.9.), und der norwegische Schlagzeuger Terje Isungset gibt ein Konzert auf selbstgebauten Instrumenten aus Eis (5.9.).

Weitere Künstler des Musikfestes sind u. a. Sabine Meyer, Heinrich Schiff, Hille Perl, Julian Rachlin, Annette Dasch, Igor Levit und Olga Scheps. Das Orchester der Mailänder Scala reist mit Mendels-sohns Meeresstille und glückliche Fahrt und Dvořáks »Symphonie aus der Neuen Welt« im Gepäck nach Stuttgart (13.9.). Zum Eröffnungs-wochenende werden zwei große musikalische Wassergeschichten erzählt: Dominique Horwitz berichtet in einem packenden Melodram von der Seefahrt des Käpt’n Ahab aus Melvilles Moby Dick, die vom RSO Stuttgart klangmächtig untermalt wird (27.8.). Thomas Quasthoff ist als Elias in Mendessohns berühmtem gleichnamigen Ora-torium unter Leitung von Helmuth Rilling mit Gächinger Kantorei und Bach-Collegium Stuttgart (28.8.) zu hören.

Kein anderer Komponist hat sich so intensiv mit den Klangmöglichkeiten des Wassers beschäftigt wie der chinesisch-amerikanische Künstler Tan Dun: Seine Water Passion, ein Auftragswerk der Internationalen Bachakademie von 2000, markiert den Höhepunkt dieser Auseinandersetzung (wieder zu hören am 18.9.), aber auch das Water Concerto und die Ghost Opera erforschen die Klänge des nassen Elements (7. und 10.9.). Tan Dun wird als Artist in Residence eigene Werke dirigieren und Auskunft über sein Denken und Komponieren geben.

Ein neues Auftragswerk der Bachakademie ist dem Wasser gewidmet: Die venezolanischen Komponisten Gonzalo und Alberto Grau haben das Oratorium AQUA für das MUSIKFESTUTTGART geschrieben. Es wird von der Gächinger Kantorei und dem Bundesjugendorchester unter Leitung von Maria Guinand uraufgeführt (3.9.).

Stuttgart ist als »Wasser-Metropole« weitgehend unbekannt, dabei besitzt die Landeshauptstadt das zweitgrößte Mineralquellen-vorkommen Europas nach Budapest. Grund genug, eine Konzertreihe Stuttgart Bäderstadt innerhalb des Musikfestes aufzulegen mit drei Konzerten in den Mineralbädern der Stadt. 15 städtische Brunnen werden während der Brunnenmusiken mit Neuer Musik bespielt, und die beliebten 7-Uhr-Konzerte werden als Frühtau-Konzerte im Theater-schiff auf dem Neckar stattfinden. Außerdem gibt es »Wasser-Orte« in Stuttgart, die kaum jemand kennt und in denen niemals Musik erklingt – bis jetzt. Im Speicher Rohr, einem riesigen Trinkwasserreservoir der Bodensee-Wasserversorgung, werden die Neuen Vocalsolisten Stuttgart auftreten (12.9.), in der Turbinenhalle Hasenberg der EnBW das schwedische Ensemble the peärls before swïne experience (30.8.). Das MUSIKFESTUTTGART 2011 wird also wirklich in der ganzen Stadt gefeiert – zu Lande und zu Wasser.

Das MUSIKFESTUTTGART kooperiert auch in diesem Jahr mit zahlreichen Kulturinstitutionen in Stuttgart und integriert wiederum junge Musiker und junges Publikum: Besonders hervorzuheben ist die Aufführung von Salvatore Sciarrinos Studi dell‘ intonazione del Mare mit 200 Musikschülern aus ganz Baden-Württemberg (11.9.). Ein Festival mit einem so breit gefächerten Programm ist nur möglich durch die Unterstützung zahlreicher Sponsoren und Förderer. Besonderer Dank gilt dem Land Baden-Württemberg, der Landes-hauptstadt Stuttgart sowie den vier Hauptsponsoren des MUSIKFESTUTTGART: der BW-Bank, der Daimler AG, der EnBW AG, der Alfred Kärcher GmbH & Co KG und allen anderen Sponsoren und Förderern. Weitere Informationen: www.bachakademie.de

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