Finnland – Kleine Großmacht der Musik?

Zahlreiche finnische Musiker und Dirigenten genießen heute Weltruf – bemerkenswert für eine mit über 5 Mio. Einwohnern zahlenmäßig eher „kleine“ Nation. Eine neue Internetseite des Finnland-Instituts gibt einen Überblick über die Musikbeziehungen zwischen Finnland und den deutschsprachigen Ländern vom Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert, bei dem es nicht nur um Kantele und Sibelius geht. Statt dessen werden u. a. M. A. Numminen und Eläkeläiset vorgestellt sowie ein Besuch von Paul Hindemith in Helsinki geschildert. Das Thema des Abends wurde von Musikwissenschaftler Dr. Matti Huttunen vorgestellt, dessen Ausführungen vom Pianisten Väinö Jalkanen musikalisch ergänzt wurden.

Väinö Jalkanen, geboren 1989, begann in Rovaniemi in Nordfinnland mit dem Klavierstudium und setzte seine musikalische Ausbildung von 2003–2010 an der Sibelius- Akademie in Helsinki fort. Unterricht erhielt er zuletzt bei Erik T. Tawaststjerna, Liisa Pohjola und Antti Siirala. Zurzeit studiert er an der Hochschule für Musik Hanns Eisler, Berlin, unter der Leitung von Prof. Henri Sigfridsson. Außerdem hat er an Meisterkursen renommierter Künstler wie András Schiff, Dmitri Bashkirov, Emanuel Krasovski, Ralf Gothóni und Eero Heinonen teilgenommen. Väinö Jalkanen ist Preisträger wichtiger nationaler Klavierwettbewerbe in Finnland. Zuletzt wurde er im März 2010 im Ilmari Hannikanen -Klavierwettbewerb in Jyväskylä mit dem dritten Preis sowie mit dem Preis der besten Beethoven- Aufführung ausgezeichnet. Er trat u.a. als Solist des Lappland-Kammerorchesters sowie der Sibelius-Akatemia Sinfonietta auf und gastierte beim wichtigsten Klavierfestival Finnlands, dem Musikfestival Mänttä. Im Mai–Juni 2010 führte Jalkanen auf Einladung der Deutsch-Finnischen Gesellschaft in neun Städten in Deutschland Klavierrecitale auf.

Dr. Matti Huttunen, geboren 1964 in Tampere, begann am Konservatorium Turku zunächst mit dem Flötenspiel. Später studierte er an der Universität Turku Musikwissenschaft und Philosophie. Er promovierte 1993 in Turku in Musikwissenschaft und war 1995–2005 an der Sibelius-Akademie, Helsinki, als Professor tätig. In letzter Zeit widmete sich Huttunen vor allem Veröffentlichungen und Vorträgen zu den Themen Philosophie der Musik und Geschichte der finnischen Musik.

Die neue Internetseite des Finnland-Instituts zum Thema Finnland – kleine Großmacht der Musik? Zur Geschichte der finnisch-deutschen Musikbeziehungen, die an diesem Abend für die Öffentlichkeit freigegeben wurde, basiert auf den in der gleichnamigen Wanderausstellung des Finnland-Instituts vorhandenen Materialien (Texte: Pekka Hako, Übersetzung: Benjamin Schweitzer). Dank Matti Huttunens musikwissenschaftlicher Expertise wurde die Seite durch zahlreiche und vielfältige Themen erweitert. Weitere Informationen: www.finnland-institut.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.