Der Dresdner Kammerchor und Hans-Christoph Rademann veröffentlichen im Februar 2012 die „Zwölf geistlichen Gesänge“ von Heinrich Schütz

Zum „nützlichen Gebrauch“ habe Heinrich Schütz diese Motetten in seinen „Neben Stunden“ verfertigt. Mit dieser Einspielung kann man nun einen Blick in das Arbeitszimmer und die kompositorische Werkstatt des Dresdner Hofkapellmeisters Schütz erlangen, handelt es sich bei den „Zwölf geistlichen Gesängen“ doch um Werke, die vor allem für den musikalisch-liturgischen Alltag be-stimmt sind, bis hin zu Tischgesängen für die gemeinsamen Mahlzeiten mit seinen Schülern. Gerade diese Tischgesänge sind kunstvolle Belege für die musikalische Durchdringung des Alltags. Dass noch bis heute im Alumnat des Dresdner Kreuzchores und an zahlreichen heimischen Esstischen das „Benedicite vor dem Essen“ und das „Deo gratias nach dem Essen“ erklingen, ist eine Tatsache, die Schütz bestimmt glücklich machen würde.

Es sind Werke für den Alltag, aber ohne Abstriche an der musikalischen Qualität. Schütz schuf Werke zur musikalischen (Früh-)Erziehung und zur Verlebendigung der Liturgie. Wohl jenen Zeiten, in denen Werke wie die „Zwölf geistlichen Gesänge“ als Nebenprodukte gelten können!

Mit der Einspielung des Werkzyklus der „Zwölf geistlichen Gesänge“ haben der Dresdner Kammerchor und Hans-Christoph Rademann im Rahmen ihrer Schütz-Gesamteinspielung den Blick auf die bisher eher verborgenen Territorien des „Kosmos Schütz“ gerichtet und einen wertvollen Schatz gehoben. Es sind Motetten, die es wert sind entdeckt zu werden und die einen würdigen Platz in den Arbeits- und Wohnzimmern und den Kirchen von heute verdient haben.

Die Heinrich-Schütz-Gesamteinspielung (2011-2017) unter der musikalischen Gesamtleitung von Hans-Christoph Rademann ist eine Kooperation des Dresdner Kammerchores mit dem Carus-Verlag Stuttgart und MDR Figaro. Die Gesamteinspielung wird unterstützt durch die Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank. Weitere Informationen: www.musikfest-erzgebirge.de

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