Berlin Verlage: »Stille Mitte von Berlin«

 
Berlin Verlage: »Stille Mitte von Berlin«Anfang der 80er Jahre hat Irina Liebmann das Viertel um den Hackeschen Markt fotografiert. Was als Material für einen Roman gedacht war, wurde zu einer ungewöhnlichen Fotoserie. In einem begleitenden Essay geht sie ihren eigenen Erinnerungen als Bewohnerin dieses Viertels zu DDR-Zeiten sowie seiner Geschichte nach.

»Nur in der Gegend zwischen nördlicher Friedrichstraße und Alexanderplatz stand damals noch ein echtes Stück von der alten Innenstadt. Es war keine Touristengegend wie heute — eher eine Rumpelkammer mit Möbelstücken der Weltstadt Berlin. Ein ganzes, großes Wohnzimmer verwitterte da und verstaubte. Für uns war es der Alltag.
Wir liebten die Gegend. Wir wussten, dass es ein sehr altes Stück von Berlin war und dass hier immer die arme Seite der Stadt gewesen war. Über die Häuser selber, ihre Erbauer, ihre Bewohner, wussten wir kaum etwas. Einige allerdings waren mit Gedenktafeln versehen oder sprachen für sich selber: das katholische Krankenhaus, die protestantische Sophienkirche und der älteste jüdische Friedhof Berlins. Zu dem Friedhof hatte ein Altersheim gehört, ein Denkmal erinnerte daran, dass sich hier eine Sammelstelle zum Transport jüdischer Berliner in die Vernichtungslager gefunden hatte.« Weitere Informationen: www.berlinverlage.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.