Sybil Gräfin Schönfeldt: »Eine literarisch-kulinarische Reise durch das 20. Jahrhundert«

Beim Erzählen fließen das Talent von Sybil Gräfin Schönfeldt, große Zusammenhänge anschaulich darzustellen, und ihre Liebe zu sinnlicher Sprache ineinander. Es geht ihr darum, Geschichte sinnlich erfahrbar zu machen.

Am Anfang des Jahrhunderts aß seine Majestät Kaiser Wilhelm II. im Berliner »Palast Hotel« Marschallsuppe und Rinderbrust auf Schlossherrinnen-Art, während es bei den Buddenbrooks in Lübeck als Höhepunkt des Weihnachtsmenüs den Plettenpudding gab. Am Ende desselben Jahrhunderts entdeckten die Westdeutschen die Sächsischen Quarkkeulchen, nachdem zwei Jahrzehnte vorher für Günter Grass der Butt zum Haupt- und Herzensfisch wurde. Wir erfahren von fürstlichen Menüs und vom bürgerlichen Essen, von Kaiserbällen, Kleinküchen und deprimierenden Kriegswintern, von Charleston und Champagner, Spargelauflauf und grünen Heringen, vom Kochgeschirr, dem Symbol für eine ganze Generation, und verordnetem Sonntagseintopf, von Lebensmittelkarten und Care-Paketen, Cocktailpartys, Barbie-Puppen und der Brigitte-Diät, vom Feinschmecker, Fast-Food und von Fernsehköchen.

Und wie wir lernen Schriftsteller kennen, die diese Zeit in ihren Romanen beschrieben haben, von Thomas Manns Buddenbrooks bis Erich Maria Remarques Im Westen nichts Neues, von Martin Walsers Ehen in Philippsburg bis Uwe Timms Heißer Sommer, von Günter Grass Butt zu Siegfried Lenz Arnes Nachlass. Und für die Köchinnen und Köche gibt es entsprechende Rezepte zum Nachkochen. Weitere Informationen: www.arche-verlag.de

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