Der Fall Uwe Barschel: »Heinrich Wille kommt am 14.11. nach Kappeln«

Das Buch des früheren Staatsanwalts Heinrich Wille »Ein Mord, der keiner sein durfte. Der Fall Uwe Barschel und die Grenzen des Rechtsstaats« ist auf großes mediales Interesse gestoßen. Der Tod Uwe Barschels wirft auch nach nunmehr 24 Jahren weiterhin Fragen auf, und wenn-gleich Heinrich Wille keine abschlie-ßenden Antworten liefert, so eröffnet sein Buch doch einen bislang kaum bekannten Blickwinkel – aus dem Innern der Ermittlungen heraus. Der Autor kommt nach Kappeln und Brunsbüttel.

In der Nacht vom 10. zum 11. Oktober 1987 stirbt Uwe Barschel, bis wenige Tage zuvor Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, in einem Hotel in Genf. Selbstmord oder Mord? Das ist die große Frage. Doch die Untersuchungen stehen von Anfang an unter einem schlechten Stern. In Genf wird geschlampt, in Deutsch-land weigert man sich, überhaupt ein Verfahren aufzunehmen.

Heinrich Wille, Autor dieses Buches, tritt 1992 seine Stelle als Leiter der Lübecker Staatsanwaltschaft an. Er wird mit dem Fall Barschel betraut. Sein Buch ist ein präziser, detaillierter Bericht über die Ermittlungen, die nationalen und internationalen Verbindungen Barschels, seine teils wenig transparenten Unternehmungen. Und es ist ein ebenso genauer Bericht über die Behinderungen der Untersuchung, die Vorenthaltung von Beweismitteln seitens anderer Behörden, die Einmischung der Politik.

Wille hat das hier vorliegende Buch bereits 2007 geschrieben. Doch die Publikation wurde damals von der Schleswiger Generalstaatsanwaltschaft untersagt. Jetzt liegt es vor – das eindrückliche Dokument einer unmög­lichen Ermittlung, das ebenso eindrücklich die Grenzen des Rechtsstaates aufzeigt, wie sie im Fall Barschel sichtbar geworden sind. Weitere Informationen: www.rotpunktverlag.ch

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