Peter Merseburger, Aufbruch ins Ungewisse

Er war das Gesicht des kritischen Journalismus und die Reizfigur der Mächtigen: Peter Merseburger blickt zurück auf sein Leben und lässt dabei die Geschichte der Bundesrepublik von den Anfängen in Trümmern bis zur Wiedervereinigung lebendig werden. Merseburgers Jahre als Leiter des Fernsehmagazins »Panorama« fielen in eine aufwühlende Zeit: Ostpolitik, RAF, Abtreibungsdiskussion.

Seine scharfen Kommentare waren gefürchtet, er übte Kritik an den Regierenden in einer immer noch autoritätsfixierten Zeit. In seinen glänzend geschriebenen Erinnerungen erweist er sich einmal mehr als unabhängiger Kopf, dessen Leben geprägt ist von Aufbrüchen ins Ungewisse: sei es als Jugendlicher in der Sowjetischen Besatzungszone, der sich im Wahlkampf 1946 für die Ost-CDU engagiert und dafür ins Gefängnis wandert, als Korrespondent der ARD in vielen Hauptstädten oder am Ende seiner beruflichen Laufbahn, als er noch einmal einen Neuanfang wagt als Verfasser bedeutender Biographien. Weitere Informationen: www.randomhouse.de

Ijeoma Oluo, Das Land der weißen Männer – eine Abrechnung mit Amerika

Dieses Buch eröffnet einen radikal neuen Blick auf ein Land, das seinen weißen Bewohnern von Generation zu Generation das Versprechen gab, naturgemäß an der Macht zu sein. Die Geschichte der USA ist eine Geschichte weißer Männer, die sich über andere hinwegsetzten – über Schwarze, Frauen und andere weiße Männer. Von den Cowboys, die sich mit dem Colt in der Hand den Weg in den Westen freischossen, über die Baumwollfarmer, deren Erfolg am Besitz Schwarzer gemessen wurde, bis hin zu den Quarterbacks der NFL und einem Präsidenten, der Frauen zwischen die Beine greift.

Eindrucksvoll und anschaulich erzählt Ijeoma Oluo wie das Ideal der weißen Männlichkeit die Gesellschaft bis heute prägt und eine Verständigung so schwierig macht. In Das Land der weißen Männer zeigt die gefeierte Autorin die wahren Konsequenzen der weißen männlichen Vorherrschaft, und entwirft eine neue Identität für weiße Männer, die eine Zukunft ohne Rassismus und Sexismus möglich macht. Weitere Informationen: www.hoffmann-und-campe.de

Noam Chumsky, Rebellion oder Untergang!

Noam Chomsky klärt eindrücklich über die existentiellen Bedrohungen durch Atomwaffen und den Klimawandel auf. Er stellt diese Bedrohungen in den Kontext einer nie dagewesenen globalen Macht der Konzerne, die mittlerweile die führende Rolle bei der Gestaltung unserer Zukunft übernommen haben und die Demokratie mehr und mehr aushebeln. Ein Auszug.

Wir leben seit 75 Jahren unter der Bedrohung eines Atomkrieges. Wenn man auf diese Geschichte zurückblickt, kann man über die Tatsache, dass wir bis jetzt überlebt haben, nur erstaunt sein. Wir standen wieder und wieder buchstäblich nur Minuten vor der endgültigen Katastrophe. Dass sie nicht eingetreten ist, ist letztlich ein Wunder, aber selbst Wunder dauern nicht ewig. Wir müssen dieser Gefahr ein Ende machen, und das schnell. Die neueste »Richtschnur zur US-Kernwaffenpolitik« der Trump-Administration erhöht das Risiko einer für die menschliche Spezies tödlichen nuklearen Feuersbrunst dramatisch. Wir erinnern uns vielleicht, dass diese Richtschnur von Jim Mattis in Auftrag gegeben wurde, den Trump später als zu zivilisiert für einen Verbleib in seiner Regierung betrachtete – daran lässt sich ermessen, was das Trio Trump-Pompeo-Bolton als zulässiges Meinungsspektrum ansieht. Weitere Informationen: www.westend-verlag.de

Wolfgang Maria Gran, Vom Tellerwäscher zum Visionär

Porträt eines hemdsärmeligen Öko-Revoluzzers. Er hatte einen Traum. Und den ließ er sich von nichts und niemandem ausreden, obwohl man ihn für einen Spinner hielt, als er mit seiner Marke Claro gegen die multinationalen Giganten in den Ring stieg. Heute ist Sepp Dygruber selbst eine fixe Größe.

Vor 25 Jahren hätte keiner einen Cent auf ihn gesetzt, als der damals nicht einmal 30-jährige Salzburger entschied, Geschirrspültabs zu produzieren. Aber weil er sich nicht unterkriegen ließ und früh auf ökologische Produktion setzte, machte das einstige Arbeiterkind eine steile Unternehmerkarriere. Eine, bei der mit Dagmar Koller und Skistar Anna Veith auch zwei Frauen wichtige Rollen spielten. Entscheidend jedoch war, dass Dygruber ein Mann mit Visionen ist, der klein anfing, aber nie klein beigab. »Ich bin ein Tellerwäscher, aber einer mit Ideen. Und von denen lasse ich mich nicht abbringen, wenn ich sie für richtig und wichtig halte. Deshalb wird es in absehbarer Zeit auch meine Öko-Fabrik geben.« Sepp Dygruber. Weitere Informationen: www.ecowin.at

Willibert Pauels, Unseren täglichen Trost gib uns heute

Wer hilft, wenn das Leben zuschlägt? Der »Bergische Jung« Willibert Pauels, Kölner Karnevals-Original und katholischer Diakon, erschließt den eigentlichen Kern von Religion, Christentum und Kirche. Der Glaube ist nicht dazu da, um uns anständige Manieren beizubringen, sondern einer geschundenen und zerrissenen Welt Trost zu bringen. In zwölf beispielhaften Geschichten, immer wieder humorvoll unterbrochen, erzählt Pauels, worauf es wirklich ankommt. Mit einem lachenden Auge, aber immer tiefgründig.

Willibert Pauels alias »Ne Bergische Jung«, geb. 1954, ist ein kölsches Original, Büttenredner, Kabarettist und katholischer Diakon. Er schreibt als Kolumnist für den Bergischen Boten und ist regelmäßig mit seinem »Wort zum Samstag« im Kölner Domradio zu hören. Sein erstes Buch ist erschienen, nachdem er seine Erkrankung an Depression öffentlich gemacht hatte. Weitere Informationen: www. herder.de

Siegfried Lenz, Die Auflehnung

Unterwerfung oder Auflehnung? Zwei sehr unterschiedliche Brüder, der eine Teekoster, der andere Fischzüchter, stehen vor dieser Alternative. Beide wehren sich gegen eine unverschuldete Zwangslage, der eine mit Bereitschaft zum Kompromiss, der andere mit riskanter Unbeugsamkeit.

 

Und doch sind ihre Niederlagen kein Grund zur Hoffnungslosigkeit, sondern zeigen vielmehr, dass im Leben nicht immer das zählt, was man erreicht, sondern auch das, was man tut und versucht.
Weitere Informationen:

www.hoffmann-und-campe.de

 

Wiebke Harms, Julia Möhn und Liske Jaax, Team F, Femininsmus einfach leben

„Wir glauben daran, dass Frauen, wenden sie einige der Impulse an, eine Veränderung in ihrem Umfeld erzeugen können. Frauen sollen sich durch uns gestützt und gesehen fühlen.“ Feminismus für jeden Tag! 12 Impulse für mehr female empowerment im Alltag. „Wir brauchen vier Umarmungen am Tag zum Überleben, acht Umarmungen am Tag zum Leben und 12 Umarmungen am Tag zum innerlichen Wachsen“ – so die These der Psychotherapeutin Virginia Satir. Jeden Tag 12 Umarmungen. Klingt das nicht schon nach einem guten Versprechen? Aber wie müssten diese 12 Umarmungen beschaffen sein, damit sie uns Frauen helfen, voranbringen, unterstützen, gut tun? Wiebke Harms, Julia Möhn und Liske Jaax stellen in diesem Buch 12 Impulse vor, mit denen Frauen sich in ihrem Alltag gegenseitig unterstützen und stärken können: Zum Beispiel mit Komplimenten an der Fahrradampel, Empathie ohne Erklärmanie, radikaler Ehrlichkeit und dem Schaffen eines Sicherheitsnetzes. Denn Solidarität, Gemeinschaft und Zusammenhalt lebt und erlebt man am besten täglich, um kleine Herausforderungen des Lebens und große gesellschaftspolitische Fragen besser bewältigen und verändern zu können und Feminismus einfach zu leben. Die 12 Impulse sind eine Antwort auf die Frage: Was können wir jetzt tun? Ein feministischer Call-to-action Plan, der im Kleinen oder im Großen funktioniert. Im Job und im Privaten. Die 12 Impulse befreien uns von dem Gefühl der Machtlosigkeit und helfen uns, ins Handeln zu kommen.  Weitere Informationen: www.droemer-knaur.de

Julia Leeb, Menschlichkeit in Zeiten der Angst

Die Fotojournalistin Julia Leeb berichtet von den gefährlichsten Orten unserer Welt. Hautnah erfährt sie, wie sich Menschen in Extremsituationen verhalten, sei es bei den Kämpfen der Nubier im Sudan, bei den Warlords im Kongo, im Krieg in Libyen, während der Revolution in Ägypten oder in der abgeschotteten Diktatur in Nordkorea. Dabei gerät sie selbst in Lebensgefahr: Als sie mit ihren Recherchen der Wahrheit zu nahe kommt, soll sie kaltblütig umgebracht werden. Ein anderes Mal wird sie verschleppt, um sie als Zeugin zum Schweigen zu bringen.

Dennoch schildert sie in ihren Reportagen über die Vergessenen unserer Welt auch immer wieder Begegnungen voller Schönheit und Hoffnung. Es sind vor allem Frauen, die durch ihren Mut und ihre Zuversicht den Weg aus Gewalt und Unterdrückung zu Frieden und wahrer Menschlichkeit weisen. Weitere Informationen: www.suhrkamp.de