»Friends of Dresden Deutschland« und der »Dresden-Preis«

Der Fotojournalist James Nachtwey wird am 11. Februar 2012 um 11 Uhr in der Semperoper Dresden mit dem 3. Internationalen Friedenspreis »Dresden-Preis« geehrt. Der New Yorker gilt als der bedeutendste Kriegsfotograf unserer Zeit. Die Laudatio auf den Preisträger hält der deutsche Regisseur und Fotograf Wim Wenders. Im Anschluss an die Preisverleihung wird im Militärhistorischen Museum Dresden eine Ausstellung mit Fotos von James Nachtwey eröffnet.


Foto: Semperoper

Die Festveranstaltung zur Preisverleihung moderiert Gerhart Baum, Bundesinnen-minister a.D. und als Mitglied der Menschenrechtskommission UN-Beobachter bei den kriegerischen Auseinandersetzungen im Sudan. Eintrittskarten für die Preisverleihung sind zum Preis von 5 Euro ab dem 5. Dezember 2011 an der Tageskasse der Semperoper in der Schinkelwache erhältlich.

Beeindruckt von der aufrüttelnden Wirkung der schockierenden Bilder aus dem Vietnam-Krieg Anfang der 70er-Jahre, beschloss der 1948 im US-Bundesstaat Massachusetts geborene Nachtwey, Kriegsfotograf zu werden, wobei sich James Nachtwey selbst eher als Antikriegsfotograf sieht. Seit Anfang der 80er-Jahre porträtiert er die Krisen und Kriege dieser Welt. Sein Credo lautet: »Ich bin ein Zeuge, und diese Bilder sind mein Zeugnis. Die Ereignisse, die ich festgehalten habe, dürfen nicht vergessen und nicht wiederholt werden.«

Nachtwey hat in Nordirland fotografiert, im Sudan, in Ruanda, Somalia, Tschet-schenien, Bosnien, Afghanistan, Südafrika, Nicaragua und vielen anderen Ländern. Mehrmals wurde er bei seiner Arbeit verwundet, besonders schwer am 10. Dezember 2003 im Irak. Sein Werk ist vielfach ausgestellt und ausgezeichnet worden. So erhielt Nachtwey bisher zweimal den World Press Preis und fünfmal die Robert Capa Medaille. Nachtwey war sechsmal Magazin-Fotograf des Jahres in den USA. Der Dokumentarfilm »War photographer« über James Nachtwey war im Jahr 2002 für den Oscar nominiert.

Laudator Wim Wenders: »Bilder vom Krieg sind oft nur andere Waffen in den Händen der Kriegführenden, verharmlosen den Krieg, rechtfertigen den Krieg oder bereiten darauf vor. James Nachtwey ergreift Partei für die machtlosen Opfer und gibt ihnen mit seinen Bildern Waffen in die Hände, mit denen sie sich endlich wehren können. Seine Fotos lassen sich von den Machthabern nicht für ihre Zwecke instrumentalisieren.«

Zur Begründung der Preisvergabe an James Nachtwey sagt Nobelpreisträger Prof. Günter Blobel, Präsident der »Friends of Dresden«, New York, und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der »Friends of Dresden Deutschland«: »Gewaltprävention kann nur dann funktionieren, wenn ein Bild vermittelt wird von dem, was Krieg und Gewalt sind. James Nachtwey ist einer derjenigen, die ungeachtet der Gefahr für sich selbst solche Bilder liefern. Bilder, die man nie wieder vergisst. Und er tut das als Moralist, als einer, der nicht nur hofft, sondern daran glaubt, dass seine Bilder ein Umdenken bewirken können. Ohne die Fotos des versehrten Dresden wäre die Zerstörung der Stadt lange nicht mehr im Weltgedächtnis präsent als Mahnung vor dem Krieg. Durch die Fotos von James Nachtwey bleiben andere Kriege im Gedächtnis. Susan Sontag schrieb: ›Kriege, von denen es keine Fotos gibt, werden vergessen.‹ Und genau das dürfen wir nicht, Kriege vergessen, weil wir dann auch die Opfer vergessen.« Weitere Informationen:www.semperoper.de

Beschwingter Jahresausklang mit Christian Thielemann und der Sächsischen Staatskapelle Dresden – Höhepunkte aus Operetten von Franz Lehár

Wie schon im vergangenen Jahr, steht in den Konzerten der Sächsischen Staatskapelle Dresden auch zum Jahresende 2011 ein besonderer Höhepunkt bevor: Am 30. und 31. Dezember dirigiert Christian Thielemann zum zweiten Mal das traditionelle ZDF-Silvesterkonzert in der Semperoper, das mit Highlights aus Operetten von Franz Lehár erneut für einen beschwingten und festlichen Jahresausklang sorgen wird. Bereits im vergangenen Jahr war das Publikum in der Semperoper und an den Fernsehbildschirmen begeistert von Thielemanns mitreißendem Dirigat der »Leichten Muse« – und wo sonst kann man diese Musik heute auf diesem Niveau erleben!


Ana Maria Labin

Auch für dieses Jahr hat Christian Thielemann ein Programm mit Werken von Franz Lehár ausgewählt, an dem eigentlich Anna Netrebko und Erwin Schrott mitwirken sollten. Leider haben diese beiden Künstler ihre Mitwirkung am Silvesterkonzert aber kurzfristig abgesagt. In der Begründung der für die beiden zuständigen Künstleragentur heißt es, dass sich Anna Netrebko und Erwin Schrott auf die erneute Zusammenarbeit mit Christian Thielemann und der Staatskapelle Dresden sehr gefreut hätten. »In der ihnen zur Verfügung stehenden Zeit ist es ihnen aber leider nicht möglich, dieses Konzert adäquat vorzubereiten und auf dem für sie üblichen Niveau zu präsentieren. Beiden Künstlern tut es außerordentlich leid, das Publikum in Dresden und an den TV-Bildschirmen enttäuschen zu müssen. Sie hoffen, dass dieses wunderbare Projekt zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden kann.«

Alle Verantwortlichen auf Seiten des ZDF wie auch der Staatskapelle Dresden und der Semperoper bedauern diese Absage sehr, sind aber auch sehr glücklich darüber, dass es gelungen ist, innerhalb kurzer Zeit zwei wunderbare Sängerinnen zu gewinnen, die das Konzert nun gemeinsam mit dem bereits angekündigten Startenor Piotr Beczala bestreiten werden: Die Sopranistinnen Angela Denoke und Ana Maria Labin stehen für höchste Qualität und haben sich den Termin – durch persönliche Vermittlung von Christian Thielemann – in ihren vollen Terminkalendern kurzfristig einrichten können.

Angela Denoke ist eine der führenden deutschen Sopranistinnen und wurde vom Fachmagazin »Opernwelt« bereits mehrfach als »Sängerin des Jahres« ausgezeichnet. Sie gastiert regelmäßig an den bedeutendsten Opernhäusern weltweit, darunter die MET in New York und die Wiener Staatsoper, und ist auch dem Dresdner Publikum als Wagner- und Strauss-Interpretin höchsten Ranges wohl bekannt. Die junge Rumänin Ana Maria Labin steht am Beginn einer großen internationalen Karriere und wurde erst kürzlich als Valencienne in Franz Lehárs »Die lustige Witwe« an der Mailänder Scala gefeiert.

Gemeinsam mit Christian Thielemann und der Sächsischen Staatskapelle Dresden werden Angela Denoke, Ana Maria Labin und Piotr Beczala im Silvesterkonzert wie angekündigt Höhepunkte aus Operetten von Franz Lehár singen. Darüber hinaus ist auch – wie im vergangenen Jahr – der Chor der Sächsischen Staatsoper Dresden an diesem Jahresausklang der Extraklasse beteiligt. Weitere Informationen: www.staatskapelle-dresden.de

Ministerpräsident Winfried Kretschmann: »Politiker des Jahres 2011«

Der Politikaward ist eine der wichtigsten Preise in der politischen Kommunikation in Deutschland. Er wurde in diesem Jahr an den Baden-Württembergischen Ministerpräsiden-ten Winfried Kretschmann verliehen. Ein Politiker mit Visonen und fähig zur direkten Kommunikation.

Er gilt als altmodisch, bedächtig und konservativ – und steht doch für eine politische Revolution. Er ist bekennen-der Katholik, Mitglied des Zentral-komitees der deutschen Katholiken und hat doch dafür gesorgt, dass die seit über einem halben Jahrhundert regierende christliche Volkspartei abgewählt wurde.

Der Autor zeichnet ein kenntnisreiche, kluges politisches Porträt einer unge-wöhnlichen Politikerpersönlichkeit. Und die Analyse einer spannenden politischen Bewegung, die in der Mitte der Gesell-schaft angekommen ist. Ein aktuelles Buch von zwei renommierten Journalisten, die den Weg und den Aufstieg des Winfried Kretschmann verfolgt haben, seit er 1979 die Grünen in Baden-Württemberg mitbegründete.

Peter Henkel, war über drei Jahrzehnte Korrespondent der Frankfurter Rundschau in Stuttgart und hat den politischen Weg von Kretschmann von Anfang an aus der Nähe verfolgt. Weitere Informationen: www.herder.de