Melda Akbas: »Ich bin Türkin, aber ich bin Deutsche«

 
»Vielleicht ist das mein Dilemma. Für Deutsche bin ich eine Türkin, für Türken eher eine Deutsche. Weder Baum noch Borke. Nichts Richtiges. Ein Zwischending. Ich kann weder das eine noch das andere sein, ohne mich teilweise selbst zu verleugnen, aber beides geht eben auch nicht.«

»Ich bin Türkin, aber ich bin Deutsche« – so beschreibt Melda Akbas ihr Leben zwischen muslimischer Tradition und westlicher Freiheit. Auf den ersten Blick scheint sie eine normale jungen Frau in Berlin zu sein: Sie lernt für das bevor-stehende Abitur, macht sich Gedanken über ein Studium, plant, aus der Wohnung ihrer Eltern auszuziehen, triftt sich mit Freundinnen zum Shoppen und Feiern. Doch das ist nur die eine Seite. Denn gleichzeitig ist sie eine Achtzehnjährige, die mehr will und mehr macht als andere, die sich als stellvertretende Schulsprecherin engagierte und im Bezirksschülerausschuss und für die Türkische Gemeinde in Deutschland ein bundesweit beachtetes Projekt auf die Beine stellte. Und dann ist da noch dieses Gefühl, das ihr immer wieder zu schaffen macht: das Gefühl, zwischen allen Stühlen zu sitzen – als Türkin, als Deutsche, als Tochter, als Frau.

Wie sieht das Leben einer jungen Frau mit Migrationshintergrund in Deutschland aus? Wie kann sie die Vorstellungen der Eltern mit ihren eigenen vereinbaren, wo prallen sie aufeinander? Warum muss sie um Rechte und Freiheiten kämpfen, die für die meisten ihres Alters völlig selbstverständlich sind?

Melda Akbas erzählt von ihrer Familie, in der von streng islamgläubig bis überzeugt atheistisch alle Ansichten vertreten sind. Sie schildert scheinbar gewöhnliche Sorgen zwischen Verliebtheit und Prüfungsstress, die in ihrem Fall jedoch tiefer gehen. Und sie beschreibt Alltagserfahrungen in ihrere Geburtstadt Berlin, wo sie häufig immer noch als »Fremde« gesehen wird und mit Vorurteilen zu kämpfen hat.

Melda Akbas liefert einen authentischen Blick auf das Leben einer Migrationsfamilie, die trotz allem in Deutschland ihre Heimat gefunden hat. Ihre Lebensgeschichte zwischen Moschee und Minirock zeigt, dass Integration funktionieren kann – allerdings nur mit viel Mut, Ausdauer und auch Glück. Weitere Informationen: www.randomhouse.de und www.institut50plus.de

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