Wolfgang Kessler, Publik-Forum: »Das Ende einer Ideologie«

 
Wolfgang Kessler, Publik Forum: »Das Ende einer Ideologie«Wolfgang Kessler, Publik Forum: »Das Ende einer Ideologie«Abermals trifft Wolfgang Kesser, Chefredakteur der Zeitschrift Publik-Forum mit dem Thema »Sauberes Geld – Wege zu einer gerechten Finanzwelt« ins Schwarze. Er beschreibt das Ende einer Ideologie. »Die Banker«, so Wolfgang Kessler, »schreien nach dem Staat. Was Josef Ackermann, der Chef der Deutschen Bank, bereits vor einigen Monaten andeutete, ist jetzt offensichtlich. Die Krise im Finanzsystem übersteigt die Selbstheilungskräfte des Marktes bei Weitem. Diese Erkenntnis markiert das Ende einer Ideologie, ja sogar das Ende einer Ära.

Politisch begann die hohe Zeit des freien Marktes Ende der 1970-er Jahre, als Margarethe Thatcher in Großbritanien die Regierung übernahm. Sie setzte in einem Industrieland des Credo des Wirtschaftsliberalismus durch. Der Markt sollte so frei wie möglich sein, der Staat raus aus der Wirtschaft.«

Wolfgang Kessler weiter: »Doch des Credo des Wirtschafsliberalismus nistete sich nicht nur in der Wirtschaft ein, sondern auch in Wissenschaft und Politik. Seit über zwanzig Jahren spielt der Staat in vielen wirtschaftswissenschaftlichen Seminaren und Lehrbüchern keine Rolle mehr. Zehntausende von Betriebswirtinnen und Betriebwirten wurden nach den einfachen wirtschaftsliberalen Lehrsätzen ausgebildet. Möglichst viel Markt, möglichst wenig Staat, privat ist effektiv,
öffentlich ist ineffektiv. In Bund, Ländern und Gemeinde begann große Privatisierungswelle. Viele Städte privatisierten die Wasserversorgung, Landkreise die Krankenhäuser. Manche Städte verleasten öffentliche Dienstleistungsunternehmen für 99 Jahre an US-amerikanische Konzerne.«

In seinem Beitrag beleuchtet Wolfgang Kessler auch die Rolle der SPD (Agenda 2010), der CDU (Wirtschaftsliberalismus) sowie die FDP (Neoliberalismus). Schließlich resümiert er: »Nun ist die Ideologie entzaubert. Der totale Markt hat total versagt. Diese Erkenntnis ist eine Chance. Nicht etwa für Forderungen nach einem allmächtigen Staat. Sondern dafür, dass Regierungen mit verbindlichen Rahmenrichtlinien dafür sorgen, dass die Wirtschaft den langfristigen Bedürfnissen der Menschen dient und nicht nur den kurzfristigen Gewinninteressen der Unternehmen.« Horst Grenz, Leier des Flensburger Instituts50plus: »Es ist ein Gewinn, diesen Beitrag zu lesen. Doch auch die Themen »Ausverkauf der Gesundheit«, »Wider die neoliberale Anpassung« sowie »Das Kreuz mit dem Kreuz« überzeugen« Weitere Informationen: www.publik-forum.de

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