Timm Kruse, Weder geschüttelt noch gerührt

Spätestens an Neujahr fassen viele den Entschluss: Ich trinke erst einmal keinen Alkohol und allgemein sowieso weniger davon. Timm Kruse geht einen Schritt weiter und will ein ganzes Jahr keinen Tropfen anrühren. Egal ob Karneval, Fußball, Grillen am See – Timm will verzichten. Frei von der Leber schreibt er über diesen Selbstversuch. Über den Unterschied zwischen dem nassen Früher und dem trockenen Jetzt, dessen Diskrepanz ihm allzu oft bewusst wird: Er verliert Freunde, findet neue, hat endlich Zeit für Hobbys, fühlt sich emotional ausgeglichener und körperlich gesünder, geht sogar nüchtern auf Partys und lernt die Liebe seines Lebens kennen. Zum ersten Mal in seinem erwachsenen Leben hat Timm das Gefühl, wirklich er selbst zu sein.

Nach so manchem Rückschlag, dem ein oder anderen Zweifel und einer ganzen Menge verrückter Geschichten stellt er am Ende des Jahres fest: Er hatte die beste und produktivste Zeit seines Lebens. Und er fragt sich, was unsere Gesellschaft wohl ohne Alkohol wäre.

»Und ich weiß: So wie mir geht es Millionen von Menschen, die sich niemals als Alkoholiker bezeichnen würden. Wir trinken zu viel – aber das Problem ist uns nicht bewusst. […] Ich habe auch genug von Filmrissen. Genug, nicht ich zu sein. Genug davon, mit Frauen im Bett zu landen, die ich nicht mag. Genug davon, nicht mit Frauen im Bett zu landen, die ich mag. Genug davon, ein Partymensch zu sein. Ich habe genug davon, genug zu haben. Genug davon, besoffen mit Leuten Stress zu haben. James Bond hat zwar auch permanent Stress. Aber er ist nun mal im Auftrag der Queen unterwegs und muss die Welt retten. Ich habe im Leben noch nie einen ernst zunehmenden Auftrag gehabt.« Weitere Informationen: www.herder.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.