Semperoper: Kurt Weills »Street Scene« – Dresdner Erstaufführung am 19. Juni 2011

»Broadways erste richtige Oper«, titelten die Zeitungen nach der Uraufführung von »Street Scene« am 9. Januar 1947 in New York. Grundlage von Kurt Weills Oper ist das gleichnamige, 1929 mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnete Schauspiel von Elmer Rice. Die Bewohner eines Mietshauses, Einwanderer zumeist, treibt die Hitze auf die Straße, wo sie in vielen kleinen Szenen Einblick geben in ihre Wünsche, Sehnsüchte, Konflikte und Ängste und man ihnen zusehen kann, wie sie sich an ihrem amerikanischen Traum abarbeiten.

Die junge Regisseurin Bettina Bruinier führt Regie, Volker Thiele baut ein facettenreiches Mietshaus auf die Bühne. Fast das gesamte Ensemble der Semperoper ist in der Vielzahl der Rollen von »Street Scene« zu erleben. Carolina Ullrich singt Rose Maurrant, die den Ausbruch aus der Einwanderer-Enge wagt, Simeon Esper gibt ihren Geliebten. Am Pult steht Jonathan Darlington.

Kurt Weill, dessen Oper »Der Protagonist« 1926 an der Semperoper Dresden uraufgeführt wurde, ist einer derjenigen, die vor den Nationalsozialisten ins Exil fliehen mussten. Er steht damit exemplarisch für die Biografien, die das Forschungs- und Ausstellungsprojekt »Verstummte Stimmen« noch bis zum 13. Juli in der Semperoper sowie im Staatsschauspiel beleuchtet. Nun, 64 Jahre nach der Uraufführung, erlebt »Street Scene« endlich die Dresdner Erstaufführung.

Über seine späte Oper sagte Weill: »Sobald ich über die Musik zu ›Street Scene‹ nachzudenken begann, entdeckte ich, dass das Stück selbst nach einer großen Vielfalt von Musik verlangte, so wie die Straßen von New York ihrerseits die Musik vieler Länder und Völker aufnehmen. Hier hatte ich eine Gelegenheit, unterschiedliche musikalische Ausdrucksformen zu verwenden, vom populären Song bis zu Opernarien und Ensembles; Stimmungsmusik und dramatische Musik, Musik einer jungen Liebe, Musik der Leidenschaft und des Todes – und über allem die Musik eines heißen Sommerabends in New York.« Weitere Informationen: www.semperoper.de

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