Schleswig-Holstein Musikfestival: »Musikgrößen begeistern Flensburg«

»Aufeinandertreffen der Musikgrößen. Ferhan und Ferzan Önder, Fazil Say,
Rolf Beck und Martin Grubinger begeistern zusammen mit dem SHMF-Chor das Flensburger Publikum«, so titelt das Flensburger Tageblatt in der Ausgabe vom 6. August 2011. Und der Musikkritiker Till H. Lorenz urteilt: »Die oft geschol-tene Moderne – so macht sie Spaß« und hebt damit insbesondere ab auf die Variationen für zwei Klaviere und Schlagezeug op. 32. Hier im Deutschen Haus feierte das Werk das türkischen Komponisten Fazil Say seine Urauf-führung – vorgetragen von Ferhan und Ferzan Önder und Martin Grubinger. Insgesamt also ein großartiges Musikereignis.


Martin Grubinger, Foto: ©Felix-Broede

Schade nur, dass die äußeren Bedingungen so gar nicht mit diesem Musikfest zusammenpassen. Noch einmal Till H. Lorenz, er urteilt: »Nach gut einer Stunden durchdringt tosender Applaus die stickige Luft des 20-Jahre alten Baus. Vermutlich haben sich manche Luftmoleküle seit jenen Tagen dort gehalten. Und sie waren dann auch das einzige, was an diesem Abend zu beklagen war.«

Das sahen Festivalbesucher anders, nämlich einen Außenbereich des Deutsches Haus ohne jede Gestaltung, ein geschlossener Biergarten bei gutem Wetter, so dass die Besucher am Straßenrand in den Auspuffgasen des strömenden Verkehrs anstatt im Biergarten ein Getränk genießen zu können, einen großen Konzertsaal ohne ausreichende Belüftung, ebenso der Vortragsraum oben. Mehrere defekte Lampen, in der Pause unaufgeräumte, nicht betreute Getränke(!) Tresen; auf den Tischen überall hingeworfene weiße Tischdecken – offensichtlich schon für den nächsten Tag. Und zum Konzertende: Kein Zugang mehr zur Toilette im Rangbereich, die Tür war zu und von Personal „bewacht“ – welch ein Service. »Letzteres fand ich besonders schlimm«, so eine Konzertbesucherin, »da abgewiesene Gäste keine andere gut gängige Möglichkeit hatten ihrem Bedürfnis nachzugehen … dabei hatten viele noch einen langen Weg vor sich. «

Das SHMF wäre gut beraten, im kommenden Jahr die Messlatte bezüglich der äußeren Bedingungen höher zu legen, anspruchsvoller zu sein, mehr Qualität in den Rahmenbedingungen zu erwarten. Und dann ist da noch der Gastgeber, die Stadt Flensburg. Sie könnte dazu beitragen, solch‘ hochkarätige Konzert-veranstaltungen umsichtiger zu unterstützen«, so Horst Grenz, Leiter des Flensburger Instituts50plus. Weitere Informationen: www.shmf.de und www.institut50plus.de

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