Schleswig-Holstein Musik Festival: »Merhaba Türkiye«: Ein musikalischer Dialog an zahlreichen Orten des Landes

»Merhaba Türkiye« – Willkommen Türkei: Unter diesem Motto lädt das 26. Schleswig-Holstein Musik Festival vom 9. Juli bis 28. August 2011 zu einer Entdeckungsreise durch die türkische Musiklandschaft ein.


Hande Özyürek, Foto: (c) Johannes Rodach

Festivalintendant Prof. Rolf Beck und sein Team präsentieren ein vielfältiges Konzertprogramm und zeigen die Musik der Türkei am Puls der Zeit: Bedeutende Solisten, Orchester, Dirigenten und Komponisten sowie hoffnungsvolle Talente sind zu Gast, der Bogen reicht von einer anatolischen Reise entlang der Schwarzmeerküste über die farbenreiche Kammermusik des großen türkischen Komponisten Ahmed Adnan Saygun und das fantasievolle Œuvre seines ebenso bedeutenden Kollegen Fazıl Say (inklusive zweier Uraufführungen) bis hin zu tanzenden Derwischen und zu DJ Ipek, dem hippsten DJ Europas.

Emkendorf das Mekka der »Musikfeste auf dem Lande«.

Für eingefleischte Musikfestfans ist das zwischen Kiel und Rendsburg gelegene Emkendorf das Mekka der »Musikfeste auf dem Lande«. Kein Wunder: Das in einen riesigen englischen Park eingebettete Gut mit seinem frühklassizistischen Herrenhaus und der als Konzertsaal dienenden Scheune mit der beeindruckenden Balkenkonstruktion ist bestens geeignet für ein Fest für alle Sinne. Unter dem Motto »Tierisch musikalisch« werden nicht nur Ausflüge in das musikalische Tierreich gemacht, sondern es wird auch dem instrumentalen und vokalen Virtuosentum eine Plattform geboten.

In der eindrucksvollen Scheune stellen am 23. und 24. Juli zu Beginn und Ende des Musikfestes zwei junge Pianisten aus dem Hauptprogramm ihr Virtuosentum unter Beweis. Martin Stadtfeld eröffnet das Programm am Samstag und wird bei der NDR Kultur-Sendung »Klassik à la carte« Rede und Antwort stehen. Zudem wird er Werke Rachmaninoff und Liszt/Wagner spielen. Florian Uhlig ist am Sonntag Abend mit Bearbeitungen von Franz Liszt zu erleben.

Das Trio Simpl und das Trio für Klarinette, Viola und Klavier mit Sofija Molchonova, Wen Xiao Zheng und Elena Rachelis folgen mit Werken von Beethoven und Bruch in zwei unterschiedlichen Triobesetzungen. Diese beiden Trios vereinigen sich am Sonntag Abend und beschließen in unterschiedlichen Kammermusikbesetzungen mit Werken von Brahms, Mahler und Prokoffief das Wochenende.

Der Samstag Abend wird durch die achtköpfige Trombone Unit eingeläutet und geht mit dem schwungvollen Programm der belgischen A-cappella Gruppe Voice Male zu Ende. 2009 gewann der junge Cellist Valentin Radutiu den Preis des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft und ist mit seinem Pianisten Per Rundberg erstmals bei den Musikfesten zu Gast. Ebenfalls vielfach ausgezeichnet ist das Duo Daniel und Anton Gerzenberg, das den »Karneval der Tiere« in der Klavierfassung zu vier Händen zum Leben erweckt.

Musikfest in Wotersen: »Unter freiem Himmel«

In Wotersen findet das Musikfest am 30. und 31. Juli seit langen Jahren wieder einmal im wunderschönen Schlosspark »Unter freiem Himmel« statt. Unabhängig von den Witterungsbedingungen gibt es an diesem Wochenende Open-air-Konzerte auf der Bühne hinter dem Schloss, das Teil der wunderschönen Gutsanlage ist, die als Kulisse für die Fernsehserie »Das Erbe der Guldenburgs« große Bekanntheit erlangte. Der malerische Park von Wotersen ist an diesem Wochenende exklusiv für die Musikfeste-Besucher geöffnet.

Zarte Harfenklänge eröffnen das Musikfest mit dem Duo Feodora-Johanna Gabler und Kirsten Ecke. Beschwingt geht es weiter mit dem Ensemble Prisma und Bearbeitungen von Johann Strauß‘ »Fledemaus« und Mendelssohn-Bartholdys »Sommernachtstraum« für Bläsernonett. Am Abend folgen üppige Streicherklänge von Boccherini und Verdi mit dem Stradivari-Quartett, bevor Wawau Adler und sein Quarttett das Publikum mit Gipsy Swing entspannt in die Nacht entlassen. Den rhythmischen Weckruf gibt es am Sonntag vom Schlagzeug-Duo Higler/Löffler, das 2009 den Förderpreis der Sparkassen-Finanzgruppe gewann. Anschließend erklingt ein buntgemischtes Programm mit der Blechbläserformation 10forBrass. Den letzten Block beginnt Benedict Klöckner, der mit seinem Cello u.a. mit Casals »Vogelgesängen« Zwiesprache mit den Parkbewohnern halten wird. Zum Schluss entführt Claudia Carbo gemeinsam mit ihren beiden Gitarristen die Zuhörer in die Welt des Jazz.

Musikfest in Hamburg-Marmstorf »Sommer(nachts)traum«

Das Musikfest in der fantastischen Baumschule Lorenz von Ehren im Süden Hamburgs ist mittlerweile ein Renner. Das umfangreiche Gelände, das nicht nur die Herzen von Gartenfreunden höher schlagen lässt, lädt in den Pausen zum Lustwandeln ein, und manch einer lässt sich vielleicht für die Gestaltung des heimischen Gartens inspirieren. In den großen Pausen kann sich das Publikum durch die sogenannten „Quartiere“ fahren lassen. Die große Halle, in der sonst Pflanzen sortiert und versandfertig gemacht werden, wandelt sich in diesem Sommer zum perfekten Konzertsaal, der sich durch eine ausnehmend gute Akustik auszeichnet. Das Musikfest am 6. und 7. August entführt das Publikum in einen musikalischen »Sommer(nachts)traum«.

Einen Abstecher aus dem Hauptprogramm macht das Elbipolis Barockorchester Hamburg mit Werken von Händel, Scarlatti und Corelli. Mit sommerlichen Liedern aus Irland wartet die Gruppe White Raven um die Sängerin Kathleen Dineen auf. Nach der Pause ist das Ensemble Octoplus zu erleben, angeführt von der Geigerin Isabelle van Keulen, die u.a. „Till Eulenspiegel einmal anders!“ zu Gehör bringen. Der Abend klingt aus mit dem Cello8ctett Amsterdam und heißen Latino-Rhythmen im Streichersound. Der Sonntag Morgen beginnt mit einem rhythmischen Feuerwerk mit dem vielfach ausgezeichneten Schlagzeug-Duo Reichl/Fleckenstein. Das Klaviertrio Sara Christian, Konstanze von Gutzeit und Sonia Achkhar, das ebenso wie die beiden Schlagzeuger von der Deutschen Stiftung Musikleben gefördert wird, spielt neben dem Notturno von Schubert das wunderbare »Dumky-Trio« von Dvořák. Eine ganz ungewöhnliche Besetzung präsentiert sich im Nachmittags-programm: Tuba und Harfe! Andreas Mildner und Andreas Hofmair können sämtliche Vorbehalte gegen beide Instrumente mühelos zerstreuen. Mit dem nötigen Groove geht das Musikfest mit dem Streichquartett Hot Club of St.Pauli beschwingt zu Ende.

Musikfest in Pronstorf: »Ausgezeichnete Jugend«

Auch in diesem Jahr wird auf Gut Pronstorf der Förderpreis der Sparkassen-Finanzgruppe verliehen. Erste Preisträger des Bundeswettbewerbs »Jugend Musiziert« werden Anfang Juni ausgewählt und zum Musikfest eingeladen, um sich die Gunst der Jury und des Publikums zu erspielen. Der von der Sparkassen-Finanzgruppe gestiftete Preis ist mit 5.000 Euro dotiert, zusätzlich wird ein Publikumspreis in Höhe von 500 Euro vergeben. Im Anschluss an die Vorspielrunde präsentieren sich sowohl der frisch-gekürte Preisträger, als auch die Förderpreisträger 2010, das Klavierquintett Stepp/Stepp/Stuart/ Constien/Brauß. Viele weitere Preisträger sind am 13. und 14. August in Pronstorf zu erleben. Am Samstag Abend spielt die junge armenische Pianistin Nareh Arghamanyan, die in ihrem Programm auch dem goßen Jubilar Franz Liszt huldigt. Das Hamburger Musikcomedy-Trio Bidla Buh zeigt ein „Best of…“ ihres Programms und entlässt das abendliche Publikum mit einem Lachen nach Hause. Das Klaviertrio mit Franziska Hölscher, Julian Arp und Caspar Frantz beginnt den Sonntag mit Schumann und Debussy. Anschließend spielt der junge japanische Geiger Fumiaki Miura, der 2009 den weltweit höchstdotierten Violinwettbewerb in Hannover gewinnen konnte. Gemeinsam mit Katharina Sellheim spielt er Werke von Strawinsky und Beethoven.

Der bekannte türkische Pianist und Komponist Fazil Say hat einen Liedzyklus für das junge Liedduo Annelie Sophie Müller und Elif Sahin-Nesweda komponiert, den die beiden beim Musikfest uraufführen. Beide gewannen im vergangenen Jahr den renommierten Hugo-Wolff-Wettbewerb in Stuttgart. Zum Abschluss ist die Viola virtuos zu hören mit der großartigen jungen Bratscherin Barbara Buntrock, vielfache Bundespreiträgerin von »Jugend Musiziert« und Preisträgerin des ARD-Wettbewerbs und seit langem gefördert von der Deutschen Stiftung Musikleben. Mit ihrem Pianisten Daniel Heide spielt sie u.a. ein Werk des Leonard Bernstein Award-Trägers 2010, Kit Armstrong. Weitere Informationen: www.shmf.de

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