Prof. Dr. Esther Sternberg: »Heilende Räume – Warum Krankenhäuser krank und Büros müde machen«

Es ist ein allgemein bekanntes Phä-nomen: Man betritt einen Raum und fühlt sich wohl oder genau das Gegenteil ist der Fall. Die Gründe dafür können mannigfaltig sein. Die Räume, in denen sich fast alle Menschen täglich aufhalten oder aufhalten müssen, weisen unter-schiedlichste Formen, Farben, Gerüche oder Geräusche auf. Sie alle wirken positiv oder negativ auf den Menschen ein. Um zu vermeiden, den Raumeinflüssen hilflos ausgeliefert zu sein, gilt es, die Gesetzmäßig-keiten zu erkennen, die einen Raum zu einem „heilsamen Raum“ machen.

Wie spricht unser Gehirn auf gebauten Raum an und auf welche Weise fördert die physische Umgebung wiederum Gesundheit, produktive Energie und kreatives Denken?

Studien dokumentieren, dass beispielsweise nicht verschiedene Farbtöne, sondern verschiedene Wellenlängen, Intensitäten und Rhythmen des Lichtes unsere Stimmung beeinflussen, und erstaun-licherweise verfügt unser Gehirn sogar über ein spezifisches Areal zur Erkennung von großen oder kleinen Objekten. Patienten mit Aussicht ins Grüne benötigen weniger mittelstarke und starke Schmerzmittel, und Forscher am Monell Center haben herausgefunden, dass Menschen die Stimmung von Personen in ihrer Umgebung durch ihren Geruchssinn wahrnehmen können. Manche Wissenschaftler glauben, dass in unserem Kopf eine Landkarte existiert, man vermutet sie im hippocampalen Komplex, die ein räumliches Bild erzeugt, in das die Ereignisse, die man gerade erlebt, eingebettet sind. Erinnerungen bilden somit räumliche Spuren.

Die erste wissenschaftliche Studie über den Einfluss von Räumen Esther Steinberg hat sich erstmals in einer großen wissenschaftlichen Studie mit dem heilsamen und dem unheilsamen Einfluss von Räumen auf den Menschen befasst. Ihre Arbeit enthält eine Fülle an faszinierenden Erkenntnissen über die Wechselwirkung zwischen Mensch und Umgebung, deren Anwendung es ermöglicht, sich negativen Einwirkungen der Umgebung entweder ganz zu entziehen oder sie zumindest abzuschwächen.

Prof. Dr. Esther Sternberg hat sich in ihren Forschungen speziell mit den Aus-wirkungen von Gehirnfunktionen auf das Immunsystem sowie dem Einfluss von Stressfaktoren auf das menschliche Leben befasst. Sie hat viele Jahre an der Washington Universität in St. Louis gelehrt, bevor sie eine führende Position im amerikanischen Gesundheitswesen übernahm. Weitere Informationen: www.crotona.de

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