Leipzig: »Die „Lange Broadway-Nacht“ verwandelt Oper und Gewandhaus am 9. Juli für einen Abend in Musical-Theater«

Um 18 Uhr startet die Nacht des Broadways in der Oper mit „One Touch of Venus“. Das Musical wurde Kurt Weills größter Broadway-Erfolg. Die Songs reichen von verträumten Liebesballaden zu sanft swingenden Tanzeinlagen. Einige Nummern wie das großartige Liebesduett, die Rumba „Speak low“ oder „That’s him“ sind zu absoluten Broadway-Klassikern avanciert.

Nachts im Museum können merkwürdige Dinge passieren, zum Beispiel kann eine Venus-Statue plötzlich lebendig werden und neugierig durch New York spazieren. Die fehlende Statue wird natürlich als gestohlen gemeldet und unverzüglich gesucht, aber die unbekannte Schönheit in dem seltsam antiken Kleid richtet noch mehr Verwirrungen an als einem lieb ist und gibt Polizisten, Psychiatern und Kommissaren einige mysteriöse Fragen auf. Eine turbulente Musical-Comedy mit einer Portion Romantik und einem Hauch von Erotik!

Im Anschluss an die romantisch-erotischen Verwirrungen um die römische Schöne in New York verwandeln ab 21 Uhr Wayne Marshall, das Gewandhausorchester und die amerikanische Musical-Darstellerin Kim Criswell das Gewandhaus in ein Broadway-Theater: Ein Streifzug durch vier Jahrzehnte Musicalschaffen von Georges Gershwin und Leonard Bernstein.

„Lady be good“ ist das früheste Werk, das Gershwin mit seinem Bruder Ira produzierte (1924 erfolgreich mit Fred Astaire als Premierenbe-setzung), „Tip-Toes“ wurde gleich ein Jahr darauf herausgebracht, wurde allerdings – nach vielen bearbeiteten Fassungen, erst 2007 als komplette Bühneninszenierung aufgeführt. „Strike up the Band“ entstand 1927. Aus „Girl Crazy“ von 1930 kann jeder „I got Rhythm“ nachpfeifen.

Leonard Bernstein ist unvergesslich durch sein Musical „West Side Story“. Daneben hat der geniale Dirigent und Komponist aber noch eine Reihe weiterer Musicals komponiert, die zum Teil lange vergessen waren und erst viele Jahre nach ihrer Entstehung ihre volle Aufmerksamkeit erfahren haben. „On the Town“, sein erstes Bühnenwerk von 1944, wurde nach der Premiere 436 Mal im Uraufführungs-theater in New York gespielt. Sosehr haben die klassisch-jazzigen Rhythmen und Melodien schon damals die Zuhörer verzaubert. „Peter Pan“ entstand 1950 – doch wurde das Stück nicht als eigenständiges Musical sondern lediglich als Stück mit vier Songs aus Bernsteins Feder aufgeführt. Im Jahr 2000 erst wurden 45 Minuten Musik rekonstruiert, die Bernstein für dieses Werk komponiert hatte, und auf CD veröffentlicht. 2006 erst erfolgte eine szenische Aufführung.

„Candide“, 1956 auf Basis von Voltaires gleichnamigem Roman, ist sicher Bernsteins ambitioniertestes Projekt. „Candide“ besticht durch virtuose, geradezu halsbrecherische Nummern, wie beispielsweise die Ouvertüre. Das Stück spielt an vielen exotischen Orten, hält eine Vielzahl skurriler Gestalten bereit und bewegt, wenn sich eine Bühne der Herausforderung der Inszenierung annimmt, die Zuschauer nachhaltig. Erst 1974 wurde das Stück komplett inszeniert und erfuhr so über 700 Aufführungen. Zwei Jahre zuvor entstand „Trouble in Tahiti“, eine Oper, in der Bernstein eine gescheiterte Ehe thematisiert. Bernstein hat allerdings nicht nur Arien komponiert sondern auch fetzig-jazzige Songs, die die Nähe zum Musical immer wieder hörbar machen.

Kim Criswell ist eine der ganz großen Broadway-Stars, die das Musical-Fach wie kaum andere beherrscht. Die flammend rothaarige Sänger-Schauspielerin reißt mit ihrer eindrucksvollen Stimme, ihrer großartigen Bühnenpräsenz und ihren furiosen Auftritten das Publikum zu Beifallsstürmen hin. Criswell hat in nahezu allen wichtigen Musical-Produktionen der letzten 30 Jahre in New York und London auf der Bühne gestanden und zahllose CDs veröffentlicht. Sie wurde für zahlreiche Grammys nominiert und erhielt den „Laurence Olivier Award“ als beste Musical-Darstellerin in London. Weitere Informationen: www.gewandhaus.de

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