Konzertkirche Neubrandenburg: Abschlusskonzert der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern am 11. September 2011

Nach einem großartigen Musiksom-mer 2011 spielt Li-Wei Qin Edward Elgars Konzert für Violoncello und Orchester e-Moll op. 85. Auf dem Programm stehen außerdem Ludwig van Beethoven: Egmont-Ouvertüre
f-Moll op. 84 und Maurica Ravel: Rhapsodie espagnole, Bolero. Es spielt das Konzerthaus-orchester Berlin unter Leitung des Dirigenten Michel Tabachnik.

Will man der Anekdote Glauben schenken, so ersann Edward Elgar die Melodie seines Cellokonzerts op. 85 nachdem er, im Zuge einer nicht ungefährlichen Mandeloperation, aus der Narkose erwachte. Das Cellokonzert beschreibt auf wehmütige und kontemplative Art und Weise die Bilanz des alternden Komponisten, sieht zurück auf ein kriegserschüttertes Land, sein eigenes Leben und eine unerfüllte Liebe. Und so offenbart uns das Werk in großen Landschaftsbildern eine Innenansicht des Komponisten, die erschüttert und aufrüttelt aber auch zum Schwelgen und Nachsinnen anregt. Erleben Sie im Abschluss-konzert der Festspiele MV unseren diesjährigen Preisträger in Resi-dence, Li-Wei Qin, der, begleitet vom Konzerthausorchester Berlin unter Michel Tabachnik, mit seinem Celloklang Elgars auskomponierten Seelenzustand in Tönen nachmalt und somit für alle erfahrbar und unvergesslich macht. Der Verstaltungsort bietet sich für Konzerte dieser Qualität an.

Nur wenige Jahre nach der Stadtgründung begannen die Neubrandenburger mit dem Bau der St. Marienkirche, die 1271 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Vollendet wurde der mittelalterliche Bau zu Beginn des 14. Jahrhunderts. 1353 gab es in der Kirche bereits 16 Nebenaltäre. Der gotische Stil ist besonders anschaulich am kunst-vollen Ostgiebel nachzuvollziehen. Sein filigranes Maßwerk macht die dreischiffige Hallenkirche mit dem 88 Meter hohen Turm an der West-seite zu einem der bedeutendsten Baudenkmäler in Norddeutschland. Im zweiten Weltkrieg wurde die Kirche stark beschädigt. Sie brannte bis auf die Umfassungsmauern und Teile des Turmes aus. Im Jahre 1975 ging das Eigentum am Bauwerk auf die Stadt Neubrandenburg über.

Seit dieser Zeit wurde mit großem Engagement eine Wiederherstellung und Neunutzung des Gebäudes verfolgt. Dem Innenausbau der Kirche zum Konzertsaal ging ein 1996 europaweit ausgeschriebener Wettbewerb voraus. Gewinner unter den ursprünglich 66 Bewerbern war der finnische Architekt Pekka Salminen. Im bewussten Gegensatz zum jahrhundertealten Backstein sind alle neuen Bestandteile in Beton gehal-ten, lediglich für die Geländer der Treppen und Absätze wurde Stahl benutzt. Die gesamte Form ist schlicht und funktional.

Der Konzertsaal ist vollkommen separat von den historischen Kirchenmauern konzipiert und als moderne, zeitgemäße Konstruktion in den Raum hineingestellt worden, ohne von den alten Strukturen Besitz zu ergreifen. Das durch Glas abgetrennte Foyer am Eingang des Saalkomplexes unterstützt das Erleben der historischen Bausubstanz und ermöglicht zudem, dass Musiker und Publikum in den Pausen aufein-ander treffen. 2001 wurde die Konzertkirche ihrer neuen Bestimmung übergeben. Weitere Informationen: www.festspiele-mv.de

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