Institut50plus: »Eine Hymne feiert Geburtstag – die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern feiern mit«

 
frantz-justus-2007-bild-1.jpgIm Kärtnertortheater in Wien hebt am 7. Mai 1824 Kapellmeister Michael Umlauf den Dirigierstab. Ihm zur Seite Ludwig van Beethoven in einem Lehnstuhl – vollends ertaubt. Es hebt an die Uraufführung von Beethovens 9. Sinfonie, die sich 2009 zum 185. Mal jährt. Auch die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern gedenken diesem damals größten und auch heute noch epochalen, sinfonischen Werke. Am Samstag, dem 01. August um 19:30 Uhr wird der Appell »Seid umschlungen Millionen« im Rahmen der Festspiel-Reihe »9 Mal 9« aus dem Schlosspark im Land Fleesensee aufs Neue in die Welt hinaus gesandt. Unter freiem Himmel laden Orchester, Chor und Solisten das Publikum zum euphorischen Miteinander ein. »9 Mal 9«, das bedeutet: Neun 9. Sinfonien herausragender Komponisten im Jahr 2009 – ein spannender Ausflug in die Welt der mythosbehafteten Sinfonien.

Mit Justus Frantz gelang es den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, einen Dirigenten zu verpflichten, der es versteht, Unterhaltung mit hohem Anspruch zu vereinen. Es ist dabei Justus Frantz’ besonderes Verdienst, dass er mit unkonventionellen, medienwirksamen Aktionen neue Zuschauerkreise für die klassische Musik erschließen konnte. Frantz leitet an diesem Abend die von ihm ins Leben gerufene Philharmonie der Nationen. Das weltweit angesehene Orchester vereint, ganz im Sinne der Schillerschen »Ode an die Freude«, Musiker aus vierzig Nationen mit Hilfe der universellen Sprache der Musik.

Der Philharmonische Chor Prag, Annika Ritlewski (Sopran), Anne-Theresa Albrecht (Mezzosopran), Thomas Volle (Tenor) und Tobias Hagge (Bass) stehen mit ihrem Gesang im letzten Satz der Sinfonie einerseits für die brüderliche Umarmung aller Menschen und andererseits für die vieldiskutierte Steigerung sinfonischer Musik durch den Einsatz der menschlichen Stimme. Die Verbindung instrumentaler und vokaler Elemente in der Sinfonik war zur Zeit Beethovens undenkbar. Für Beethoven aber schien dies die logische Konsequenz einer persönlichen Entwicklung zu sein, die – gekennzeichnet durch eine stetige Erweiterung und Ausreizung der sinfonischen Form – direkt in diese radikale Neuerung der 9. Sinfonie mündete. Mit diesem Werk gab er der Gattung völlig neue, richtungweisende Impulse und erreichte eine unglaubliche Ausdruckssteigerung.

Trotz der ablehnenden Presse, die vom »gesundheitsbedingten Niedergang« sprach, wurde das Werk bei seiner Uraufführung umjubelt aufgenommen. Beethoven selbst bekam davon aber nichts mit, vollständig gehörlos musste der 52-jährige von den Solisten zum Publikum gedreht werden, um die Begeisterungsstürme, die seine letzte Sinfonie auslöste, in Empfang nehmen zu können. Das Werk entwickelte sich seitdem zur Hymne der Brüderlichkeit und zum Manifest der höchsten moralischen Ideale.

Der Schlosspark von Land Fleesensee bietet Naturerlebnis pur. Die 1842 erbaute Schlossanlage ist traumhaft gelegen in einer Wald- und Wiesenlandschaft. Das über die Jahre vielen Umbrüchen unterworfene Schloss bzw. Gutshaus dient seit 2000 als Feriendomizil für Urlauber, die Entspannung und Erholung suchen. Auf reizvollste Weise gibt die mit alten Bäumen umsäumte Sichtachse im Schlosspark den Blick frei auf kilometerweites Mecklenburger Land.
Karten für das Konzert, das Programm der Saison sowie alle weiteren Informationen sind im Internet unter www.festspiele-mv.de, telefonisch unter 0385 – 591 85 85 und an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich. Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Konzertbeginn. Die Abendkassengebühr beträgt 2,- Euro pro Karte.

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