Helmuth Karasek, Nach dem Krieg

Glänzend erzählt und mit vielen Anekdoten lässt Hellmuth Karasek die Nachkriegsjahre wiederauferstehen und zeigt, wie wir Amis wurden. Erstens, um nicht Russen werden zu müssen, und zweitens, weil der »American Way of Life« so unwiderstehlich war: in Musik, Mode, Kultur und Film.   Im Elend der zerbombten Städte suchten die Besiegten eine neue Identität – und fanden sie, zumindest im Westen des bald geteilten Landes, in der Identifizierung mit den Amerikanern. Junge Frauen flirteten gern mit den properen GIs, junge Männer fanden neue Männlichkeitsbilder bei Marlon Brando und James Dean. Alle liebten die Comics von Micky Maus, die Schmachtfetzen aus Hollywood, die heißen Rhythmen. Da konnten die Bewohner der Sowjetischen Besatzungszone nur neidisch über die innerdeutsche Grenze blicken; eine der Amerikanisierung des Westens entsprechende »Sowjetisierung« hat es dort nie gegeben. Im Gegenteil: Die Bedrohung durch den Osten erfüllte den Zweck, die Identifizierung mit der westlichen Schutzmacht zu steigern.   Hellmuth Karasek entwirft ein differenziertes Bild dieser prägenden Zeit deutscher Geschichte und lässt sie in seinem so persönlichen wie geistreichen Buch lebendig werden wie selten zuvor. Sein letztes Werk, überarbeitet und ergänzt von seinem Freund Michael Seufert, ist eine nuancierte Bestandsaufnahme seiner Beziehung zu Amerika – und unserer eigenen. Weitere Informationen: www.europa-verlag.com

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