Dresdner Kammerchor veröffentlicht CD mit Trauer- und Trostmusiken von Heinrich Schütz: Güldene SterbKunst

Im Rahmen der ersten Heinrich-Schütz-Gesamteinspielung haben der Dresdner Kammerchor und Hans-Christoph Rademann die „Musikali-schen Exequien“ sowie weitere Trauer- und Trostmusiken aus der Feder des Dresdner Hofkapellmeis-ters Heinrich Schütz veröffentlicht. Zahlreiche Ersteinspielungen machen diese CD auch für diejenigen beson-ders wertvoll, denen die Exequien von Schütz schon längst vertraut sind. Die Musik von Heinrich Schütz ist eine Musik nah am Leben. Eine Musik, die teilnimmt an der Geschichte und Kultur, aus der sie hervorgeht und in der die Erfahrungen des „Sagittarius“ selbst untrügliche Spuren hinterlassen haben. Diese Musik ist nah am Leben – gerade, wenn sie das Sterben besingt.

Das meint nicht nur, dass die Musik von Schütz immer auch vor dem Hintergrund massenhaften Leidens und Sterbens angesichts eines 30 Jahre wütenden Weltkrieges und der Allgegenwart tödlicher Krankheiten zu sehen und zu hören ist. Es meint vielmehr, dass sich zahlreiche Trauermusiken von Schütz auf konkrete biografische Ereignisse im Leben Schütz’ zurückführen lassen. Es sind Werke, die vom schlichten vierstimmigen Choral bis zur mehrchörigen Raummusik reichen und doch stets eines verbindet: die besonders intensive Verbindung aus Wortsorgfalt und Klangsinnlichkeit, aus schlichter musikalischer Trostpredigt und hoher Expressivität. Und all das mit großer persönlicher Anteilnahme. Jene Schütz’schen Werke, in denen Tod und Leben, Sterben und Ewigkeit, Trauer und Trost musikalisch wie theologisch besonders eindringlich erfahrbar werden, sind in dieser Einspielung nacherlebbar.

Die Musikalischen Exequien (1636) bedeuten einen Höhepunkt der mitteleuropäi-schen Musikkultur des 17. Jahrhunderts. Heinrich Schütz verdichtete verschiedene Bibelstellen zu einer ergreifenden Begräbnismesse, in der Text, Musik und Raum zu einem Gesamtkunstwerk mit erlösender Perspektive verschmelzen. Im Grunde handelt es sich um einen vertonten Sarg! Denn die Texte der Musikalischen Exequien finden sich zu allererst auf einem edlen Kupfersarg, den Heinrich Posthumus Reuß, der mitteldeutsche Adlige, bereits zu Lebzeiten für seine eigene Begräbnisfeier anfertigen ließ. Und Schütz lieferte dann die Begräbnismusik.

Die Heinrich-Schütz-Gesamteinspielung (2011-2017) unter der musikalischen Gesamtleitung von Hans-Christoph Rademann ist eine Kooperation des Dresdner Kammerchores mit dem Carus-Verlag Stuttgart und MDR Figaro. Die Gesamteinspielung wird unterstützt durch die Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank. Weitere Informationen: www.musikfest-erzgebirge.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.