Ute Karen Seggelke: »Ich erkenne, hier sind meine Wurzeln.«

Wo komme ich her, wie wurde ich zu der, die ich bin? Fragen wie diese bewegen Frauen immer wieder. Für ihr neues Buch hat Ute Karen Seggelke je drei Frauen einer Familie porträtiert: Großmutter, Mutter und Tochter. Zehn solcher »Trios« versammelt das Buch.

Die Leserin erfährt aus dem Leben von Schauspielerinnen und Musikerinnen, Bäuerinnen und Handwerkerinnen. Man begegnet z.B. Charlotte Knobloch, bis 2010 Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, der weltbe-rühmten Klarinettistin Sabine Meyer und der Berliner Theaterschauspiele-rin Inge Keller. Wenn die Frauen erzählen, scheinen spannende Muster in den Beziehungen zwischen den drei Generationen auf. Ob von tiefer Verbundenheit oder von Abgrenzung die Rede ist eines empfinden alle Befragten: »Ich erkenne, hier sind meine Wurzeln.«

Ute Karen Seggelke, 1940 in Braunschweig geboren, verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Hamburg. Nach ihrer Ausbildung zur Fotografin war sie Mitarbeiterin der Theaterfoto-grafin Rosemarie Clausen und des Architekturfotografen Heinrich Heidersberger. Zwölf Jahre lehrte Ute Karen Seggelke an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig (Fotografie in Kunstpädagogik und Freier Kunst). Die Fotodesignerin und Autorin hat zudem das Museum für Photographie in Braunschweig mitbegründet und über viele Jahre geleitet.

Heute lebt und arbeitet Ute Karen Seggelke als freie Fotografin in Hamburg und Nordfriesland. Ihre Schwerpunkte sind Menschendarstellung, Architekturfoto-grafie und Kulturreportagen. So porträtiert sie Künstler, Politiker und Manager und entwirft Bildstrecken für diverse Zeitschriften. Ihre Fotografien reflektieren die Lebensumstände und Beziehungen von Menschen, ihr Verhältnis zu Alter und Schönheit. Für ihre Arbeit wurde Ute Karen Seggelke vom Art Directors Club und der Stiftung Buchkunst ausgezeichnet. In ihrer Freizeit widmet sie sich dem Lesen und Schreiben und interessiert sich für Sprachen, Ballett und Reisen.Weitere Informationen: www.gerstenberg-verlag.de

Berlusconi: »Willkommen im großen italienischen Staatstheater. Unterhaltung garantiert«

Er verehrt seine Mamma, schwärmt für Fußball, vergöttert seine fünf Kinder aus zwei Ehen und hält es auf feucht-fröhlichen Feiern noch länger aus als auf der Kirchenbank. Also ist er einer von uns, schlussfolgern viele Italiener. Die Benachteiligten der Gesellschaft erreicht er – ob bewusst oder nicht – gerade durch seine Aussetzer: Noch 2010 sagt er „Gogol“ statt „Google“. Oder fragt arglos, wofür eigentlich diese neue Sache, das Internet, gut sei. Vermutlich auch dafür, seine vielen Fauxpas zu dokumentieren. Wenn er Queen Elizabeth, Barack Obama oder Angela Merkel trifft, sind diploma-tische Possenspiele garantiert. Langeweile kommt in seinem Staatstheater nicht auf.

Über Silvio Berlusconi scheint alles Wichtige längst gesagt – zumal in Deutschland, wo seine Fürsprecher nicht einmal eine Eckkneipe füllen könnten. Die wichtigste Frage allerdings harrt nach wie vor der Erklärung: Warum eigentlich haben die Italiener Berlusconi drei Mal – 1994, 2001 und 2008 – zum Ministerpräsidenten ihres Landes gewählt?

Beppe Severgnini beleuchtet satirisch-ernst die wichtigsten Aspekte dieses leicht unheimlichen Erfolges. Neben der italienischen Tradition der Ein-Mann-Herrschaft und dem lamentablen Zustand der Opposition wären das z. B. der Chamäleon-Faktor (Berlusconi passt sich vielen Umgebungen an), der Haremsfaktor (mit 73 Jahren keine Selbstverständlichkeit) und der menschliche Faktor (wozu auch seine Entgleisungen zählen). Weitere Informationen: www.randomhouse.de

Meinungsmache: »Ein kritisches Buch für kritische Bürger, das die Lust am Zweifel weckt!«

Viele Wähler schließen mit der Politik ab, denn diese wird zunehmend über ihre Köpfe hinweg gemacht.

Damit die Menschen trotzdem schlucken, was man ihnen vorsetzt, beeinflussen parteiische Experten und gezielte Kampagnen massiv die öffentliche Meinung.

Albrecht Müller deckt auf, wer diese Kampagnen steuert und wie wir manipuliert werden.

Ein kritisches Buch für kritische Bürger, das die Lust am Zweifel weckt – eine Anleitung zum Selberdenken, die auch verrät, woran wir erkennen, dass wir manipuliert werden sollen, und wo und wie wir uns noch zuverlässig informieren können. Weitere Informationen: www.droemer-knaur.de

Seniorentreff: »Es ist großartig, 65 zu sein!«

Es ist großartig, 65 zu sein! Man kann sich langweilen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, man kann andere Leute stundenlang aus seinem (eigentlich nicht sonderlich) bewegten Leben erzählen, ohne dass die den Mut hätten, einen zu unterbrechen (schließlich ist man jetzt eine Respektsperson!), man kann ungestraft jammern, und man kann sich überglücklich eingestehen, dass es für gewisse Dinge nun wirklich einfach zu spät ist, und die Balletttänzerinnenkarriere getrost vergessen … Virginia Ironside beweist in ihrem neuen Buch erneut auf überzeugende und äußerst witzige Weise, dass es Spaß macht, die ewige Jugend hinter sich zu lassen!

Virginia Ironside begann ihre berufliche Laufbahn als Journalistin und veröffentlichte im Alter von zwanzig Jahren ihr erstes Buch. In den Sechzigern schrieb sie eine Rockmusik-Kolumne für die „Daily Mail“ und wechselte später als Kummerkastentante zur Zeitschrift „Woman“. Sie arbeitete für den „Sunday Mirror“ und „Today“ und hat eine wöchentliche Kolumne mit Ratschlägen für alle Lebensfragen im „Independent“. Virginia Ironside hat bereits mehrere Ratgeber sowie Kinderbücher verfasst. Die Autorin lebt und arbeitet in London. Weitere Informationen: www.randomhouse.de

Salutogenese – »Neue Gesundheitskonzepte und die Entfaltung einer Integrativen Medizin«

In jüngster Zeit haben sich neue Gesundheitskonzepte entwickelt, die „salutogenetisch“ ausgerichtet sind. In der pathogenetisch orientierten Schulmedizin steht die Krankheit im Vordergrund, also die Frage nach den Faktoren, die uns krank machen, während es bei der Salutogenese um die Frage geht, was uns gesund werden lässt oder gesund erhält.

Durch diesen Perspektivwechsel gewinnt die individuelle Gestaltung des Lebens für die Gesundheit an Bedeutung: eine gesundheits-förderliche Lebenshaltung und -führung, soziale Kontakte, Kreati-vität, Lebenssinn und Selbstver-wirklichung. »Salutogenese« wird der Schlüsselbegriff für die Gesundheitsdebatte der kommenden Jahre.

Marco Bischof zeigt, wie sich heute eine integrative Medizin heraus-bildet, in welcher der selbstverantwortliche, kreative Mensch und sein subjektives Empfinden für Gesundheit im Mittelpunkt stehen.
Weitere Informationen: www.drachenverlag.de

Tahar Ben Jelloun: »Das Zentrum der Welt hat sich nach Nordafrika verlagert«

Das Zentrum der Welt hat sich nach Nordafrika verlagert. Ägypten, Tunesien, Libyen. Welche anderen Länder werden noch folgen? Das Volk geht auf die Straße und besetzt die Plätze: Kifaya – es reicht! Manchmal solidarisieren sich Polizei und Militär und alles geht ganz schnell, in anderen Fällen wird die Revolte blutig unterdrückt. Diese Länder sind dabei, den Wert von bürgerlichen Freiheiten und der Autonomie des Individuums zu entdecken, erklärt Tahar Ben Jelloun.

Es ist wie der Fall einer riesigen Berliner Mauer. Nichts wird mehr sein wie zuvor, weder in der arabischen noch in der westlichen Welt. Nach seinen Bestsellern über den Rassismus und über den Islam wendet sich der marokkanische Autor mit französischem Pass der unmittelbaren Aktualität zu, erklärt die kulturellen und historischen Hintergründe, stellt aber auch ein paar unbequeme Fragen an den Westen. Weitere Informationen: www.berlinverlage.de

Freya von Moltke: »Ein Leben. Ein Jahrhundert.«

Freya von Moltke (1911–2010) war eine Symbolfigur des bürgerlichen Widerstands gegen Hitler: Gemein-sam mit ihrem Mann Helmuth James bildete sie den Kern des «Kreisauer Kreises». Heimlich trafen sich die Regimegegner auf dem Gut der Familie, um Pläne für ein demokra-tisches Deutschland zu schmieden.

Während ihr Mann Anfang 1944 verhaftet und später zum Tode verurteilt wurde, fand Freya mit den zwei Söhnen Zuflucht zuerst in Südafrika, dann in den USA. Nicht nur hielt sie als eine der letzten Zeitzeuginnen das Andenken an die Widerstandskämpfer wach, sie spielte auch eine maßgebliche Rolle im schwierigen Prozess der deutsch-polnischen Annäherung – und wurde zu einer der herausragenden Frauengestalten des letzten Jahrhunderts.

Auf der Grundlage bisher nicht beachteter Quellen zeichnet Sylke Tempel das wechselvolle Leben Freya von Moltkes nach: von den frühen Jahren im Kölner Bankiershaushalt, ihrer Studienzeit im Hitler-Deutschland, die sie mit einer juristischen Promotion abschloss, bis hin zu ihrer Schlüsselrolle im deutschen Widerstand und ihrem Wirken nach dem Krieg. Das Lebensporträt einer beeindruckenden, mutigen Frau – und ein lebendiges Panorama der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Sylke Tempel, geboren 1963 in Bayreuth, studierte Geschichte, Politische Wissen-schaften und Judaistik. Nach ihrer Promotion wurde sie Nahostkorrespondentin der „Woche“, später Redakteurin der „Jüdischen Allgemeinen“. Weitere Informationen: www.rowohlt.de

Helmuth James von Moltke: »Geschichte einer Kindheit und Jugend«

Helmuth James von Moltke, 1945 hingerichtet, gilt als «der beste Kopf des deutschen Widerstands gegen Hitler» (Die Zeit). Auf der Grundlage vieler bislang unbekannter Quellen porträtiert dieses Buch den Gründer des Kreisauer Kreises als Kind und jungen Mann. Moltkes Entwicklung und Persönlichkeit schildert Jochen Köhler stilistisch brillant und mit außergewöhnlichem Einfühlungs-vermögen. Zugleich entwirft er das Panorama eines Lebensgefühls und einer ganzen Epoche.

Jochen Köhler (1944–2007) wurde, wie er selber sagte, stark von der 68er-Bewegung geprägt. Er lebte in Berlin, arbeitete als Lehrer und hat ein viel beachtetes Buch über das Leben einfacher Leute in Berlin zwischen 1933 und 1945 geschrieben: „Klettern in der Großstadt“ (Berlin 1979). Weitere Informationen: www.rowohlt.de

Berlin Verlag: »Ein erhellendes und ermutigendes Buch für alle, die in ihren besten Jahren sind oder sie noch vor sich haben.«

Wer die vierzig überschreitet, gilt in unserer nach dauerhafter Jugend strebenden Gesellschaft ja schon fast als alt: Die ersten Falten sind nicht zu übersehen, das Haar ergraut, und selbst das Gehirn zeigt erste beun-ruhigende Ausfallerscheinungen. Man vergisst Namen, findet den Schlüssel nicht mehr und ist oft nicht so ganz bei der Sache. Der Weg von der Midlifecrisis in die Demenz scheint da geradezu vorgezeichnet zu sein.

Wir wissen inzwischen viel darüber, wie sich das Gehirn von Kindern und Jugendlichen entwickelt, und darüber, wie es sich im hohen Alter verhält, doch ausgerechnet unsere Kenntnisse über das Gehirn in den „besten Jahren“, also bei 40- bis 65-Jährigen, waren bislang dürftig.

Die Wissenschaftsautorin Barbara Strauch schließt diese Lücke. Ihre Gespräche mit Hirnforschern und Psychologen machen deutlich, dass wir das Leistungsvermögen des „erwachsenen“ Gehirns komplett unterschätzen. Anschaulich erklärt Strauch, dass es keineswegs einfach abbaut und krisenanfällig wird, sondern sich in vieler Hinsichtals ausgesprochen reif, leistungsfähig und ausgeglichen entpuppt. Wir erkennen Muster besser, verarbeiten Informationen schneller und können Situationen schneller einordnen. Was heißt da schon „alt“?! Weitere Informationen: www.berlinverlage.com

Susan Cain: »Ein glänzendes Plädoyer für die Qualitäten der Stille«

»Ein leerer Topf klappert am lautesten«. Aber wer der Welt etwas Bedeutendes schenken will, benötigt Zeit und Sorgfalt, um es in Stille reifen zu lassen. »Still« ist ein Plädoyer für die Ruhe, die in unserer Welt des Marktgeschreis und der Klingeltöne zu verschwinden droht. Und für leise Menschen, die lernen sollten, zu ihrem »So-Sein« zu stehen. Ohne sie hätten wir heute keine Relativitätstheorie, keinen »Harry Potter«, keine Klavierstücke Chopins, und auch die Suchmaschine „Google“ wäre nie entwickelt worden.

»Still« baut eine Brücke zwischen den Welten, kritisiert aber das gesellschaftliche Ungleichgewicht zugunsten der Partylöwen und Dampfplauderer. Es herrscht eine »extrovertierte Ethik«, die stille Wasser zwingt, sich anzupassen oder unterzugehen. Ihre Eigenschaften – Ernsthaftigkeit, Sensibilität und Scheu – gelten eher als Krankheitssymptome denn als Qualitäten. Zu unrecht, sagt Susan Cain, und stellt sich gegen den Trend, der »selbstbewusstes Auftreten« verherrlicht. »Still« ist das Kultbuch für Introvertierte, hilft aber auch Extrovertierten, ihre Mitmenschen besser zu verstehen. Weitere Informationen: www.randomhouse.de