Nadia Murad, Ich bin eure Stimme

Das Mädchen, das dem Islamischen Staat entkam und gegen Gewalt und Versklavung kämpft. Am 3. August 2014 endet das Leben, wie Nadia Murad es kannte. Truppen des IS überfallen ihr jesidisches Dorf Kocho im Norden Iraks. Sie töten die Älteren und verschleppen die Jüngeren. Kleine Jungen sollen als Soldaten ausgebildet werden. Die Mädchen werden verschleppt und als Sklavinnen verkauft. An diesem Tag verliert Nadia Murad 44 Angehörige. Für sie beginnt ein beispielloses Martyrium: Drei Monate ist sie in der Gewalt des IS, wird Opfer von Demütigung, Folter, Vergewaltigung. Nur mit Glück und unvorstellbarem Mut gelingt ihr die Flucht vor ihren Peinigern. Sie schafft es in ein Flüchtlingslager und kommt von dort aus nach Deutschland. Tausende andere junge Frauen befinden sich bis heute in der Gewalt des IS. Deren Stimme zu sein und sie zu befreien hat Nadia Murad sich zur Aufgabe gemacht. Heute kämpft sie dafür, dass das Verbrechen des IS als Völkermord anerkannt wird und die Verantwortlichen vor den Internationalen Strafgerichtshof gestellt werden.

Die Vereinten Nationen ernannten Nadia Murad zur Sonderbotschafterin, darüber hinaus wurde sie für den Friedensnobelpreis nominiert und mit dem Vaclav-Havel-Preises für Menschenrecht ausgezeichnet. Nun erzählt sie ihre bewegende Geschichte. Weitere Infomationen: www.randomhouse.de

Michael Zichy, Menschenbilder

Menschenbilder sind wichtig, darüber ist sich die Wissenschaft einig. Nicht von ungefähr spielt die Berufung auf ein Menschenbild in vielen öffentlichen Debatten eine zentrale Rolle. Doch was ist überhaupt gemeint, wenn von einem "Menschenbild" die Rede ist? Was sind die Inhalte dieser Bilder? Welche Funktion haben und welche Rolle spielen sie? Vor allem aber: Welche Auswirkungen haben Menschenbilder im Alltag? Sind Menschenbilder tatsächlich, wie manche meinen, das Fundament unserer moralischen und politischen, ja selbst der existenziellsten Orientierungen im Alltag? 

Fragen wie diese sind bislang weitgehend unbeantwortet geblieben. Denn so beliebt und zentral der Begriff des Menschenbildes ist, so unbestimmt ist er; er besitzt kein wissenschaftliches Profil. Bis heute gibt es keine gründliche theoretische Untersuchung zum Begriff und keinen Versuch, das Phänomen Menschenbild im Allgemeinen theoretisch umfassend zu bestimmen. Selbst in manchen Nachschlagewerken sucht man den Terminus vergebens. Eben dieser längst überfälligen Forschungsarbeit nimmt sich dieses Buch an: der Klärung des Begriffs "Menschenbild" einerseits und der allgemein-theoretischen Bestimmung des Phänomens Menschenbild andererseits. Ziel ist es, damit der verbreiteten Rede vom Menschenbild endlich ein tragfähiges wissenschaftliches Fundament zu verleihen. Weitere Informationen: www.alber-verlag.de

Richard David Precht, Erkenne die Welt

Erkenne die Welt stand weit oben auf meinem Wunschzettel, dennoch wagte ich mich nur mit einer gehörigen Portion Respekt daran. Sporadisch hatte ich mich immer wieder intensiver mit der Philosophie befasst, mich jetzt aber mit diesem Sachbuch auseinanderzusetzen, wollte gut geplant sein. Denn Lesen allein ist nicht alles. Es muss schließlich auch verdaut und hinterfragt werden. Dabei kamen eigen Anschauungen auf den Prüfstand und neue Erkenntnisse müssten sich im Alltag bewähren. Richard David Precht erhebt selbst nicht den Anspruch der Vollständigkeit für sein Werk. Es ist ein gut geordneter Abriss, mehr können die 576 Seiten auch nicht hergeben. Aber zwei weitere Bände zu dieser Geschichte der Philosophie sind ja noch im Entstehen. In diesem 1. Band widmet sich Precht speziell um die Geschichte der Philosophie in der Antike und im Mittelalter.

Vieles war neu für mich, vieles aber auch bekannt, manches wurde in ein anderes Licht gerückt. Aber so geballt und im Zusammenhang betrachtet bekommt der interessierte Laie ein gutes Rüstzeug in die Hand, um die Welt ein wenig besser verstehen zu können. Das Buch ist gut durchdacht, logisch aufgebaut und hochinteressant. Ein wenig bedaure ich es, dass es solch ein allgemeinverständliches Werk nicht gab, als ich als Jugendliche die Welt zu erkennen und zu hinterfragen begann. Weitre Informationen: www.randomhouse.de

Nicolaus Schneider, Als flögen wir davon

Als wir Kinder waren, war man mit siebzig Jahren alt und mit achtzig eine Greisin. Dies hat sich in unserer westlichen Welt durch viele günstige Lebensumstände massiv geändert. Viele Menschen starten mit Eintritt ins Rentenalter noch einmal "richtig durch". Der Erkenntnis, den Zenit des Lebens überschritten zu haben, kommt aber niemand aus. Wer auf ein langes Leben zurückblickt, wird seine/ ihre je eigenen Schlüsse ziehen: Würde ich es noch einmal so machen? Wie gestalte ich den Rest meines Lebens? Bereite ich mich auf den Tod vor oder verdränge ich die Tatsache meiner Sterblichkeit? Nikolaus Schneider, der wie kein anderer öffentlich und dennoch zutiefst persönlich über das Sterben gesprochen hat, will von seinen Gesprächspartner*innen - z.T. Weggefährt*innen - wissen, wie bewusst sie sich auf die letzte Wegstrecke machen. Gedanken von Franz Alt, Christine Bergmann, Eleonore Frey, Gisela und Manfred Kock, Hans Küng, Lore Maria Peschel-Gutzeit, Fulbert Steffensky, u.v.a.m. Weitere Informationen: www.randomhouse.de

Margot Käßmann, Was uns Zuversicht gibt

Die Reformationsbotschafterin predigte in den vergangenen sieben Jahren in unzähligen Kirchen weltweit und vor millionenfachem Publikum. Und immer reiste sie mit Handgepäck: der Bibel. Die für sie wichtigsten biblischen Texte bringt die begabte Rednerin in den Dialog mit den Fragen nach Frieden und Gerechtigkeit, aber auch dem privaten Glück. Emphatisch zeigt sie, wie Menschen zu allen Zeiten Zuversicht aus den biblischen Schriften schöpften. Weitere Informationen: www.randomhouse.de

 

Ellen Überschär, religiös & ruhelos

Mehr Politik, weniger Staat. Sie hat es noch erlebt, die Peinlichkeit, in der religionsfeindlichen Schule für ihren Glauben verspottet zu werden: Ellen Ueberschär, heute Generalsekretärin des Evangelischen Kirchentages, war zu Zeiten der Friedlichen Revolution gerade mal Anfang 20. Und sie hat erlebt, wie ein mutiges Bekenntnis Mauern zum Einstürzen bringt. Religion ohne politische Einmischung ist für Ellen Ueberschär daher undenkbar. Christliche Werte in der pluralen Gesellschaft und im Dialog der Religionen, Beteiligungskirche statt Betreuungskirche und eine reflektierte Religiosität sind die Stichworte der Zukunft. Weitere Informationen: www.randomhouse.de

Christoph Markschies, Aufbruch oder Katerstimmung?

Was bleibt vom Reformationsjubiläum, wenn der letzte festliche Gottesdienst gefeiert und der letzte wissenschaftliche Vortrag gehalten ist? Gibt es den allseits erhofften ökumenischen Aufbruch, den Viele als längst überfällig empfinden? Oder kommen wir gar in der multireligiösen Gegenwart an, in der künftig christliche, islamische und jüdische Theologie an einer Fakultät gelehrt werden? Christoph Markschies, der den Grundlagentext der EKD "Rechtfertigung und Freiheit" entscheidend geprägt hat, schildert den Weg des Jubiläums durch Gremienarbeit, mediale Öffentlichkeit, wissenschaftliche Kritik und weltweite Rezeption. Wegweiser in die Zukunft werden sichtbar: Das Reformationsgedenken feiert Versöhnung statt Spaltung; Wissenschaftler und Kirchenämter diskutieren über Christsein heute; Theologie gewinnt öffentliche Relevanz. Weitere Informationen: www.randomhouse.de

Menahim Pressler/Holger Noltze, Dieses Verlangen nach Schönheit

Mit über 90 Jahren gehört Menahem Pressler zu den ältesten aktiven Konzertpianisten der Welt. Lange war er vor allem als Pianist des Beaux Arts Trios bekannt – 53 Jahre hatte das Ensemble Bestand. In Gesprächen des Jahrhundertpianisten mit dem Musikjournalisten Holger Noltze entstand das Buch »Das Verlangen nach Schönheit«.

Nach Auflösung des Ensembles schloss Pressler eine faszinierende Karriere als Solist an: mit Konzerten und Aufnahmen, die Lektionen in Schönheit sind. Das erste Buch, das mit und über ihn in deutscher Sprache erscheint, entstand in Zusammenarbeit mit dem Musikjournalisten Holger Noltze über sein Leben für die Musik, das Glück des Hörens und Spielens – und das immer wache Verlangen nach Schönheit. »Wir wissen«, sagt Pressler, »dass für uns das Leben aufhört ohne die Musik, dass es ein Irrtum wäre, eine Öde. Aber wer die Ohren hat zu hören, spürt den Reichtum der Welt.« Am 12. Dezember setzten beide ihr Gespräch über Presslers Lebenswerk und die Frage nach Wesen und Wirkung der Musik im KörberForum fort. Weitere Informationen: www.koerber.stiftung.de

Julian Nida-Rümelin, Über Grenzen denken

Über zwei Milliarden Menschen leben weltweit in bitterster Armut, leiden unter Hoffnungslosigkeit, Hunger, Unterdrückung und Krieg. Über 65 Millionen von ihnen waren allein im letzten Jahr auf der Flucht, viele Menschen weltweit erhoffen sich ein besseres Leben in Europa oder Nordamerika. Hilfe tut also dringend not – aber sind offene Grenzen die richtige Antwort auf das Elend in der Welt?

Diese Ansicht findet viele Fürsprecher, doch der Philosoph Julian Nida-Rümelin ist überzeugt: Offene Grenzen würden das Elend nicht wesentlich mildern, sondern die Herkunftsregionen sogar weiter schwächen und die sozialen Konflikte in den aufnehmenden Ländern verschärfen. Eine Lösung für die beschämenden humanitären Skandale unserer Zeit sind sie nicht. Weitere Informationen: www.koerber-stiftung.de

Uwe Jean Heussler, Kapitalismus inklusive

Mit großer Sorge beobachtet der Wirtschaftsjournalist Uwe Jean Heuser die zunehmende Spaltung der westlichen Gesellschaften. Auch in Deutschland ist die fundamental demokratische Überzeugung, dass alle eine faire Chance auf Wohlstand und Partizipation haben, verschwunden. Abstiegssorgen und Angst reißen die Gesellschaft immer weiter auseinander. Das ist eine Frage geteilter Normen und Werte, aber nicht weniger eine wirtschaftliche Frage, erklärt Heuser: Der Kampf um die liberale Demokratie ist auch einer um einen neuen Kapitalismus. 

Heuser entwirft eine Vision guten gesellschaftlichen Zusammenlebens, mit einem empathischen Kapitalismus, der Wirtschaft und Gesellschaft in Balance bringt. Er diagnostiziert die gesellschaftlichen Fliehkräfte, von einer verfehlten Geld- und Finanzpolitik über die Bauernfängermethoden der Populisten und die Gutsherrenart internationaler Konzerne bis zum Vertrauensverlust der Medien. Keine dieser Krisen, so Heuser, lässt sich ohne ihre wirtschaftlichen Aspekte begreifen. Und so groß die Verführungsmacht autoritativer und protektionistischer Wirtschaftssysteme sein mag, auf Dauer manifestieren sie die Spaltung weiter und berauben die Gesellschaft ihrer Zukunftsfähigkeit. 

Wenn sich das kapitalistische System auch grundsätzlich bewährt hat, müssen wir doch seine Regeln und Gesetzmäßigkeiten neu aushandeln: Statt eines exklusiven, der den Menschen Teilhabe verwehrt, brauchen wir einen inklusiven Kapitalismus! Weitere Informationen: www.koerber-stiftung.de