Angriff auf die Freiheit: »Sicherheitswahn, Überwachungsstaat und der Abbau bürgerlicher Rechte«

Alle sind scharf auf private Daten. Der Staat möchte die biologischen Merkmale der Bürger kennen. Die Wirtschaft kann gar nicht genug Informationen über die Vorlieben ihrer Kunden sammeln. Arbeitgeber suchen mit illegalen Überwachungs-maßnahmen nach schwarzen Schafen unter ihren Mitarbeitern.

Die Warnungen vor Terror und Kriminalität und die Annehmlichkeiten von Plastikkarten und Freundschaften im Internet lenken von einer Gefahr ab, die uns allen droht: dem transparenten Menschen.

»Wollen Sie warten, bis Ihren Kindern bei der Geburt ein Chip ins Halsfleisch gepflanzt wird, der eine sechzehn-stellige Personenkennzahl enthält und über Satellit zu orten ist (so wie es bei Ihrem Haustier, falls Sie eins haben, schon der Fall ist)?«

»In ihrer provokanten Streitschrift rufen Juli Zeh und Ilija Trojanow dazu auf, dem Ausverkauf der Privatsphäre den Kampf anzusagen«, so die Berliner tageszeitung. Weitere Informationen: www.dtv.de

Hildegard Hamm-Brücher: »Das Lernen aus den Irrtümern der Geschichte und die Verteidigung der Freiheit«

Hildegard Hamm-Brücher, die Grande Dame der deutschen Politik, blickt auf die Zeit seit dem Ende der Nazi-Diktatur zurück und wirbt eindring-lich für ihre großen Lebensthemen – das Lernen aus den Irrtümern der Geschichte, die Stärkung der Demokratie und die Verteidigung der Freiheit.

Hildegard Hamm-Brücher ist eine der bedeutendsten Frauen der deutschen Politik seit 1945. Die langjährige Abgeordnete, Staatsministerin und Präsidentschaftskandidatin mischte sich auch nach dem Ausscheiden aus ihren Ämtern immer wieder vernehmbar in gesellschaftliche und politische Debatten ein. Für ihr Enga-gement, vor allem in Demokratie- und Bildungsfragen, wurde sie mehr-fach ausgezeichnet. Die in München lebende Politikerin hat zahlreiche Bücher geschrieben und herausgegeben. Am 11. Mai 2011 feiert sie ihren neunzigsten Geburtstag. Weitere Informationen: www.randomhouse.de

AT-Verlag Schweiz: »Gartenhäuser, Lauben & Pavillons«

Gartenhäuser und Pavillons, Geräteschuppen und lauschige Lauben beleben unsere Gärten und wecken Kindheitserinnerungen. Ob nützlich oder dekorativ, modern oder traditionell – sie sind Ausdruck einer Rückkehr zu unseren Wurzeln und zeugen vom Genuss des Lebens im Freien.

Dieses Buch präsentiert in über 200 Fotos eine reiche Auswahl an einfachen Bauten für die verschiedensten Gartentypen. Es zeigt alles, was Sie wissen müssen, um selbst ein Gartenhaus, eine Laube oder einen Unterstand zu bauen, zu gestalten und instand zu halten. Mit vielen praktischen Tipps und grundlegenden technischen Angaben, ergänzt durch detaillierte Zeichnungen. Eine Quelle der Inspiration für alle, die ein eigenes Gartenhaus, eine Laube oder einen Pavillon bauen und gestalten wollen! Weitere Informationen: www.atverlag.ch

Wolfgang Hetzer: »Die heimlichen Herrscher und ihre politische Handlanger«

Sollen die steuerzahlenden Bürger tatsächlich die einzigen sein, die für die Finanzkrise zur Kasse gebeten werden? Wolfgang Hetzer untersucht, ab wann die Konstruktion undurchschaubarer Finanzprodukte kriminell ist, und zeigt die fließenden Übergänge von professionellem zu wirtschaftskriminellem Handeln. Vor allem aber fragt er, wie die Akteure strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden können.

Die Finanzkrise ist kein Ergebnis einer Naturkatastrophe, wie uns häufig vorgegaukelt wird. Außerdem unterstellt der Begriff „Krise“, dass es sich um ein vorübergehendes Ereignis handelt, das durch Krisenmanagement beherrschbar ist. So wird davon abgelenkt, dass Organisationen, Institutionen, Einzelpersonen und Gruppen – als übliche Bankengeschäfte getarnt – hemmungslos ihre eigenen Interessen verfolgt haben. Mit krimineller Energie haben sie große Mengen Geld bewegt und in Netzwerken, die der Organisierten Kriminalität vergleichbar sind, dubiose Geschäfte getätigt. Doch die strafrechtliche Aufarbeitung des Geschehens hat bisher nicht stattgefunden. Wolfgang Hetzer fragt nach den Gründen und untersucht, welche Straftatbestände greifen könnten. Für ihn ist es höchste Zeit, dass das traditionell gegen die „Unterschicht“ eingesetzte Strafrecht auch endlich gegen die „Oberschicht“ angewendet wird.

Wolfgang Hetzer, Dr. der Rechts- und Staatswissenschaft, leitet seit 2002 die Abteilung „Intelligence: Strategic Assessment & Analysis“ im Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) in Brüssel. Zuvor Referatsleiter im Bundeskanz-leramt, zuständig für die Aufsicht über den BND in den Bereichen Organisierte Kriminalität, Geldwäsche, Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen und strategische Überwachung der Telekommunikation. Weitere Informationen: www.westendverlag.de

Wie die Angst vor Kriminalität den Rechtsstaat aushöhlt

Es ist paradox: Obwohl so restriktiv bestraft wird wie seit Jahrzehnten nicht, halten die Bürger die Justiz für zu lasch. Dahinter steht eine Stimmungsmache auf Kosten von Menschen ohne Lobby, von Gefangenen, die bewusst zu Monstern stilisiert werden. Kai Schlieter erzählt Unglaubliches und Unbekanntes aus der Welt hinter Gittern.

Kinderschänder und Vergewaltiger prägen die Vorstellung vom Ver-brecher. Manche werden zu Medien-stars, doch nach der Verurteilung verschwinden auch sie hinter den Mauern. Gefängnisse zählen zu den schattigsten Regionen der Gesell-schaft. Wo keine Öffentlichkeit ist, herrscht auch im Rechtsstaat Willkür.

Kai Schlieter sprach mit Mördern, Räubern und anderen Verbrechern, besuchte prominente Gerichtspsychiater, Forensiker und Kriminologen. Er zeigt, was sich in der Welt hinter Gittern wirklich abspielt, und kommt letztlich zu dem Schluss: Der jetzige Vollzug schadet unserer Gesellschaft mehr, als dass er ihr nutzt. Weitere Informationen: www.westendverlag.de

Tahar Ben Jelloun: »Arabischer Frühling«

Aktueller Essay zu den Revolten in den arabischen Ländern Tahar Ben Jelloun, einer der bedeutendsten Schriftsteller des Maghreb, bezieht mit einem aktuellen Essayband Stellung zu den Unruhen in den arabischen Staaten. Arabischer Frühling. Vom Wiedererlangen der arabischen Würde erscheint am 16. April als Originalausgabe im Berlin Verlag.

Der Aufstand in den arabischen Staaten ist eine Revolte neuen Typs, beobachtet Ben Jelloun: Spontan und improvisiert, wird er von einer jungen Generation getragen, die – dank Internet – die Fenster zur Außenwelt aufgerissen hat und der Macht der Despoten frei von Angstentgegentritt. Diese Generation entdeckt die Würde des Einzelnen und bringt dadurch die despotischen Systeme zum Einsturz. Ein Epochenbruch, der dem Fall der Berliner Mauer gleichkommt, konstatiert BenJelloun: unaufhaltsam und nicht rückgängig zu machen.

Ben Jelloun ist überzeugt, dass die Unruhen nicht im Islamismus münden werden. Im Gegenteil bedeuten sie die Niederlage des Islamismus: „Facebook, Twitter, Internet und neue Vorstellungswelten haben den […] Islamismus hinweggefegt“, stellt Ben Jelloun fest. Ben Jelloun analysiert in Arabischer Frühling scharfsichtig und ohne Furcht vor klarer Stellungnahme die Situation in den einzelnen betroffenen Staaten. Er sieht den Westen durch seine langjährige Unterstützung der Diktatoren in der Verantwortung. Und er warnt davor, dass das Erwachen der arabischen Würde auch vor den prekären multikulturellen Vororten europäischer Großstädte nicht Halt machen wird.

Neben essayistischen benutzt Ben Jelloun genuin dichterische Mittel. Er blickt den entmachteten Despoten Mubarak und Ben Ali in den Kopf und schildert das Geschehen aus ihrer Perspektive des verbohrten Unverständnisses. In einer eindrucksvollen literarischen Novelle setzt er sich mit der Selbstverbrennung des tunesischen Gemüsehändlers Mohamed Bouazizi auseinander, die zum Fanal für die Wiedererlangung der arabischen Würde wurde.

Tahar Ben Jelloun wurde 1944 in Fès (Marokko) geboren, er lebt heute in Paris und Tanger. 1987 wurde er für seinen Roman Die Nacht der Unschuld mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet. Im Berlin Verlag sind u.a. erschienen: Das Schweigen des Lichts; Papa, was ist der Islam?; Verlassen; Die Früchte der Wut; Yemma – Meine Mutter, mein Kind und Zurückkehren. Tahar Ben Jelloun gilt als bedeutendster Vertreter der französischsprachigen Literatur des Maghreb. Weitere Informationen: www. bloomsbury-verlag.de

Kurioses aus Ministerien, Rathäusern und anderen Amtsstuben

Meisterleistungen der Beamtensprache hat Norbert Golluch-Buberl aufgesammelt und mit Urban Priol als Sprecher auf eine CD gebracht. »Herrlich blöd!« titelt Der Stern.

Aber hören Sie, was kommt:
»Stirbt ein Bediensteter während der Dienstreise, so ist damit die Dienst-reise beendet« oder »Ehefrauen, die ihren Mann erschießen, haben nach einer Entscheidung des Bundessozial-gerichtshofs keinen Anspruch auf Witwenrente.«

Umständlich schön, unfreiwillig komisch, aber immer streng nach dem Buchstaben des Gesetzes: ein prall gefülltes Hörbuch mit Meisterwerken der Behördenprosa. Wir haben es immer gewusst: Die wahren Sprachschöpfer sitzen in unseren Amtsstuben und in den Ministerien, die Gesetzestexte verfassen. Die Fülle der ambitionierten Wort- und Sprachspiele lässt so manchen Lyriker und verdienten Prosaisten vor Neid erblassen, so der eichborn Verlag. Weitere Informationen: www.eichborn.de

Eberhard Görner: »In Gottes eigenem Land – Heinrich Melchior Mühlenberg – der Vater des amerikanischen Luthertums«

Als Prediger geht der Theologe Mühlenberg 1742 im Auftrag der Franckeschen Stiftungen nach Britisch-Nordamerika. Doch seine Mission durchzusetzen, ist schwerer als gedacht.

Durch Ignoranz, Egoismus, Macht-kämpfe zwischen den religiösen Sekten, durch Entbehrungen, Geldmangel, Kriege und seine wechselvolle Beziehung zu dem Delawaren-Häuptling „Fliegender Pfeil“ wird sein Glaube auf eine harte Probe gestellt. Mit Zitaten aus historischen Dokumenten erzählt der Roman aus dem Leben des Patriarchen des amerikanischen Protestantismus.

Eberhard Görner, geb. 1944, Dramaturg und Autor, zahlreiche Literaturverfilmungen, wie „Der kleine Herr Friedemann“ und „Nicolaikirche“, die auch mit nationalen und internationalen Preisen geehrt wurden; Filmporträts; Publizist und Buchautor, 2009 erschien der Roman »Der Narr und sein König«. Weitere Informationen: www.mitteldeutscherverlag.de

Lothar Zenettis: »Gebete, Liedtexte und Denkanstöße, die treffen und herausfordern«

Es liegt etwas in der Luft, etwas wie Frühling und neues Leben. Was wir im Wechsel der Jahreszeiten in der Natur wahrnehmen, kann uns zum Bild für die Wege und Wandlungen des Lebens, für unsere Ängste und Hoffnungen werden. Diesen Menschenweg ist Jesus mit uns gegangen, so glauben die Christen. Und so dürfen wir immer, gerade auch in den dunklen, winterlichen Zeiten des Glaubens, aus der Hoffnung leben, dass neues Leben aufbricht und österlich in uns erblüht.

Die Texte Lothar Zenettis begleiten durch die Zeiten der Besinnung, Umkehr und Passion. Sie führen zu den großen Festen des neuen Lebens, Ostern und Pfingsten, und bis weit in das Jahr hinein und werden so zu Worten der Hoffnung für den eigenen Lebens- und Glaubensweg. Weitere Informationen: www.gruenewaldverlag.de

Denis Scheck und Eva Gritzmann betreiben komische, kenntnisreiche und vor allem kulinarische Geschlechterforschung

Ist unsere Ernährung wirklich uni-sex? Der Literaturkritiker Denis Scheck und die Ärztin Eva Gritzmann betreiben komische, kenntnisreiche und vor allem kulinarische Geschlechterforschung. Köstlich bis zur letzten Seite.

Brust oder Keule? Wurst oder Käse? Pils oder Prosecco? Die meisten Bücher über Essen und Trinken ignorieren den Unterschied zwischen den Geschlech-tern. Doch Männer und Frauen schmecken, kochen und bestellen bewiesenermaßen anders. Deshalb begeben sich Eva Gritzmann und Denis Scheck auf einen lustvoll-lehrreichen Streifzug durch die Esskultur, befragen Winzerinnen nach Frauenweinen, wollen von Metzgerinnen wissen, was in die Wurst kommt, und von Jan Weiler, was »eine dumme Salat« ist. Berühmte Köche wie Ferran Adrià, Jamie Oliver, Vincent Klink und Johanna Maier, Hirnforscher und Aromaforscherinnen, aber auch interessierte Laien wie Alice Schwarzer oder Hella von Sinnen sprechen über den kleinen Unterschied beim Essen und Trinken.

Mit Hilfe unerschrockener Selbstversuche und Exkurse in Literatur und Medizin gehen Gritzmann und Scheck solch zentralen Fragen nach wie: Ist Fleisch das Gemüse des Mannes? Warum konnte die Schlange Eva mit frischem Obst verführen? Weshalb schmeckt es Männern bei Mutti am besten? Sie & Er serviert kundige, köstliche und originelle Antworten mit ausreichend Biss für Feingeister und Feinschmecker zugleich. Weitere Informationen: www.berlinverlage.com