Sissel Gran, Ich verlasse dich, weil ich leben will

Niemand geht ganz einfach weg

Das Zerbrechen einer Partnerschaft hat oftmals eine lange Vorgeschichte. Dieses Buch handelt von dem langen Abschied, währenddessen die Aufbrechenden jahrelang innere Qualen litten und wo die Entscheidung zu gehen über einen langen Zeitraum immer stärkere Konturen annahm.

In diesem Buch erzählen die Aufbrechenden mit ihren eigenen Worten, warum sie gegangen sind. Paare gehen nicht wegen Streitigkeiten oder unterschiedlichen Persönlichkeiten auseinander; sie gehen, weil sie sich einsam, abgewiesen und in der Paarbeziehung verlassen fühlen. Sie gehen, um ihr sterbendes Ich zu retten. Weierre Informationen: www.herder.de

Herbert Renz-Polster, Erziehung prägt Gesinnung

»Wer den autoritären Populismus verstehen will, muss dorthin schauen, wo aus kleinen Menschen große Menschen werden - auf die Kindheit.« Herbert Renz-Polster

Überall in der westlichen Welt macht sich der Rechtspopulismus breit. Die Gaulands, Le Pens und Wilders' blasen zum Angriff auf den Kern der Demokratie. Wie konnte diese neue, fanatische Kälte nur entstehen? Deutschlands bekanntester Kinderarzt und Familienexperte macht sich auf eine kluge Spurensuche. Er wird fündig: in den Kinderzimmern. In jedem, der nach Abgrenzung, Härte und neuen Autoritäten schreit, entlarvt Herbert Renz-Polster ein verunsichertes, in seinem Drang nach menschlicher Anerkennung allein gelassenes Kind. Ein bestimmter autoritärer Erziehungsstil geht in allen Kulturen einher mit Anfälligkeit für populistische Botschaften.

Zwingend zeigt dieses Buch: Wer rechte Tendenzen verstehen und verhindern will, der muss eben doch auf die unglückliche Kindheit schauen. Hier liegt unsere gesellschaftliche Verantwortung - das Familienklima von heute wird das politische Klima von morgen sein. Erziehung ist kein Privatvergnügen! Eine überzeugende gesellschaftliche Analyse, bei der das leise Frösteln nicht ausbleibt. Weitere Informaionen: www.randomhouse.de

Tomás Navarro, Kintsugi

Kintsugi ist eine traditionelle japanische Methode, um zerbrochene Keramik zu reparieren. Statt den »Makel« der Reparatur zu verbergen, werden die Bruchstellen durch Goldstaub im Kleber noch hervorgehoben. Der Psychologe Tomás Navarro überträgt dies auf die Zerbrechlichkeit, Schönheit und Stärke des Menschen und leitet daraus konkrete Handlungsschritte ab, um nach einer Krise einen Neubeginn zu wagen.

Er zeigt, wie wir Verletzungen erkennen, Widrigkeiten annehmen und Resilienz entwickeln. Ob wir unser Selbstvertrauen verloren haben, unter Liebeskummer leiden oder den Verlust der Arbeitsstelle verarbeiten wollen — es gibt Wege, um daraus heil und gestärkt hervorzugehen. Weitere >Informationen: www.randomhouse.de

Joe Bausch, Gangster Blues

Sie sind Mörder, Dealer, notorische Betrüger, Vergewaltiger oder haben schwere Raubüberfälle begangen. Und sie alle wurden zu hohen Haftstrafen verurteilt. Im Knast haben sie viel Zeit, um sich mit ihren Taten auseinanderzusetzen - und irgendwann wollen sie reden: der psychopathische Serienmörder über eine eiskalte Entführung, die beiden Halbbrüder über einen fast perfekten Mord, oder der Rettungssanitäter über den Zufall, der ihn zum Verbrecher machte - mit verheerenden Folgen. Sie alle vertrauen sich Joe Bausch an und lassen ihn tief in den Abgrund ihrer Seele blicken. Die besten dieser Geschichten hat er hier aufgeschrieben. Wahre Geschichten, die unter die Haut gehen.

Joe Bausch, Jahrgang 1953, arbeitet als Regierungsmedizinal-direktor in der Justizvollzugsanstalt Werl und ist bekannt als Rechtsmediziner Dr. Joseph Roth im Kölner Tatort.  Auch Autor des Buches'Knast'. Weitere Informationen: www.ullstein-buchverlage.de

Das Geheimnis der Langsamkeit

Wenn der Stress überhand nimmt, kann einem buchstäblich die Luft ausgehen. Die Aufgaben scheinen von Tag zu Tag zuzunehmen und die Zu-Erledigen-Listen wachsen an. Das »Funktionieren« trainieren Menschen lebenslang, aber das Anhalten, Träumen, Zur-Ruhe-Finden gehört nicht selbstverständlich auf den Übungsplan.

Doris Bewernitz kennt die Erfahrung, sich zwischen den vielen Terminen wie verloren zu fühlen. Und sie erzählt, wie sie das Geheimnis der Langsamkeit für ihr Leben entdeckt hat. Ihr Weg führt in verschiedene Momente der eigenen Lebenserfahrung, in denen die Zeit eine andere Qualität gewonnen hat. Ihre Geschichten inspirieren, sich auf die eigene Lebenskraft zu besinnen, und machen Mut, die Zeit des eigenen Lebens selbst in die Hand zu nehmen. Weitere Informationen: www.patmos.de

Nora-Maria Ellermeyer, Lebensnebel

Burnout und Depression können jeden treffen. Die Psychotherapeutin Nora-Marie Ellermayer ist eine Macherin. Studium, vier Kinder, Hausbau, Therapeutenausbildung, Promotion, Praxisgründung, ein kranker Vater: Das alles wuppt sie mit links. Scheinbar. Denn plötzlich geht nichts mehr. Sie ist erschöpft und ausgebrannt, Angst macht sich breit. Bis sie nicht mehr in der Lage ist, morgens aufzustehen, geschweige denn den Alltag oder ihren Beruf auch nur ansatzweise zu bewältigen. Sie stürzt in eine tiefe, dunkle Depression, die über ein Jahr anhält. 

In ihrem Buch berichtet sie aus zwei Perspektiven. Als Psychotherapeutin klärt sie verständlich und umfassend über Burnout und Depression auf; als Betroffene lässt sie lebendig und verständlich werden, was eine Depression für den, der sie durchsteht, bedeutet. Beeindruckend und hilfreich für alle, die mehr über Burnout und Depression wissen wollen. Weitere Informationen: www.patmos.de

Rita Kohlmaier, Ich habe etwas zu sagen

»Erheben Sie Ihre Stimme. Wann immer Sie können und möchten. Dieses Buch kann Ihnen den Mut dazu geben: Sie sind in bester Gesellschaft!« Stevie Schmiedel

Immer mehr Frauen wagen den öffentlichen Protest und den Aufstand: Gemeinsam marschieren sie und protestieren gegen ungleiche Bezahlung und ungleiche Bildungschancen, eine übermächtige Waffenlobby, Rassismus oder sexuelle Gewalt. Sie ergreifen das Wort und ihre klaren Botschaften inspirieren (nicht nur) Mädchen und Frauen, Haltung zu beziehen und sich für ihre Rechte deutlicher denn je einzusetzen. In diesem Buch werden charismatische, unbequeme und couragierte Frauen vorgestellt, die mit ihren Reden und öffentlichen Aktionen die Welt verändert haben oder genau jetzt verändern.

Viel zu lange haben Frauen nur gelesen und geschrieben und wirkten lange im Hintergrund oder ganz im Verborgenen. Väter, Brüder, der liebe Gott und eine patriarchale Politik bestimmten über ihr Wohl und Wehe, ihren Körper und Geist, ihren Freiraum und dessen Begrenzung. Schluss damit!

Mitreißend geschriebene Porträts über Angelina Jolie, Chimamanda Ngozi Adichie, Malala Yousafzai, Oprah Winfrey, Emma Gonzaléz, aber auch über die Pionierinnen Rosa Luxemburg, Waltraud Schoppe, Rosa Parks. Weitere Informationen:  http://www.elisabeth-sandmann.de/

Zafer Senocak, Das Fremde, das in jedem von uns wohnt

Die Erfahrung von Fremdheit, die Begegnung mit unterschiedlichen Nationalitäten und widersprüchlichen Lebensentwürfen löst häufig Abwehr und Furcht aus. Wo Abgrenzung die Kommunikation ersetzt, ist – auch in Deutschland – der gesellschaftliche Zusammenhalt in Gefahr. Der Schriftsteller und Publizist Zafer Şenocak setzt gegen diese Angst eine bewusste, biografische Auseinandersetzung mit dem Fremden in uns selbst.
Als Kind türkischer Mittelschichtseltern, die in Deutschland leben, wächst Şenocak mit den Sprachen, Literaturen, Ritualen und Geschichten zweier Länder auf. Eindeutige Identitätsangebote machen beide Kulturen nicht, weder die deutsche, in der er »der Türke« bleibt, noch die türkische: Şenocak erlebt durch seine politisch engagierte Mutter eine weltlich-moderne Intellektualität. Sein Vater dagegen verkörpert einen zwar kritischen, aber zutiefst spirituellen Islam, die Welt der Poesie und der Liebe zur Sprache. Pole, zwischen denen die türkische Gesellschaft weiterhin changiert.

Zafer Şenocak beglaubigt mit seiner Person, dass aus solcher Vielfalt eine in sich heile, gefestigte Identität erwachsen kann. Zugleich fragt er weiter, was diese Beschäftigung mit den eigenen Herkunftsgeschichten zu einem differenzierten Bild von Integration beitragen kann. Şenocak begreift Diversität als menschliche Grunderfahrung, die man sich bewusst machen und akzeptieren muss, um zu einem modernen, partizipativen Verständnis von Gesellschaft zu gelangen. Weitere Informationen: www.koerber-stiftung.de

Meredith Haaf, Streit!

Ein besseres Gegeneinander für ein besseres Miteinander.  Streit ist interessant, Streit macht schlauer, Streit ist lebenswichtig – für eine Gesellschaft wie für den Einzelnen, beruflich und privat. Ein guter Streit zwingt uns zum Argumentieren und Nachdenken. In Zeiten von Flüchtlingskrise, AfD, Brexit und Trump bräuchten wir dringend eine optimale Streitfähigkeit. Doch stattdessen schreien wir lauthals aneinander vorbei, werten den anderen ab oder schweigen ihn nieder. Oder wir gehen auf Kuschelkurs und verteilen Herzchen, Likes und Smileys.

Meredith Haaf fordert eine bessere Streitkultur und fragt: Was passiert mit einer Demokratie, der das Streiten abhanden gekommen ist? Warum trauen wir uns nicht mehr, eine Position zu vertreten? Wie geht gutes Streiten überhaupt und wie können wir es wieder lernen? Weitere Informationen: www.dtv.de

Timm Kruse, Weder geschüttelt noch gerührt

Spätestens an Neujahr fassen viele den Entschluss: Ich trinke erst einmal keinen Alkohol und allgemein sowieso weniger davon. Timm Kruse geht einen Schritt weiter und will ein ganzes Jahr keinen Tropfen anrühren. Egal ob Karneval, Fußball, Grillen am See – Timm will verzichten. Frei von der Leber schreibt er über diesen Selbstversuch. Über den Unterschied zwischen dem nassen Früher und dem trockenen Jetzt, dessen Diskrepanz ihm allzu oft bewusst wird: Er verliert Freunde, findet neue, hat endlich Zeit für Hobbys, fühlt sich emotional ausgeglichener und körperlich gesünder, geht sogar nüchtern auf Partys und lernt die Liebe seines Lebens kennen. Zum ersten Mal in seinem erwachsenen Leben hat Timm das Gefühl, wirklich er selbst zu sein.

Nach so manchem Rückschlag, dem ein oder anderen Zweifel und einer ganzen Menge verrückter Geschichten stellt er am Ende des Jahres fest: Er hatte die beste und produktivste Zeit seines Lebens. Und er fragt sich, was unsere Gesellschaft wohl ohne Alkohol wäre.

»Und ich weiß: So wie mir geht es Millionen von Menschen, die sich niemals als Alkoholiker bezeichnen würden. Wir trinken zu viel – aber das Problem ist uns nicht bewusst. […] Ich habe auch genug von Filmrissen. Genug, nicht ich zu sein. Genug davon, mit Frauen im Bett zu landen, die ich nicht mag. Genug davon, nicht mit Frauen im Bett zu landen, die ich mag. Genug davon, ein Partymensch zu sein. Ich habe genug davon, genug zu haben. Genug davon, besoffen mit Leuten Stress zu haben. James Bond hat zwar auch permanent Stress. Aber er ist nun mal im Auftrag der Queen unterwegs und muss die Welt retten. Ich habe im Leben noch nie einen ernst zunehmenden Auftrag gehabt.« Weitere Informationen: www.herder.de