Nicolaus Schneider, Als flögen wir davon

Als wir Kinder waren, war man mit siebzig Jahren alt und mit achtzig eine Greisin. Dies hat sich in unserer westlichen Welt durch viele günstige Lebensumstände massiv geändert. Viele Menschen starten mit Eintritt ins Rentenalter noch einmal "richtig durch". Der Erkenntnis, den Zenit des Lebens überschritten zu haben, kommt aber niemand aus. Wer auf ein langes Leben zurückblickt, wird seine/ ihre je eigenen Schlüsse ziehen: Würde ich es noch einmal so machen? Wie gestalte ich den Rest meines Lebens? Bereite ich mich auf den Tod vor oder verdränge ich die Tatsache meiner Sterblichkeit? Nikolaus Schneider, der wie kein anderer öffentlich und dennoch zutiefst persönlich über das Sterben gesprochen hat, will von seinen Gesprächspartner*innen - z.T. Weggefährt*innen - wissen, wie bewusst sie sich auf die letzte Wegstrecke machen. Gedanken von Franz Alt, Christine Bergmann, Eleonore Frey, Gisela und Manfred Kock, Hans Küng, Lore Maria Peschel-Gutzeit, Fulbert Steffensky, u.v.a.m. Weitere Informationen: www.randomhouse.de

Margot Käßmann, Was uns Zuversicht gibt

Die Reformationsbotschafterin predigte in den vergangenen sieben Jahren in unzähligen Kirchen weltweit und vor millionenfachem Publikum. Und immer reiste sie mit Handgepäck: der Bibel. Die für sie wichtigsten biblischen Texte bringt die begabte Rednerin in den Dialog mit den Fragen nach Frieden und Gerechtigkeit, aber auch dem privaten Glück. Emphatisch zeigt sie, wie Menschen zu allen Zeiten Zuversicht aus den biblischen Schriften schöpften. Weitere Informationen: www.randomhouse.de

 

Ellen Überschär, religiös & ruhelos

Mehr Politik, weniger Staat. Sie hat es noch erlebt, die Peinlichkeit, in der religionsfeindlichen Schule für ihren Glauben verspottet zu werden: Ellen Ueberschär, heute Generalsekretärin des Evangelischen Kirchentages, war zu Zeiten der Friedlichen Revolution gerade mal Anfang 20. Und sie hat erlebt, wie ein mutiges Bekenntnis Mauern zum Einstürzen bringt. Religion ohne politische Einmischung ist für Ellen Ueberschär daher undenkbar. Christliche Werte in der pluralen Gesellschaft und im Dialog der Religionen, Beteiligungskirche statt Betreuungskirche und eine reflektierte Religiosität sind die Stichworte der Zukunft. Weitere Informationen: www.randomhouse.de

Christoph Markschies, Aufbruch oder Katerstimmung?

Was bleibt vom Reformationsjubiläum, wenn der letzte festliche Gottesdienst gefeiert und der letzte wissenschaftliche Vortrag gehalten ist? Gibt es den allseits erhofften ökumenischen Aufbruch, den Viele als längst überfällig empfinden? Oder kommen wir gar in der multireligiösen Gegenwart an, in der künftig christliche, islamische und jüdische Theologie an einer Fakultät gelehrt werden? Christoph Markschies, der den Grundlagentext der EKD "Rechtfertigung und Freiheit" entscheidend geprägt hat, schildert den Weg des Jubiläums durch Gremienarbeit, mediale Öffentlichkeit, wissenschaftliche Kritik und weltweite Rezeption. Wegweiser in die Zukunft werden sichtbar: Das Reformationsgedenken feiert Versöhnung statt Spaltung; Wissenschaftler und Kirchenämter diskutieren über Christsein heute; Theologie gewinnt öffentliche Relevanz. Weitere Informationen: www.randomhouse.de

Menahim Pressler/Holger Noltze, Dieses Verlangen nach Schönheit

Mit über 90 Jahren gehört Menahem Pressler zu den ältesten aktiven Konzertpianisten der Welt. Lange war er vor allem als Pianist des Beaux Arts Trios bekannt – 53 Jahre hatte das Ensemble Bestand. In Gesprächen des Jahrhundertpianisten mit dem Musikjournalisten Holger Noltze entstand das Buch »Das Verlangen nach Schönheit«.

Nach Auflösung des Ensembles schloss Pressler eine faszinierende Karriere als Solist an: mit Konzerten und Aufnahmen, die Lektionen in Schönheit sind. Das erste Buch, das mit und über ihn in deutscher Sprache erscheint, entstand in Zusammenarbeit mit dem Musikjournalisten Holger Noltze über sein Leben für die Musik, das Glück des Hörens und Spielens – und das immer wache Verlangen nach Schönheit. »Wir wissen«, sagt Pressler, »dass für uns das Leben aufhört ohne die Musik, dass es ein Irrtum wäre, eine Öde. Aber wer die Ohren hat zu hören, spürt den Reichtum der Welt.« Am 12. Dezember setzten beide ihr Gespräch über Presslers Lebenswerk und die Frage nach Wesen und Wirkung der Musik im KörberForum fort. Weitere Informationen: www.koerber.stiftung.de

Julian Nida-Rümelin, Über Grenzen denken

Über zwei Milliarden Menschen leben weltweit in bitterster Armut, leiden unter Hoffnungslosigkeit, Hunger, Unterdrückung und Krieg. Über 65 Millionen von ihnen waren allein im letzten Jahr auf der Flucht, viele Menschen weltweit erhoffen sich ein besseres Leben in Europa oder Nordamerika. Hilfe tut also dringend not – aber sind offene Grenzen die richtige Antwort auf das Elend in der Welt?

Diese Ansicht findet viele Fürsprecher, doch der Philosoph Julian Nida-Rümelin ist überzeugt: Offene Grenzen würden das Elend nicht wesentlich mildern, sondern die Herkunftsregionen sogar weiter schwächen und die sozialen Konflikte in den aufnehmenden Ländern verschärfen. Eine Lösung für die beschämenden humanitären Skandale unserer Zeit sind sie nicht. Weitere Informationen: www.koerber-stiftung.de

Uwe Jean Heussler, Kapitalismus inklusive

Mit großer Sorge beobachtet der Wirtschaftsjournalist Uwe Jean Heuser die zunehmende Spaltung der westlichen Gesellschaften. Auch in Deutschland ist die fundamental demokratische Überzeugung, dass alle eine faire Chance auf Wohlstand und Partizipation haben, verschwunden. Abstiegssorgen und Angst reißen die Gesellschaft immer weiter auseinander. Das ist eine Frage geteilter Normen und Werte, aber nicht weniger eine wirtschaftliche Frage, erklärt Heuser: Der Kampf um die liberale Demokratie ist auch einer um einen neuen Kapitalismus. 

Heuser entwirft eine Vision guten gesellschaftlichen Zusammenlebens, mit einem empathischen Kapitalismus, der Wirtschaft und Gesellschaft in Balance bringt. Er diagnostiziert die gesellschaftlichen Fliehkräfte, von einer verfehlten Geld- und Finanzpolitik über die Bauernfängermethoden der Populisten und die Gutsherrenart internationaler Konzerne bis zum Vertrauensverlust der Medien. Keine dieser Krisen, so Heuser, lässt sich ohne ihre wirtschaftlichen Aspekte begreifen. Und so groß die Verführungsmacht autoritativer und protektionistischer Wirtschaftssysteme sein mag, auf Dauer manifestieren sie die Spaltung weiter und berauben die Gesellschaft ihrer Zukunftsfähigkeit. 

Wenn sich das kapitalistische System auch grundsätzlich bewährt hat, müssen wir doch seine Regeln und Gesetzmäßigkeiten neu aushandeln: Statt eines exklusiven, der den Menschen Teilhabe verwehrt, brauchen wir einen inklusiven Kapitalismus! Weitere Informationen: www.koerber-stiftung.de

Martin Buber – Was es heißt ein Mensch zu sein

»Lasst uns den Menschen verwirklichen!« Mit diesem Appell beendet der deutsche Jude Martin Buber 1953 seine Dankesrede zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Im Auditorium: nicht wenige, die acht Jahre zuvor noch Nazi-Uniformen getragen hatten! Aber gerade das macht deutlich, worum es Buber ging: Wie wird und wie bleibt ein Mensch wirklich Mensch? Dominique Bourel erzählt in dieser monumentalen Biografie den Lebens- und Denkweg Martin Bubers. Er zeigt ihn als einen Hüter der Menschlichkeit in einem unmenschlichen Jahrhundert. Ein Lebensweg in einer Haltung, die gerade in dieser Zeit Vorbild sein kann! SWeitere Informationen: www.randomhouse.de

Georg Blume, Der Frankreich Blues – Wie Deutschland eine Freundschaft riskiert

Adenauer und de Gaulle, Giscard d’Estaing und Schmidt, Mitterrand und Kohl, Merkel und Sarkozy: Jahrzehntelang reichten sich französische und deutsche Spitzenpolitiker symbolträchtig die Hände. Und in Städtepartnerschaften von Flensburg bis Marseille, in Schüleraustauschen und sogar einem gemeinsamen Fernsehsender folgten auch die beiden Nationen. Aus den einstigen Erbfeinden schienen Freunde für ein ganzes Völkerleben geworden zu sein.

Um diese gute Freundschaft steht es aber schlecht: Seit einigen Jahren machen wir es den Franzosen verteufelt schwer, uns zu mögen, stellt der Frankreich-Kenner Georg Blume fest. Denn seit sich Deutschland unter der großen Koalition aufführt wie ein Elefant in der Pâtisserie, sind diese herzlichen Beziehungen in ernster Gefahr. Von den Stammgästen ländlicher Bistros bis zu Pariser Intellektuellen und Spitzenpolitikern ziehen die Franzosen eine bittere Bilanz: Deutschland hat kein Interesse mehr an Frankreich, will seinen Erfolg nicht teilen, nimmt in Wirtschafts- und Sozialpolitik keine Rücksicht mehr auf den Nachbarn und Freund und ignoriert dessen Stärken. Erstmals seit Jahrzehnten erklingen im französischen Wahlkampf wieder antideutsche Töne.

Georg Blume hält uns den Spiegel vor, aber er verkennt auch nicht die inneren Probleme Frankreichs. Doch es lohnt sich, um unseren treuen Freund zu kämpfen: Nur wenn Deutschland und Frankreich ihr Beziehungstief überwinden, kann sich das ganze europäische Projekt wieder stabilisieren. Weitere Informationen:

Jens-Peter Schröder, Halbzeit – Der Weg zur inneren Meisterschaft

Strategien gegen Selbstsabotage und Negativprogrammierungen: Die erste Halbzeit im Spiel des Lebens ist vorbei. Und jetzt geht es erst richtig los! Denn nach den ersten 45 Jahren unserer "Spielzeit" gelten ganz andere Regeln. In der zweiten Halbzeit spielen wir auf das andere Tor. Wer jetzt immer noch weiter in die gleiche Richtung rennt - läuft Gefahr, ein Eigentor zu schießen. In der Halbzeitpause ist es sinnvoll, innezuhalten - Bilanz zu ziehen und Strategien gegen Selbstsabotage und Negativprogrammierungen aufzustellen. Mit dem Standbein des Realitätssinns und dem Spielbein der Möglichkeitsräume ist der Weg frei zur inneren Meisterschaft. Weitere Informationen: www.frequenzwechsel.de