Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises: Dumont Verlags – Jan Brandt »Gegen die Welt«

Das Flensburger Institut50plus präsentiert präsentiert die Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises – aktuell einen Titel des Dumont Verlags: Jan Brandt »Gegen die Welt«.

Ein Dorf in Ostfriesland, Kühe grasen auf den Wiesen, ab und zu zerreißt der Lärm eines Tieffliegers die Stille. Hinter den getrimmten Tujenhecken des Neu-bauviertels blühen die Blumen, in den Auffahrten glänzen frisch gewachste Neuwagen.

In diese Welt wird Mitte der Siebziger-jahre Daniel Kuper, Spross einer Drogistendynastie, hineingeboren. Ein schmächtiger, verschlossener Junge mit viel zu viel Fantasie und zu wenigen Möglichkeiten. Doch bald geschehen seltsame Dinge: Mitten im Sommer kommt es zu heftigem Schneefall, ein Kornkreis entsteht, ein Schüler stellt sich auf die Bahngleise, Hakenkreuze tauchen an den Hauswänden auf. Für all das wird Daniel Kuper verantwortlich gemacht. Und je mehr er versucht, die Vorwürfe zu entkräften, desto stärker verstrickt er sich in ihnen. Daniel Kuper beginnt einen Kampf gegen das Dorf und seine Bewohner. Sie sind es, gegen die er aufbegehrt, und sie sind es, gegen die er am Ende verliert.

›Gegen die Welt‹ ist ein großer deutscher Roman: über die Wende in West-deutschland, über Popkultur in der Provinz und über Freundschaften, die nie zu Ende gehen. Weitere Informationen: www.dumont-buchverlag.de

Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises: S. Fischer Verlag: Marlene Streeruwitz »Die Schmerzmacherin«

Das Flensburger Institut50plus präsentiert präsentiert die Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises – aktuell einen Titel des S. Fischer Verlags: Marlene Streeruwitz »Die Schmerzmacherin«.

Leute werden verschleppt, verschwin-den, werden eingesperrt oder gefol-tert. Amy arbeitet für einen privaten Sicherheitsservice, sie kann die Korruption und Gewalt nur ahnen, die sich als Abgrund hinter den geheimen Operationen abzeichnet. Als sie beschließt auszusteigen, gerät sie endgültig in die Fänge einer undurch-sichtigen, aber brutalen Organisation.

Amys Verlorenheit korrespondiert mit dem Ringen um die Wahrneh-mung der Realität. Was kann sie glauben? Wer ist sie selbst? Und vor allem: Was passierte an dem Tag, an den sie sich nicht erinnern kann? Marlene Streeruwitz entwirft in ihrem meister-haften Roman ein unheimliches und unvergessliches Szenario und fragt nach dem Ort des Individuums in einer zunehmend privatisierten Öffentlichkeit. Weitere Informationen: www.fischerverlage.de

Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises: Verlag Matthes & Seitz, Berlin – Volker Harry Altwasser »Letzte Fischer«

Das Flensburger Institut50plus präsentiert präsentiert die Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises – aktuell einen Titel des Verlags Matthes & Seitz, Berlin: Volker Harry Altwasser »Letzte Fischer«.

Luise wird mit ihrem Spezialteam beauftragt, den Walfänger Rimbaud mitsamt seiner Ladung sicher in den Hafen von Spitzbergen zu bringen. Das raue Leben auf dem Walfänger birgt einige Überraschungen – unter ande-rem beginnt Luise eine gefährliche Affäre mit dem Schiffsjungen Tommy. Zur gleichen Zeit ist ihr Stiefvater Robert mit dem Hochseeschiff Saudade vor Somalia unterwegs, um Rotbarsch zu fangen und die seltene und über-aus kostbare Kurznasenseefledermaus zu häuten. Es soll seine letzte Fahrt sein, bevor er sich dem Wunsch seiner Frau Mathilde fügt, ein Leben an Land zu führen.

Volker Altwassers ›Letzte Fischer‹ ist eine Hommage an das Leben auf den Meeren, ein Abgesang auf eine Männerwelt, die mit ihren Ritualen und Traditionen wie aus der Zeit gefallen wirkt. Neben furiosen Beschreibungen der Waljagd und der Walverarbeitung und mitreißenden Schiffsmanövern auf der ungebändigten See entspinnt sich eine zärtliche Geschichte, die von tiefer Melancholie und Wehmut durchzogen ist. Ein großes Hochseeepos, das vom Meer und immer auch von der Literatur über das Meer erzählt. Weitere Informationen: www.matthes-seitz-berlin.de

Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises: Verlag Kiepenheuer & Witsch – Angelika Klüssendorf »Das Mädchen«

Das Flensburger Institut50plus präsentiert präsentiert die Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises – aktuell einen Titel des Verlags Kiepenheuer & Witsch: Angelika Klüssendorf »Das Mädchen«.

Angelika Klüssendorf erzählt von einem jungen starken Mädchen, das sich herausarbeitet aus allem, was sie umgibt und niederhält: die tyrannische Mutter, die autoritären Lehrer, der bürokratische Staatsapparat.

Am Anfang scheint alles schon zu Ende zu sein: Der Vater trinkt und taucht nur sporadisch auf, die Mutter lässt ihre Wut an den Kindern aus, die Klassen-kameraden meiden das Mädchen, der jüngere Bruder kapselt sich völlig ab. Und doch gibt es eine Kraft, die das Mädchen trägt. Die Bilder aus »Brehms Tierleben«, die sie bewundert, der Traum vom kleinen Haus mit Garten auf dem Lande, Grimms Märchen. Und immer wieder Menschen, die ihr etwas bedeuten und die sie halten. Eines hat sie gelernt: Man muss sich holen, was man braucht. Auch wenn sie mehrfach beim Ladendiebstahl erwischt und schließlich ins Heim gesteckt wird, kann sie sich auch dort auf die neue Lage einstellen. Und das Kinderheim wird auf überraschende Weise zu einem Refugium, wo Kindheit erstmals gelebt werden kann.

Mit ihrer klaren, knappen, präzisen Prosa, großer Lakonie und trockenem Humor versetzt Angelika Klüssendorf den Leser in eine Welt, die das Kindsein kaum zulässt. Atemlos folgt man einer Heranwachsenden, die nichts hat, worauf sie sich verlassen kann, und trotzdem den Lebenswillen nicht verliert – kein bemitleidenswertes Opfer, sondern ein starker, abgründiger Charakter. Ein literarisches Meisterwerk! Weitere Informationen: www.kiwi-verlag.de

Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises: Suhrkamp Verlag – Judith Schalansky »Der Hals der Giraffe«

Das Flensburger Institut50plus präsentiert präsentiert die Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises – aktuell einen Titel des S. Suhrkamp Verlags: Judith Schalansky »Der Hals der Giraffe«.

Anpassung ist alles, weiß Inge Lohmark. Schließlich unterrichtet sie seit mehr als dreißig Jahren Biologie. Daß ihre Schule in vier Jahren geschlossen werden soll, ist nicht zu ändern – in der schrumpfenden Kreisstadt im vorpommerschen Hinterland fehlt es an Kindern. Lohmarks Mann, der zu DDR-Zeiten Kühe besamt hat, züchtet nun Strauße, ihre Tochter Claudia ist vor Jahren in die USA gegangen und hat nicht vor, Kinder in die Welt zu setzen. Alle verweigern sich dem Lauf der Natur, den Inge Lohmark tagtäglich im Unterricht beschwört. Als sie Gefühle für eine Schülerin der 9. Klasse entwickelt, die über die übliche Haß-liebe für die Jugend hinausgehen, gerät ihr biologistisches Weltbild ins Wanken. Mit immer absonderlicheren Einfällen versucht sie zu retten, was nicht mehr zu retten ist.

Nach dem gefeierten Atlas der abgelegenen Inseln schreibt Judith Schalansky einen Roman. Darin kämpft eine Biologielehrerin für die Einhaltung der Natur-gesetze, verrenkt sich den Hals nach unerreichbaren Früchten und fällt am Ende vom Glauben an Gott Darwin ab. Schauplatz der Geschichte ist eine der irrwitzigsten Anstalten dieser Welt: die Schule. Weitere Informationen: www.suhrkamp.de

Miriam Toews: »Mit atemberaubender Eindringlichkeit erzählt sie die Geschichte einer jungen Frau, die lernt, was es heißt, sich selbst zu vergeben«

Die große kanadische Autorin Miriam Toews wuchs in einer mennoniti-schen Familie in Manitoba auf. In ihrem neuen Roman kehrt sie zu ihren Wurzeln zurück und vollbringt ein literarisches Wunder: Mit atem-beraubender Eindringlichkeit erzählt sie die Geschichte einer jungen Frau, die lernt, was es heißt, sich selbst zu vergeben.

Kameras, Zigaretten, Handys, Schau-spieler aus Übersee und Küsse unterm Sternenhimmel — das gab es in Irmas Mennonitendorf im Norden Mexikos alles noch nie. Als der Regisseur Diego die 19-Jährige als Dolmetscherin für sein Filmteam anheuert, beginnt sie, nicht nur zwischen den Sprachen zu springen, sondern auch zwischen den grundverschiedenen Welten. Ihre strenge Familie, in der seit dem Tod ihrer Schwester Katie kaum noch ein Ton gesprochen wird, und das fröhliche, wilde Haus der Filmemacher — Irma spürt plötzlich, dass sie lebendig begraben wird, wenn sie nicht abhaut. Sie muss unbedingt weg.

Heimlich, ohne das Wissen ihres Vaters, schnappt sie sich ihre zwei kleinen Schwestern und macht sich auf nach Mexiko City. Das Abenteuer der Freiheit spült auch die tief verborgenen, die düsteren Geheimnisse ihres Lebens hervor, und diesmal, hier, läuft sie nicht davon. Weitere Informationen: www.berlinverlage.de

Blessing Verlag: »Eine Frau zwischen zwei Männern, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten«

Louis Blériot ist ein Tagträumer: Mit seinen einundvierzig Jahren lebt er immer noch vom Übersetzen techni-scher Texte – und von den Einkünften seiner Frau, die an seiner Apathie zunehmend verzweifelt. Aber ein Anruf genügt, und Louis, der ewige Beobachter, ist wie aus gewechselt: Nach zwei Jahren und zwei Monaten endlich wieder ein Lebenszeichen von Nora, seiner Geliebten, die ihre Rückkehr aus London ankündigt.

Rasch stellt sich zwischen den beiden die Vertrautheit wieder ein, und die Leidenschaft erwacht aufs Neue. Louis müsste jetzt handeln, er will es auch und fühlt sich doch ohnmächtig. Denn es gibt einen anderen Mann in Noras Leben: Murphy Blondale, ein Amerikaner, hyperaktiv, fordernd, aber auch gewissenhaft und großzügig, ein Börsenmakler, der die sphinxhafte, von einer Schauspielerkarriere träumende Nora mit einer Inbrunst liebt, die ihn selbst verwirrt. Einfühlsam, luzid und mit ironischer Distanz stellt Patrick Lapeyre die Höhen und Abgründe einer Ménage-à-trois dar, deren immer neue Verwicklungen die Absurditäten der menschlichen Existenz freilegen. Weitere Informationen: www.randomhouse.de/blessing

Günter Grass: »Ein lust- und kunstvolles Spiel mit Buchstaben und Wörtern«

Die Brüder Grimm erhalten im Jahr 1838 einen ehrenvollen Auftrag: Ein Wörterbuch der deutschen Sprache sollen sie erstellen. Voller Eifer machen sie sich ans Werk. Aberwitz, Angesicht, Atemkraft – fleißig sammeln sie Wörter und Zitate, in wenigen Jahren sollte es zu schaffen sein. Barfuß, Bettelbrief, Biermörder – sie erforschen Herkommen und Verwendung, sie verzetteln sich gründlich. Capriolen, Comödie, Creatur – am Ende ihres Lebens haben Jacob und Wilhelm Grimm nur wenige Buchstaben bewältigt.

Günter Grass erzählt das Leben der Brüder Grimm auf einzigartige Weise als Liebeserklärung an die deutsche Sprache und die Wörter, aus denen sie gefügt ist. Er schreibt über die Lebensstationen der Märchen-Brüder, über ihre uferlose Aufgabe und die Zeitgenossen an ihrer Seite: Familie und Verleger, Freunde, Verehrer und Verächter.

Spielerisch-virtuos spürt Grimms Wörter dem Reichtum der deutschen Sprache nach und durchstreift die deutsche Geschichte seit der Fürstenherrschaft und den ersten Gehversuchen der Demokratie. Von der Vergangenheit mit ihren politischen Kämpfen und ganz alltäglichen Sorgen schlägt Günter Grass manche Brücke in seine eigene Zeit. Weitere Informationen. www.steidl.de

Patrick Lapeyre: »Eine Frau zwischen zwei Männern, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten«

Louis Blériot ist ein Tagträumer: Mit seinen einundvierzig Jahren lebt er immer noch vom Übersetzen technischer Texte – und von den Einkünften seiner Frau, die an seiner Apathie zunehmend verzweifelt. Aber ein Anruf genügt, und Louis, der ewige Beobachter, ist wie aus gewechselt: Nach zwei Jahren und zwei Monaten endlich wieder ein Lebenszeichen von Nora, seiner Geliebten, die ihre Rückkehr aus London ankündigt. Rasch stellt sich zwischen den beiden die Vertrautheit wieder ein, und die Leidenschaft erwacht aufs Neue. Louis müsste jetzt handeln, er will es auch und fühlt sich doch ohnmächtig.

Denn es gibt einen anderen Mann in Noras Leben: Murphy Blondale, ein Amerikaner, hyperaktiv, fordernd, aber auch gewissenhaft und großzügig, ein Börsenmakler, der die sphinxhafte, von einer Schauspielerkarriere träumende Nora mit einer Inbrunst liebt, die ihn selbst verwirrt.

Einfühlsam, luzid und mit ironischer Distanz stellt Patrick Lapeyre die Höhen und Abgründe einer Ménage-à-trois dar, deren immer neue Verwicklungen die Absurditäten der menschlichen Existenz freilegen. Weitere Informtionen: www.randomhouse.de

Die ideale Alte: »Rentnerin, in fortgeschrittenem Alter oder Hochbetagte«

»Da der alte Mensch dazu neigt, Unangenehmes zu verdrängen, hat sich seit neuestem der Staat einge-schaltet und per Gesetz verordnet, dass jeder Bürger zwischen fünfund-sechzig und fünfundneunzig jährlich ein vierzehntägies Seminar absol-vieren muss, um den ständnig wach-senden Anspruch der Gesellschaft auf Jugendlichkeit und Flexibilität zu entsprechen«, so die Autorin Ilse Gräfin von Bredow in ihrem neuesten Buch »Nach mir die Sintflut«.

Ist man mit über achtzig noch Senior oder schon »in fortgeschrittenem Alter«? Oder gar »hochbetagt«? Und selbst, wenn man schon Urenkel hat – fühlt man sich deshalb uralt? Woran kann man erkennen, in welche Gruppe man gehört? Ilse Gräfin von Bredow weiß, was es mit dem Alter – besonders mit dem hohen Alter – so auf sich hat: Es steckt voller Überraschungen. Glück im Unglück hält es ebenso bereit wie zahl-reiche Momente, in denen man am liebsten aus seiner alten Haut fahren möchte. Da wirft auch ein ehemaliger Studienrat, einst die Ruhe in Person, schon mal eine Vase an die Wand. Zu viel Geduld mit sich selbst hingegen haben manche Menschen, wenn es darum geht, Entschlüsse zu fassen und in die Tat umzusetzen, seien es kleine Vorhaben wie Einkaufen und Aufräumen oder große Entscheidun-gen, wie die, die eigene Wohnung aufzugeben und in ein Altersheim zu ziehen. Verstärkt wird das Zaudern durch körperliche Unpässlichkeit, weshalb man den Dingen lieber ihren Lauf lässt, als selbst aktiv zu werden. Dass das oft von Vorteil ist, diese Einsicht wiederum erwirbt man meist erst im hohen Alter …

Ilse Gräfin von Bredow wurde 1922 in Teichenau (Schlesien) geboren und wuchs mit zwei Geschwistern auf einem Forstgut in der Mark Brandenburg auf. Kurz vor Kriegsende floh die Familie nach Niedersachsen. Die Autorin arbeitete freiberuflich für Zeitungen und Magazine und schrieb Reportagen und Kurzge-schichten. Ihr erstes Buch ›Kartoffeln mit Stippe‹ war ein sensationeller Erfolg. Seitdem sind zahlreiche Bücher erschienen, alle im Scherz Verlag. Ilse Gräfin von Bredow lebt in Hamburg. Weitere Informationen: www.fischerverlage.de