Die ideale Alte: »Rentnerin, in fortgeschrittenem Alter oder Hochbetagte«

»Da der alte Mensch dazu neigt, Unangenehmes zu verdrängen, hat sich seit neuestem der Staat einge-schaltet und per Gesetz verordnet, dass jeder Bürger zwischen fünfund-sechzig und fünfundneunzig jährlich ein vierzehntägies Seminar absol-vieren muss, um den ständnig wach-senden Anspruch der Gesellschaft auf Jugendlichkeit und Flexibilität zu entsprechen«, so die Autorin Ilse Gräfin von Bredow in ihrem neuesten Buch »Nach mir die Sintflut«.

Ist man mit über achtzig noch Senior oder schon »in fortgeschrittenem Alter«? Oder gar »hochbetagt«? Und selbst, wenn man schon Urenkel hat – fühlt man sich deshalb uralt? Woran kann man erkennen, in welche Gruppe man gehört? Ilse Gräfin von Bredow weiß, was es mit dem Alter – besonders mit dem hohen Alter – so auf sich hat: Es steckt voller Überraschungen. Glück im Unglück hält es ebenso bereit wie zahl-reiche Momente, in denen man am liebsten aus seiner alten Haut fahren möchte. Da wirft auch ein ehemaliger Studienrat, einst die Ruhe in Person, schon mal eine Vase an die Wand. Zu viel Geduld mit sich selbst hingegen haben manche Menschen, wenn es darum geht, Entschlüsse zu fassen und in die Tat umzusetzen, seien es kleine Vorhaben wie Einkaufen und Aufräumen oder große Entscheidun-gen, wie die, die eigene Wohnung aufzugeben und in ein Altersheim zu ziehen. Verstärkt wird das Zaudern durch körperliche Unpässlichkeit, weshalb man den Dingen lieber ihren Lauf lässt, als selbst aktiv zu werden. Dass das oft von Vorteil ist, diese Einsicht wiederum erwirbt man meist erst im hohen Alter …

Ilse Gräfin von Bredow wurde 1922 in Teichenau (Schlesien) geboren und wuchs mit zwei Geschwistern auf einem Forstgut in der Mark Brandenburg auf. Kurz vor Kriegsende floh die Familie nach Niedersachsen. Die Autorin arbeitete freiberuflich für Zeitungen und Magazine und schrieb Reportagen und Kurzge-schichten. Ihr erstes Buch ›Kartoffeln mit Stippe‹ war ein sensationeller Erfolg. Seitdem sind zahlreiche Bücher erschienen, alle im Scherz Verlag. Ilse Gräfin von Bredow lebt in Hamburg. Weitere Informationen: www.fischerverlage.de

Betty Friedan: »Das Problem, das keinen Namen hat, ist heute, wie sich Arbeit, Liebe, Haus und Kinder miteinander vereinbaren lassen.«

Liz Gilbert muss heiraten. Elizabeth Gilbert probiert das Heiraten. Dabei hatte sie versprochen, es nie, nie wieder zu tun. Doch jetzt bleibt ihr nichts anderes übrig, es ist die einzige Möglichkeit, mit ihrem Felipe in den USA zusammenzuleben. Anlass genug, dem Phänomen Ehe auf den Grund zu gehen und ihre lang geheg-ten Zweifel und große Skepsis zu hinterfragen.

Mit Witz und Scharfsinn zeigt sie, warum wir eigentlich heiraten und was den Bund fürs Leben im Innersten zusammenhält. »In bester amerika-nischer Tradition biographischen Schreibens flicht Gilbert ihre eigene Geschichte in das Ja-Wort ein«, so die Süddeutsche Zeitung.

Elizabeth Gilbert hat bisher Kurzgeschichten und einen Roman veröffentlicht. Sie schreibt regelmässig für GQ, Harper`s Bazaar und The New York Times Magazine. Sie lebt in Philadelphia, Pennsylvania. Weitere Informationen: www.berlinverlage.com

Unionsverlag, Schweiz: »Ein literarisches Kleinod, auch für Klassikeinsteiger.«

Don Otto betreibt einen kleinen Musikladen in Bogotá. Ob Punker, Partygirl, Politiker, ins Zivilleben zurückgekehrter Guerillero, ja selbst erklärter Musikhasser: Für jeden legt Don Otto die richtige Musik auf, serviert dazu eine Tasse duftenden kolumbianischen Kaffee und lässt sich bereitwillig auf ein Gespräch ein, das nicht selten zum sokratischen Dialog gerät.

Don Otto, als Kenner und Liebender, bringt dabei funkelnde Anekdoten und Erkenntnisse aus dem Leben und Werk der Komponisten an den Tag – von Bach, Bartók und Beethoven bis Prokofjew, Strauss oder Telemann.

So erweist sich Don Ottos Klassik-kabinett als vielstimmig klingende Schatztruhe, aus der sich jeder schmunzelnd sein Lieblingsstück heraussuchen kann. Weitere Informationen: www.unionsverlag.ch

Rudyard Kipling: »Genau-so-Geschichten – Oder Wie das Kamel seinen Höcker kriegte«

Wie das Kamel zu seinem Höcker kam, wie der Elefant seinen Rüssel kriegte, das Nashorn seine faltige Haut und der Leopard seine Flecken – all das und noch viel mehr erfahren wir in Rudyard Kiplings witzigen Vorlesegeschichten, die zur Pflicht-lektüre auf jeden kleinen und großen Nachttisch gehören.

»Die anmutige Prosa und der bestech-ende Humor dieser zwölf Erzählungen siedeln sie in derselben Liga an wie die Kinderbuchklassiker Puh, der Bär und Alice im Wunderland. Kiplings Wort-kunst überdauert hörbar«, so Publishers Weekly.

Rudyard Kipling wurde 1865 in Bombay geboren. 1907 erhielt er als bis dahin jüngster und erster englischer Autor den Nobelpreis für Literaturn. Zu seinen bekanntesten Werken zählen unter anderem Das Dschungelbuch(1894/95), Der Mann, der König sein wollte (1888) – die beide verfilmt worden sind – oder Kim (1901). Kipling starb 1936 in London. Weitere Informationen: www.unionsverlag.ch

Reginald Arkell: »Pinnegars Streifzüge durch seine wundersame Gartenwelt, schnippische Dialoge und witzige Szenerien«

»Pinnegars Streifzüge durch seine wundersame Gartenwelt, die schnippischen Dialoge und witzigen Szenerien machen diesen Roman zu einer buchstäblich ersprießlichen Lektüre«, so die Kritik des NDR.

Herbert Pinnegar, ein Findelkind, entdeckt schon früh seine Liebe zu den Blumen und fängt als junger Bursche an, im Garten von Lady Charteris Unkraut zu jäten. Als der altersgran-tige Obergärtner abtritt, schlägt seine große Stunde: Er übernimmt das Gartenregiment und teilt sein Leben fortan mit Heckenrosen und Buschwinden.

Er ist ein Mann, dem sein Garten über alles geht, ein wandelndes Kompen-dium des Gartenwissens und ein Zauberer, der es schafft, seine Lady immer wieder in Erstaunen zu versetzen.

Reginald Arkell, 1882 in Gloucestershire geboren, veröffentlichte neben Pinnegars Garten Romane und mehrere Bände mit Gartenlyrik. Bekannt wurde er außerdem als Autor erfolgreicher Musicals und Theaterstücke. Er starb 1959 in Cricklade.Weitere Informationen: www.unionsverlag.ch

Siegfried Lenz: »Ich bekenne, ich brauche Geschichten, um die Welt zu verstehen.«

Siegfried Lenz vermag menschliche Schicksale und gesellschaftliche Fragestellungen auf eine berührende Weise zu verknüpfen. Die Aufrichtig-keit und Humanität, die sein Erzählen auszeichnen, sind von zeitloser Aktualität.

Der Herausgeber Helmut Frielinghaus nähert sich Lenz‘ erzählerischem Gesamtwerk unter thematischen Aspekten und lädt ein, einen frischen Blick auf die Texte zu werfen. Im Mittelpunkt des ersten Bandes stehen Erzählungen, die die deutsche Vergangenheit widerspiegeln, wie etwa ›Ein Kriegsende‹.

Siegfried Lenz, der am 17. März 1926 in Lyck, einer kleinen Stadt im masurischen Ostpreußen geboren wurde, zählt seit langem zu den bedeutendsten Autoren der deutschsprachigen Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur. Nachdem Lenz aus englischer Kriegsgefangen-schaft entlassen worden war, ging er nach Hamburg und studierte Philosophie, Anglistik und deutsche Literaturgeschichte, ehe er 1950/51 als Redakteur für die „Welt“ arbeitete. Seit 1951 lebt er als freier Schriftsteller in Hamburg. Bereits mit seinem ersten Roman gelang es ihm, die Kritik und die Leser für sich einzunehmen, und bis heute zeichnet sich Lenz‘ Werk dadurch aus, daß es menschliche Schicksale und aktuelle gesellschaftliche Fragen auf eine Weise verknüpft, die literarisch ambitioniert die Bedürfnisse breiter Leserschichten nicht vernachlässigt. Weite Teile des Lenzschen Werkes sind geprägt durch die Auseinandersetzung mit gesellschaftskritischen Problemen (etwa die Romane „Der Mann im Strom“, 1957, oder „Brot und Spiele“, 1959, einer der wenigen geglückten Sportromane der deutschen Literatur) und mit dem Dritten Reich bzw. seiner Verarbeitung. Zu Lenz‘ größtem Erfolg wurde dabei der 1968 erschienene Roman „Deutschstunde“, der auch internationalen bahnbrechend wurde. Wie der junge Siggi Jepsen darin die Geschichte seines Vaters, eines norddeutschen Polizisten, der es im Nationalsozialismus für seine Pflicht hält, das Malverbot seines Freundes Nansen zu überwachen, erzählt, ist eine bis heute bestechende Demaskierung eines pervertierten Pflichtbegriffs und wurde von vielen als befreiende künstlerische Auseinandersetzung mit diesem Thema verstanden. Der „Deutschstunde“ folgten viele große Romane („Heimatmuseum“, 1978, „Der Verlust“, 1981, „Exerzierplatz“, 1985 oder „Die Auflehnung“, 1994), die Lenz unverrückbar an die Seite der ‚großen‘ deutschen Gegenwartsautoren wie Heinrich Böll, Günter Grass oder Martin Walser stellten. Sein Werk umfaßt alle literarische Gattun-gen: Lenz arbeitete für das Theater („Zeit der Schuldlosen“, 1961), schrieb Hörspiele („Haußuchung“, 1967) und Essays („Über den Schmerz“, 1997), und für viele Leser ist er nicht zuletzt ein Meister der „kleinen Form“. Seine oft humoristisch grundierten Erzählbände wie „So zärtlich war Suleyken“ (1955), „Lehmanns Erzählungen“ (1964) und „Der Geist der Mirabelle“ (1975) belegen dies trefflich.

Siegfried Lenz wurde für sein Œuvre mit zahlreichen Ehrungen ausgezeichnet, darunter der Gerhart-Hauptmann-Preis, der Bayerische Staatspreis für Literatur, der Thomas-Mann-Preis, der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, der Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main, der Lew-Kopelew Preis für Frieden und Menschenrechte 2009 und zuletzt der Nonino-Preis 2010 für sein Werk. Seine Auszeichnungen galten dem literarisch unvergleichlichen Werk, und sie rühmten immer auch das unerschrockene Engagement des Autors. Weitere Informationen: www.dtv.de

Berlin Verlage: »Kohlhaas – Mit großer erzählerischer Kraft und in einer engen Verflechtung von Fakten und Fiktion«

Mit großer erzählerischer Kraft und in einer engen Verflechtung von Fakten und Fiktion erzählt dieser zuerst 1979 erschienene Bestseller-roman von dem „rechtschaffensten und zugleich entsetzlichsten Menschen seiner Zeit“ (Kleist).

Damit lässt er nicht nur das 16. Jahrhundert mit seinen politischen und sozialen Unruhen gegenwärtig werden, sondern zeugt auch vom immerwährenden menschlichen Drang nach Freiheit. Elisabeth Plessen führt uns in die Kindheit des Kohlhaas, berichtet von seinen Reisen mit dem Vater und von Kohlhaas’ Frau Margarete; wir erfahren, was in ihm vorgeht, als er Stück um Stück den Glauben an die „gerechte Gewalt“ verliert, bis er sich zuletzt gegen die obrigkeitliche Willkür mit „Rauben, Brennen, Hinwegführen und Schatzen“ zur Wehr setzt.

In Kohlhaas taucht der Leser tief in die Wirren der Bauernkriege des 16. Jahr-hunderts und in das Leben der historischen Figur Hans Kohlhase ein. Wie Kleist mit diesem Stoff auf seine eigene Epoche napoleonischer Eroberungen verwies, formuliert auch Elisabeth Plessen in ihrem ungewöhnlichen und literarisch brillanten Roman unsere zeitgenös-sischen Forderungen nach freier Persönlich-keitsentfaltung. Ein Roman, der bei seinem Erscheinen nicht nur Lob und Anerkennung bei der Presse fand, sondern auch ein Bestseller war, der eine Generation prägte. Weitere Informationen: www.berlinverlage.com

Mario Vargas Llosa: …»einer der berühmtesten Romane der latein-amerikanischen Literatur«

In der brillanten Neuübersetzung von Thomas Brovot beweist einer der berühmtesten Romane der latein-amerikanischen Literatur und der beliebteste Roman des Nobelpreis-trägers seinen ganzen Witz, seine Lebendigkeit und seine unerhörte sprachliche Spielfreude.

Tante Julia, eine so attraktive wie kapriziöse 32jährige, taucht nach ihrer Scheidung in Lima auf, wo sie einen standesgemäßen neuen Ehemann zu finden hofft. Doch es kommt anders. Ihr eigener Neffe Mario verliebt sich in sie, ein gerade 18jähriger Student, der mit einem Job bei einem Radiosender etwas Geld verdient und von seinem zukünftigen Leben als Schriftsteller über den Dächern von Paris träumt. Aus der anfänglichen Verliebtheit der beiden wird die große Liebe, die zum Skandal führt: Der Familienclan versucht, eine Heirat um jeden Preis zu verhindern. Mario und Tante Julia fliehen, und auf einer irrwitzigen Fahrt durchs Land suchen sie einen bestechlichen Bürgermeister, der den Minderjährigen mit seiner Tante traut.

Eine turbulente Liebesgeschichte voller Verwicklungen – und nach dem Zeugnis des Autors bis in Einzelheiten autobiographisch. Und das Komische: Sie verwebt sich in grotesker Weise mit den Radiohörspielen, die Marios Kollege beim Rundfunk, der phänomenale Pedro Camacho, pausenlos und im strengen Dienst an der Kunst in die Schreibmaschine hämmert. In seinen von ganz Peru begeistert verschlungenen Serien sind Inzest, Familientragödien, keuscheste Liebe und Verführungskünste von Nymphchen der Stoff, aus dem das Leben ist. Fasziniert lauscht ihm Mario, der Adept der Schreibkunst, der sich an eigenen Erzählungen versucht und sie unter den vernichtend wohlwollenden Kommen-taren seiner Kollegen eine nach der anderen in den Papierkorb befördert. Und wir, die Leser, lauschen den von Vargas Llosa nacherzählten Serien des Pedro Camacho mit offenem Mund: ihre böse Perfektion und die unverschämte Gerissenheit … Weitere Informationen:www.suhrkamp.de

Siegfried Lenz: »Schweigeminute«

»Wir haben Siegfried Lenz für ein poetisches Buch zu danken. Vielleicht ist es sein schönstes«, so der Litera-turkritiker Marcel Reich-Ranicki.

Ein warmer Sommer an der Ostsee vor vielen Jahren. Benny Goodmann und Ray Charles sind noch en vogue, in den Gassen spielt der Drehorgelmann, man bezahlt in »Mark«, und wenn die Englischlehrerin vor die Oberprima tritt, stehen alle auf: »Good morning, Mrs. Petersen.«Wie es zu der Liebe zwischen Stella und Christian kam, wie die Leidenschaft sich an der Realität messen muss und wie dann mit einem Mal alles zu Ende ist – und doch auch nicht.

Wie die Liebe gerade durch den Tod unsterblich wird: das erzählt Siegfried Lenz mit meisterhafter Einfühlungskraft, mit Distanz und Humor. Im Thema des Vergänglichen, der Zeitverfallenheit irdischer Liebe, der Unmöglichkeit vollendeten Glücks, schwingt die Melancholie eines Theodor Storm. In der Lakonie des Erzählens spürt man die existenzielle Härte eines Ernest Hemingway. Und doch spricht hier die Sympathie und Integrität des Erzählers Siegfried Lenz, der im knappen Raum der Novelle eine Menschheitsfrage entfaltet, die immerzu gültig ist. Weitere Informationen: www.hoffmann-und-campe.de

Miriam Toews: »Mit atemberaubender Eindringlichkeit erzählt sie die Geschichte einer jungen Frau, die lernt, was es heißt, sich selbst zu vergeben«

Die große kanadische Autorin Miriam Toews wuchs in einer mennoniti-schen Familie in Manitoba auf. In ihrem neuen Roman kehrt sie zu ihren Wurzeln zurück und vollbringt ein literarisches Wunder: Mit atemberaubender Eindringlichkeit erzählt sie die Geschichte einer jungen Frau, die lernt, was es heißt, sich selbst zu vergeben.

Kameras, Zigaretten, Handys, Schau-spieler aus Übersee und Küsse unterm Sternenhimmel — das gab es in Irmas Mennonitendorf im Norden Mexikos alles noch nie. Als der Regisseur Diego die 19-Jährige als Dolmetscherin für sein Filmteam anheuert, beginnt sie, nicht nur zwischen den Sprachen zu springen, sondern auch zwischen den grundverschiedenen Welten. Ihre strenge Familie, in der seit dem Tod ihrer Schwester Katie kaum noch ein Ton gesprochen wird, und das fröhliche, wilde Haus der Filmemacher — Irma spürt plötzlich, dass sie lebendig begraben wird, wenn sie nicht abhaut. Sie muss unbedingt weg.

Heimlich, ohne das Wissen ihres Vaters, schnappt sie sich ihre zwei kleinen Schwestern und macht sich auf nach Mexiko City. Das Abenteuer der Freiheit spült auch die tief verborgenen, die düsteren Geheimnisse ihres Lebens hervor, und diesmal, hier, läuft sie nicht davon. Weitere Informationen: www.berlinverlag.com