Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises: Verlag Matthes& Seitz, Berlin: Esther Kinsky »Banatsko«

Das Flensburger Institut50plus präsentiert präsentiert die Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises – aktuell einen Titel des Verlags Matthes & Seitz, Berlin: Esther Kinsky »Banatsko«.

›Banatsko‹ ist die Feier einer Land-schaft, des nördlichen Banat. Noch nie wurde dieses Niemandsland zwischen Ungarn, Serbien und Rumänien mit einem so liebenden Blick betrachtet, seine melancholische Poesie so zum Blühen gebracht wie in diesem neuen Roman von Esther Kinsky.

Während der Leser sie in die halbver-fallenen Straßenzüge Battonyas und die sie überwuchernde, sirrende und flirrende Natur begleitet, erzählt sie von einem alten Kino, den Kontakten zu den Dorfbe-wohnern, einer Liebschaft und der langsamen Eroberung des eigenen Zuhauses in dieser neuen Welt.

Vom Rhythmus ihrer Sprache getragen wird der Alltag im ländlichen Banat zum Erlebnis, Kinsky macht ihn hörbar, riechbar. In aller Stille ereignet sich dabei Welt: Den Worten und Dingen wird eine Bedeutung verliehen, die aus der langsamen Annäherung an die fremde Sprache erwächst. Durch genaues Hinsehen wird Einzelheiten auf den Grund gegangen, mit einem Blick, der den Schmerz, der den Dingen innewohnt, mitfühlt, ihn aber nicht beklagt. Weitere Informationen: www.matthes-seitz-berlin.de

Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises: Diogenes Verlag – Astrid Rosenfeld »Adams Erbe«.

Das Flensburger Institut50plus präsentiert die Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises – aktuell einen Titel des Diogenes Verlags: Astrid Rosenfeld »Adams Erbe«.

Adam Cohen ist 1938 achtzehn Jahre alt. Edward Cohen wird um das Jahr 2000 erwachsen. Zwei Generationen trennen sie – aber eine Geschichte vereint sie. Von der Macht der Familien-bande und der Kraft von Wahlver-wandtschaften erzählt dieses Debüt, und davon, dass es nur einer Begeg-nung bedarf, um unser Leben für immer zu verändern.

Berlin, 2004. Edward Cohen, Besitzer einer angesagten Modeboutique, hört seit seiner turbulenten Kindheit immer wieder, wie sehr er Adam gleicht – seinem Großonkel, den er nie gekannt hat, dem schwarzen Schaf der Familie. In dem Moment, in dem Edwards Berliner Leben in tausend Stücke zerbricht, fällt ihm Adams Vermächtnis in die Hände: ein Stapel Papier, adressiert an eine gewisse Anna Guzlowski. Berlin, 1938. Adam Cohen ist ein Träumer. Aber er wächst als jüdischer Junge in den dreißiger Jahren in Deutschland auf, und das ist keine Zeit zum Träumen. Selbst wenn man eine so exzentrische Dame wie Edda Klingmann zur Großmutter hat, die ihren Enkel die wichtigen Dinge des Lebens gelehrt hat – nur das Fürchten nicht.

Als Adam mit achtzehn Anna kennenlernt, weiß er, wovon seine Träume immer gehandelt haben. Doch während die Familie Cohen die Emigration nach England vorbereitet, verschwindet Anna in der Nacht des 9. Novembers 1938 spurlos. Wo soll Adam sie suchen? Sechzig Jahre später liest Edward atemlos Seite um Seite und erfährt, wie weit Adam auf seiner Suche nach Anna gegangen ist… Bewegend und mit unerschrockenem Humor erzählt Astrid Rosenfeld von Schicksalen und großen Gefühlen und davon, wie die Vergangenheit die Gegenwart durchdringt. Weitere Informationen: www.diogenes.ch

Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises: S. Fischer Verlag: Antje Ravik Strubel »Sturz der Tage in die Nacht«

Das Flensburger Institut50plus präsentiert präsentiert die Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises – aktuell einen Titel des S. Fischer Verlags: Antje Ravik Strubel »Sturz der Tage in die Nacht«.

Antje Rávic Strubel erzählt von einer ungewöhnlichen und unabwendbaren Liebe und von den langen Schatten eines untergegangen politischen Systems.

Eine Insel in der Ostsee. Der junge Erik verliebt sich in die scheinbar unergründliche Vogelforscherin Inez. Aber die beiden werden beobachtet. Ohne es zu ahnen, sind sie längst in eine politische Intrige verstrickt. Die geschützte Insel wird zum schutz-losen Ort. Ein Roman, der von einer großen Liebe erzählt, von den Erinnerungen, Legenden und Lügen unserer Gegenwart, aber auch vom Glück, das im Vergänglichen liegt. Weitere Informationen: www.fischerverlage.de

Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises: Dumont Verlags – Jan Brandt »Gegen die Welt«

Das Flensburger Institut50plus präsentiert präsentiert die Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises – aktuell einen Titel des Dumont Verlags: Jan Brandt »Gegen die Welt«.

Ein Dorf in Ostfriesland, Kühe grasen auf den Wiesen, ab und zu zerreißt der Lärm eines Tieffliegers die Stille. Hinter den getrimmten Tujenhecken des Neu-bauviertels blühen die Blumen, in den Auffahrten glänzen frisch gewachste Neuwagen.

In diese Welt wird Mitte der Siebziger-jahre Daniel Kuper, Spross einer Drogistendynastie, hineingeboren. Ein schmächtiger, verschlossener Junge mit viel zu viel Fantasie und zu wenigen Möglichkeiten. Doch bald geschehen seltsame Dinge: Mitten im Sommer kommt es zu heftigem Schneefall, ein Kornkreis entsteht, ein Schüler stellt sich auf die Bahngleise, Hakenkreuze tauchen an den Hauswänden auf. Für all das wird Daniel Kuper verantwortlich gemacht. Und je mehr er versucht, die Vorwürfe zu entkräften, desto stärker verstrickt er sich in ihnen. Daniel Kuper beginnt einen Kampf gegen das Dorf und seine Bewohner. Sie sind es, gegen die er aufbegehrt, und sie sind es, gegen die er am Ende verliert.

›Gegen die Welt‹ ist ein großer deutscher Roman: über die Wende in West-deutschland, über Popkultur in der Provinz und über Freundschaften, die nie zu Ende gehen. Weitere Informationen: www.dumont-buchverlag.de

Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises: S. Fischer Verlag: Marlene Streeruwitz »Die Schmerzmacherin«

Das Flensburger Institut50plus präsentiert präsentiert die Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises – aktuell einen Titel des S. Fischer Verlags: Marlene Streeruwitz »Die Schmerzmacherin«.

Leute werden verschleppt, verschwin-den, werden eingesperrt oder gefol-tert. Amy arbeitet für einen privaten Sicherheitsservice, sie kann die Korruption und Gewalt nur ahnen, die sich als Abgrund hinter den geheimen Operationen abzeichnet. Als sie beschließt auszusteigen, gerät sie endgültig in die Fänge einer undurch-sichtigen, aber brutalen Organisation.

Amys Verlorenheit korrespondiert mit dem Ringen um die Wahrneh-mung der Realität. Was kann sie glauben? Wer ist sie selbst? Und vor allem: Was passierte an dem Tag, an den sie sich nicht erinnern kann? Marlene Streeruwitz entwirft in ihrem meister-haften Roman ein unheimliches und unvergessliches Szenario und fragt nach dem Ort des Individuums in einer zunehmend privatisierten Öffentlichkeit. Weitere Informationen: www.fischerverlage.de

Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises: Verlag Matthes & Seitz, Berlin – Volker Harry Altwasser »Letzte Fischer«

Das Flensburger Institut50plus präsentiert präsentiert die Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises – aktuell einen Titel des Verlags Matthes & Seitz, Berlin: Volker Harry Altwasser »Letzte Fischer«.

Luise wird mit ihrem Spezialteam beauftragt, den Walfänger Rimbaud mitsamt seiner Ladung sicher in den Hafen von Spitzbergen zu bringen. Das raue Leben auf dem Walfänger birgt einige Überraschungen – unter ande-rem beginnt Luise eine gefährliche Affäre mit dem Schiffsjungen Tommy. Zur gleichen Zeit ist ihr Stiefvater Robert mit dem Hochseeschiff Saudade vor Somalia unterwegs, um Rotbarsch zu fangen und die seltene und über-aus kostbare Kurznasenseefledermaus zu häuten. Es soll seine letzte Fahrt sein, bevor er sich dem Wunsch seiner Frau Mathilde fügt, ein Leben an Land zu führen.

Volker Altwassers ›Letzte Fischer‹ ist eine Hommage an das Leben auf den Meeren, ein Abgesang auf eine Männerwelt, die mit ihren Ritualen und Traditionen wie aus der Zeit gefallen wirkt. Neben furiosen Beschreibungen der Waljagd und der Walverarbeitung und mitreißenden Schiffsmanövern auf der ungebändigten See entspinnt sich eine zärtliche Geschichte, die von tiefer Melancholie und Wehmut durchzogen ist. Ein großes Hochseeepos, das vom Meer und immer auch von der Literatur über das Meer erzählt. Weitere Informationen: www.matthes-seitz-berlin.de

Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises: Verlag Kiepenheuer & Witsch – Angelika Klüssendorf »Das Mädchen«

Das Flensburger Institut50plus präsentiert präsentiert die Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises – aktuell einen Titel des Verlags Kiepenheuer & Witsch: Angelika Klüssendorf »Das Mädchen«.

Angelika Klüssendorf erzählt von einem jungen starken Mädchen, das sich herausarbeitet aus allem, was sie umgibt und niederhält: die tyrannische Mutter, die autoritären Lehrer, der bürokratische Staatsapparat.

Am Anfang scheint alles schon zu Ende zu sein: Der Vater trinkt und taucht nur sporadisch auf, die Mutter lässt ihre Wut an den Kindern aus, die Klassen-kameraden meiden das Mädchen, der jüngere Bruder kapselt sich völlig ab. Und doch gibt es eine Kraft, die das Mädchen trägt. Die Bilder aus »Brehms Tierleben«, die sie bewundert, der Traum vom kleinen Haus mit Garten auf dem Lande, Grimms Märchen. Und immer wieder Menschen, die ihr etwas bedeuten und die sie halten. Eines hat sie gelernt: Man muss sich holen, was man braucht. Auch wenn sie mehrfach beim Ladendiebstahl erwischt und schließlich ins Heim gesteckt wird, kann sie sich auch dort auf die neue Lage einstellen. Und das Kinderheim wird auf überraschende Weise zu einem Refugium, wo Kindheit erstmals gelebt werden kann.

Mit ihrer klaren, knappen, präzisen Prosa, großer Lakonie und trockenem Humor versetzt Angelika Klüssendorf den Leser in eine Welt, die das Kindsein kaum zulässt. Atemlos folgt man einer Heranwachsenden, die nichts hat, worauf sie sich verlassen kann, und trotzdem den Lebenswillen nicht verliert – kein bemitleidenswertes Opfer, sondern ein starker, abgründiger Charakter. Ein literarisches Meisterwerk! Weitere Informationen: www.kiwi-verlag.de

Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises: Suhrkamp Verlag – Judith Schalansky »Der Hals der Giraffe«

Das Flensburger Institut50plus präsentiert präsentiert die Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises – aktuell einen Titel des S. Suhrkamp Verlags: Judith Schalansky »Der Hals der Giraffe«.

Anpassung ist alles, weiß Inge Lohmark. Schließlich unterrichtet sie seit mehr als dreißig Jahren Biologie. Daß ihre Schule in vier Jahren geschlossen werden soll, ist nicht zu ändern – in der schrumpfenden Kreisstadt im vorpommerschen Hinterland fehlt es an Kindern. Lohmarks Mann, der zu DDR-Zeiten Kühe besamt hat, züchtet nun Strauße, ihre Tochter Claudia ist vor Jahren in die USA gegangen und hat nicht vor, Kinder in die Welt zu setzen. Alle verweigern sich dem Lauf der Natur, den Inge Lohmark tagtäglich im Unterricht beschwört. Als sie Gefühle für eine Schülerin der 9. Klasse entwickelt, die über die übliche Haß-liebe für die Jugend hinausgehen, gerät ihr biologistisches Weltbild ins Wanken. Mit immer absonderlicheren Einfällen versucht sie zu retten, was nicht mehr zu retten ist.

Nach dem gefeierten Atlas der abgelegenen Inseln schreibt Judith Schalansky einen Roman. Darin kämpft eine Biologielehrerin für die Einhaltung der Natur-gesetze, verrenkt sich den Hals nach unerreichbaren Früchten und fällt am Ende vom Glauben an Gott Darwin ab. Schauplatz der Geschichte ist eine der irrwitzigsten Anstalten dieser Welt: die Schule. Weitere Informationen: www.suhrkamp.de

Miriam Toews: »Mit atemberaubender Eindringlichkeit erzählt sie die Geschichte einer jungen Frau, die lernt, was es heißt, sich selbst zu vergeben«

Die große kanadische Autorin Miriam Toews wuchs in einer mennoniti-schen Familie in Manitoba auf. In ihrem neuen Roman kehrt sie zu ihren Wurzeln zurück und vollbringt ein literarisches Wunder: Mit atem-beraubender Eindringlichkeit erzählt sie die Geschichte einer jungen Frau, die lernt, was es heißt, sich selbst zu vergeben.

Kameras, Zigaretten, Handys, Schau-spieler aus Übersee und Küsse unterm Sternenhimmel — das gab es in Irmas Mennonitendorf im Norden Mexikos alles noch nie. Als der Regisseur Diego die 19-Jährige als Dolmetscherin für sein Filmteam anheuert, beginnt sie, nicht nur zwischen den Sprachen zu springen, sondern auch zwischen den grundverschiedenen Welten. Ihre strenge Familie, in der seit dem Tod ihrer Schwester Katie kaum noch ein Ton gesprochen wird, und das fröhliche, wilde Haus der Filmemacher — Irma spürt plötzlich, dass sie lebendig begraben wird, wenn sie nicht abhaut. Sie muss unbedingt weg.

Heimlich, ohne das Wissen ihres Vaters, schnappt sie sich ihre zwei kleinen Schwestern und macht sich auf nach Mexiko City. Das Abenteuer der Freiheit spült auch die tief verborgenen, die düsteren Geheimnisse ihres Lebens hervor, und diesmal, hier, läuft sie nicht davon. Weitere Informationen: www.berlinverlage.de

Blessing Verlag: »Eine Frau zwischen zwei Männern, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten«

Louis Blériot ist ein Tagträumer: Mit seinen einundvierzig Jahren lebt er immer noch vom Übersetzen techni-scher Texte – und von den Einkünften seiner Frau, die an seiner Apathie zunehmend verzweifelt. Aber ein Anruf genügt, und Louis, der ewige Beobachter, ist wie aus gewechselt: Nach zwei Jahren und zwei Monaten endlich wieder ein Lebenszeichen von Nora, seiner Geliebten, die ihre Rückkehr aus London ankündigt.

Rasch stellt sich zwischen den beiden die Vertrautheit wieder ein, und die Leidenschaft erwacht aufs Neue. Louis müsste jetzt handeln, er will es auch und fühlt sich doch ohnmächtig. Denn es gibt einen anderen Mann in Noras Leben: Murphy Blondale, ein Amerikaner, hyperaktiv, fordernd, aber auch gewissenhaft und großzügig, ein Börsenmakler, der die sphinxhafte, von einer Schauspielerkarriere träumende Nora mit einer Inbrunst liebt, die ihn selbst verwirrt. Einfühlsam, luzid und mit ironischer Distanz stellt Patrick Lapeyre die Höhen und Abgründe einer Ménage-à-trois dar, deren immer neue Verwicklungen die Absurditäten der menschlichen Existenz freilegen. Weitere Informationen: www.randomhouse.de/blessing