Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises – Hanser Verlag: Alex Capus »Léon und Luoise«

Das Flensburger Institut50plus präsentiert präsentiert die Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises – aktuell einen Titel des Hanser Verlags: Alex Capus »Léon und Luoise«.

Zwei junge Leute verlieben sich, aber der Krieg bringt sie auseinander: Das ist die Geschichte von Léon und Louise. Sie beginnt mit ihrer Begegnung im Ersten Weltkrieg in Frankreich an der Atlantikküste, doch dann trennt sie ein Fliegerangriff mit Gewalt. Sie halten einander für tot, Léon heiratet, Louise geht ihren eigenen Weg – bis sie sich 1928 zufällig in der Pariser Métro wiederbegegnen.

Alex Capus erzählt mit wunderbarer Leichtigkeit und großer Intensität von der Liebe in einem Jahrhundert der Kriege, von diesem Paar, das gegen alle Konventionen an seiner Liebe festhält und ein eigensinniges, manchmal unerhört komisches Doppelleben führt. Die Geschichte einer großen Liebe, gelebt gegen die ganze Welt. Weitere Informationen: www.hanser.de

Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises – Suhrkamp Verlag: Sibylle Lewitscharoff »Blumenberg«

Das Flensburger Institut50plus präsentiert präsentiert die Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises – aktuell einen Titel des Suhrkamp Verlags: Sibylle Lewitscharoff »Blumenberg«.

Groß, gelb, gelassen: mit berückender Selbstverständlichkeit liegt eines Nachts ein Löwe im Arbeitszimmer des angesehenen Philosophen Blumen-berg. Die Glieder bequem auf dem Bucharateppich ausgestreckt, die Augen ruhig auf den Hausherrn gerichtet. Der gerät, mit einiger Mühe, nicht aus der Fassung, auch nicht, als der Löwe am nächsten Tag in seiner Vorlesung den Mittelgang herabtrottet, sich hin und her wiegend nach Raub-katzenart. Die Bänke sind voll besetzt, aber keiner der Zuhörer scheint ihn zu sehen. Ein raffinierter Studentenulk? Oder nicht doch viel eher eine Auszeichnung von höchster Stelle – für den letzten Philosophen, der diesen Löwen zu würdigen versteht?

Das Auftauchen des Tieres wirkt in mehrerlei Leben hinein, nicht nur in das Leben Blumenbergs. Ohne es zu merken, gerät auch eine Handvoll Studenten in seinen Bann, unter ihnen der fadendünne Gerhard Optatus Baur, ein glühender Blumenbergianer, und die zarte, hochfahrende Isa, die sich mit vollen Segeln in den Falschen verliebt.

Blumenberg ist nur nebenbei eine Hommage an einen großen Philosophen, vor allem ist es ein Roman voll mitreißendem Sprachwitz, ein Roman über einen hochsympathischen Weltbenenner, dem das Unbenennbare in Gestalt eines umgänglichen Löwen begegnet. Weitere Informationen: www.suhrkamp.de

Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises – Eichborn Verlag: Klaus Modick »Sunset«

Das Flensburger Institut50plus präsentiert präsentiert die Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises – aktuell einen Titel des Eichborn Verlags: Klaus Modick »Sunset«.

Weltberühmt und wohlhabend, aber argwöhnisch beschattet von den Chargen der McCarthy-Ära, lebt Lion Feuchtwanger 1956 noch immer im kalifornischen Exil – der letzte der großen deutschen Emigranten. Als ihn an einem Augustmorgen die Nachricht vom plötzlichen Tod Bertolt Brechts erreicht, ist er tief erschüttert. Er hatte Brechts Genie entdeckt, hatte ihn gefördert, war ihm eng verbunden gewesen.

In stummer Zwiesprache mit dem toten Freund ruft Feuchtwanger die Statio-nen dieser Freundschaft wach, ihren Beginn im München der Räterepublik, die literarischen Triumphe der Zwanzigerjahre, die Flucht und das Leben im Exil. Aus seinen Erinnerungen kristallisieren sich zugleich die Antriebsfedern des eigenen literarischen Schaffens heraus: die Trauer um die als Säugling verstorbene Tochter, seine Schuldgefühle und sein Ehrgeiz, die Traumata seiner Kindheit – und schließlich die Liebe und die Vergänglichkeit.

Am Ende des Tages, als die Sonne im Stillen Ozean versinkt, ist der alte Feuchtwanger sich seiner Stärken und Schwächen hell bewusst und hat eine Bilanz des eigenen Lebens gezogen. Weitere Informationen: www.eichborn.de

Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises: Verlag Matthes& Seitz, Berlin: Esther Kinsky »Banatsko«

Das Flensburger Institut50plus präsentiert präsentiert die Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises – aktuell einen Titel des Verlags Matthes & Seitz, Berlin: Esther Kinsky »Banatsko«.

›Banatsko‹ ist die Feier einer Land-schaft, des nördlichen Banat. Noch nie wurde dieses Niemandsland zwischen Ungarn, Serbien und Rumänien mit einem so liebenden Blick betrachtet, seine melancholische Poesie so zum Blühen gebracht wie in diesem neuen Roman von Esther Kinsky.

Während der Leser sie in die halbver-fallenen Straßenzüge Battonyas und die sie überwuchernde, sirrende und flirrende Natur begleitet, erzählt sie von einem alten Kino, den Kontakten zu den Dorfbe-wohnern, einer Liebschaft und der langsamen Eroberung des eigenen Zuhauses in dieser neuen Welt.

Vom Rhythmus ihrer Sprache getragen wird der Alltag im ländlichen Banat zum Erlebnis, Kinsky macht ihn hörbar, riechbar. In aller Stille ereignet sich dabei Welt: Den Worten und Dingen wird eine Bedeutung verliehen, die aus der langsamen Annäherung an die fremde Sprache erwächst. Durch genaues Hinsehen wird Einzelheiten auf den Grund gegangen, mit einem Blick, der den Schmerz, der den Dingen innewohnt, mitfühlt, ihn aber nicht beklagt. Weitere Informationen: www.matthes-seitz-berlin.de

Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises: Diogenes Verlag – Astrid Rosenfeld »Adams Erbe«.

Das Flensburger Institut50plus präsentiert die Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises – aktuell einen Titel des Diogenes Verlags: Astrid Rosenfeld »Adams Erbe«.

Adam Cohen ist 1938 achtzehn Jahre alt. Edward Cohen wird um das Jahr 2000 erwachsen. Zwei Generationen trennen sie – aber eine Geschichte vereint sie. Von der Macht der Familien-bande und der Kraft von Wahlver-wandtschaften erzählt dieses Debüt, und davon, dass es nur einer Begeg-nung bedarf, um unser Leben für immer zu verändern.

Berlin, 2004. Edward Cohen, Besitzer einer angesagten Modeboutique, hört seit seiner turbulenten Kindheit immer wieder, wie sehr er Adam gleicht – seinem Großonkel, den er nie gekannt hat, dem schwarzen Schaf der Familie. In dem Moment, in dem Edwards Berliner Leben in tausend Stücke zerbricht, fällt ihm Adams Vermächtnis in die Hände: ein Stapel Papier, adressiert an eine gewisse Anna Guzlowski. Berlin, 1938. Adam Cohen ist ein Träumer. Aber er wächst als jüdischer Junge in den dreißiger Jahren in Deutschland auf, und das ist keine Zeit zum Träumen. Selbst wenn man eine so exzentrische Dame wie Edda Klingmann zur Großmutter hat, die ihren Enkel die wichtigen Dinge des Lebens gelehrt hat – nur das Fürchten nicht.

Als Adam mit achtzehn Anna kennenlernt, weiß er, wovon seine Träume immer gehandelt haben. Doch während die Familie Cohen die Emigration nach England vorbereitet, verschwindet Anna in der Nacht des 9. Novembers 1938 spurlos. Wo soll Adam sie suchen? Sechzig Jahre später liest Edward atemlos Seite um Seite und erfährt, wie weit Adam auf seiner Suche nach Anna gegangen ist… Bewegend und mit unerschrockenem Humor erzählt Astrid Rosenfeld von Schicksalen und großen Gefühlen und davon, wie die Vergangenheit die Gegenwart durchdringt. Weitere Informationen: www.diogenes.ch

Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises: S. Fischer Verlag: Antje Ravik Strubel »Sturz der Tage in die Nacht«

Das Flensburger Institut50plus präsentiert präsentiert die Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises – aktuell einen Titel des S. Fischer Verlags: Antje Ravik Strubel »Sturz der Tage in die Nacht«.

Antje Rávic Strubel erzählt von einer ungewöhnlichen und unabwendbaren Liebe und von den langen Schatten eines untergegangen politischen Systems.

Eine Insel in der Ostsee. Der junge Erik verliebt sich in die scheinbar unergründliche Vogelforscherin Inez. Aber die beiden werden beobachtet. Ohne es zu ahnen, sind sie längst in eine politische Intrige verstrickt. Die geschützte Insel wird zum schutz-losen Ort. Ein Roman, der von einer großen Liebe erzählt, von den Erinnerungen, Legenden und Lügen unserer Gegenwart, aber auch vom Glück, das im Vergänglichen liegt. Weitere Informationen: www.fischerverlage.de

Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises: Dumont Verlags – Jan Brandt »Gegen die Welt«

Das Flensburger Institut50plus präsentiert präsentiert die Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises – aktuell einen Titel des Dumont Verlags: Jan Brandt »Gegen die Welt«.

Ein Dorf in Ostfriesland, Kühe grasen auf den Wiesen, ab und zu zerreißt der Lärm eines Tieffliegers die Stille. Hinter den getrimmten Tujenhecken des Neu-bauviertels blühen die Blumen, in den Auffahrten glänzen frisch gewachste Neuwagen.

In diese Welt wird Mitte der Siebziger-jahre Daniel Kuper, Spross einer Drogistendynastie, hineingeboren. Ein schmächtiger, verschlossener Junge mit viel zu viel Fantasie und zu wenigen Möglichkeiten. Doch bald geschehen seltsame Dinge: Mitten im Sommer kommt es zu heftigem Schneefall, ein Kornkreis entsteht, ein Schüler stellt sich auf die Bahngleise, Hakenkreuze tauchen an den Hauswänden auf. Für all das wird Daniel Kuper verantwortlich gemacht. Und je mehr er versucht, die Vorwürfe zu entkräften, desto stärker verstrickt er sich in ihnen. Daniel Kuper beginnt einen Kampf gegen das Dorf und seine Bewohner. Sie sind es, gegen die er aufbegehrt, und sie sind es, gegen die er am Ende verliert.

›Gegen die Welt‹ ist ein großer deutscher Roman: über die Wende in West-deutschland, über Popkultur in der Provinz und über Freundschaften, die nie zu Ende gehen. Weitere Informationen: www.dumont-buchverlag.de

Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises: S. Fischer Verlag: Marlene Streeruwitz »Die Schmerzmacherin«

Das Flensburger Institut50plus präsentiert präsentiert die Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises – aktuell einen Titel des S. Fischer Verlags: Marlene Streeruwitz »Die Schmerzmacherin«.

Leute werden verschleppt, verschwin-den, werden eingesperrt oder gefol-tert. Amy arbeitet für einen privaten Sicherheitsservice, sie kann die Korruption und Gewalt nur ahnen, die sich als Abgrund hinter den geheimen Operationen abzeichnet. Als sie beschließt auszusteigen, gerät sie endgültig in die Fänge einer undurch-sichtigen, aber brutalen Organisation.

Amys Verlorenheit korrespondiert mit dem Ringen um die Wahrneh-mung der Realität. Was kann sie glauben? Wer ist sie selbst? Und vor allem: Was passierte an dem Tag, an den sie sich nicht erinnern kann? Marlene Streeruwitz entwirft in ihrem meister-haften Roman ein unheimliches und unvergessliches Szenario und fragt nach dem Ort des Individuums in einer zunehmend privatisierten Öffentlichkeit. Weitere Informationen: www.fischerverlage.de

Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises: Verlag Matthes & Seitz, Berlin – Volker Harry Altwasser »Letzte Fischer«

Das Flensburger Institut50plus präsentiert präsentiert die Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises – aktuell einen Titel des Verlags Matthes & Seitz, Berlin: Volker Harry Altwasser »Letzte Fischer«.

Luise wird mit ihrem Spezialteam beauftragt, den Walfänger Rimbaud mitsamt seiner Ladung sicher in den Hafen von Spitzbergen zu bringen. Das raue Leben auf dem Walfänger birgt einige Überraschungen – unter ande-rem beginnt Luise eine gefährliche Affäre mit dem Schiffsjungen Tommy. Zur gleichen Zeit ist ihr Stiefvater Robert mit dem Hochseeschiff Saudade vor Somalia unterwegs, um Rotbarsch zu fangen und die seltene und über-aus kostbare Kurznasenseefledermaus zu häuten. Es soll seine letzte Fahrt sein, bevor er sich dem Wunsch seiner Frau Mathilde fügt, ein Leben an Land zu führen.

Volker Altwassers ›Letzte Fischer‹ ist eine Hommage an das Leben auf den Meeren, ein Abgesang auf eine Männerwelt, die mit ihren Ritualen und Traditionen wie aus der Zeit gefallen wirkt. Neben furiosen Beschreibungen der Waljagd und der Walverarbeitung und mitreißenden Schiffsmanövern auf der ungebändigten See entspinnt sich eine zärtliche Geschichte, die von tiefer Melancholie und Wehmut durchzogen ist. Ein großes Hochseeepos, das vom Meer und immer auch von der Literatur über das Meer erzählt. Weitere Informationen: www.matthes-seitz-berlin.de

Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises: Verlag Kiepenheuer & Witsch – Angelika Klüssendorf »Das Mädchen«

Das Flensburger Institut50plus präsentiert präsentiert die Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises – aktuell einen Titel des Verlags Kiepenheuer & Witsch: Angelika Klüssendorf »Das Mädchen«.

Angelika Klüssendorf erzählt von einem jungen starken Mädchen, das sich herausarbeitet aus allem, was sie umgibt und niederhält: die tyrannische Mutter, die autoritären Lehrer, der bürokratische Staatsapparat.

Am Anfang scheint alles schon zu Ende zu sein: Der Vater trinkt und taucht nur sporadisch auf, die Mutter lässt ihre Wut an den Kindern aus, die Klassen-kameraden meiden das Mädchen, der jüngere Bruder kapselt sich völlig ab. Und doch gibt es eine Kraft, die das Mädchen trägt. Die Bilder aus »Brehms Tierleben«, die sie bewundert, der Traum vom kleinen Haus mit Garten auf dem Lande, Grimms Märchen. Und immer wieder Menschen, die ihr etwas bedeuten und die sie halten. Eines hat sie gelernt: Man muss sich holen, was man braucht. Auch wenn sie mehrfach beim Ladendiebstahl erwischt und schließlich ins Heim gesteckt wird, kann sie sich auch dort auf die neue Lage einstellen. Und das Kinderheim wird auf überraschende Weise zu einem Refugium, wo Kindheit erstmals gelebt werden kann.

Mit ihrer klaren, knappen, präzisen Prosa, großer Lakonie und trockenem Humor versetzt Angelika Klüssendorf den Leser in eine Welt, die das Kindsein kaum zulässt. Atemlos folgt man einer Heranwachsenden, die nichts hat, worauf sie sich verlassen kann, und trotzdem den Lebenswillen nicht verliert – kein bemitleidenswertes Opfer, sondern ein starker, abgründiger Charakter. Ein literarisches Meisterwerk! Weitere Informationen: www.kiwi-verlag.de