Zeruya Shalev erzählt von unserer schicksalhafte Gebundenheit an Ort, Zeit und vor allem an die Familie, in die wir geboren sind.

Noch mal ganz von vorne beginnen — für den Rest des Lebens. Zeruya Shalev erzählt von unserer schicksal-hafte Gebundenheit an Ort, Zeit und vor allem an die Familie, in die wir geboren sind: Je größer die Fliehkräfte von Wut, Enttäuschung und Trauer, umso stärker ist ihre Anziehungskraft.

Chemda Horovitz liegt in ihrem Bett und blickt mit schwindendem Bewusstsein auf ihr Leben zurück. Sie denkt an ihre Kindheit im Kibbuz, an ihre Ehe und ihre zwei Kinder, von denen sie eines zu sehr und das andere zu wenig liebte. Ihr geliebter Sohn Avner ist zu einem Mann herangewachsen, dessen Erfolg als Anwalt ihn nicht von seiner tiefen Verbitterung erlösen kann. Er verfällt einer geheimnisvollen Frau, die seine Liebe nicht erwidert.

Chemdas Tochter schenkt alle Liebe und Aufmerksamkeit ihrer Tochter. Als diese sich immer weiter von ihr entfernt, entsteht in ihr das mächtige Verlangen, ein Kind zu adoptieren und noch einmal von vorne zu beginnen. Doch der Widerstand ihrer Familie treibt sie in eine Sackgasse. Sie kann den Traum nicht überwinden, der das zu sprengen droht, was er eigentlich retten soll: ihre Familie.

In Für den Rest des Lebens erzählt Zeruya Shalev von den elementaren Kräften zwischen Eltern und Kindern, von Wut, Enttäuschung und Sehnsucht, von Verletzungen und Liebe und davon, wie sich die Familienbande als stärker und beständiger erweisen als alles Sehnen und Streben, diese zu zerschneiden, und stärker als alle Kräfte, die uns trennen.

Die Übersetzerin Mirjam Pressler wurde 1940 in Darmstadt geboren. Sie übersetzte mehr als 300 Titel aus dem Hebräischen, dem Englischen und dem Niederländischen ins Deutsche. Zudem ist sie eine der erfolgreichsten deutschen Kinderbuchautorinnen und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, etwa dem Deutschen Bücherpreis, der Corine und dem Deutschen Jugendliteraturpreis.Weitere Informationen: www.berlinverlag.de

Berlin Verlag: »Fluss der Wunder – ein überwältigender Abenteuerroman«

Im Auftrag eines Pharmainstituts reist Marina Singh in den brasilia-nischen Urwald, um ihren verschol-lenen Kollegen Anders zu suchen — und um herauszufinden, welche mysteriösen Forschungen die exzentrische Dr. Swenson im Urwald betreibt. Für Marina beginnt eine gefahrvolle Reise zu den Grenzen von Wissenschaft und Mythos, Wahn und Wunder.

Als der Biologe Anders Eckman auf der Suche nach Dr. Swenson im brasilia-nischen Regenwald verschwindet, soll Swensons ehemalige Studentin Marina Singh dem Fall nachgehen und die eigenwillige Forscherin aufspüren, die sich seit Jahren weigert, Berichte an ihr Institut zu liefern. Marina folgt Eckmans Spuren und wagt sich auf eine gefährliche Reise ins dunkle Herz des Amazonas, um zu klären, was es mit Swensons geheimnisvollen Studien über die Fruchtbarkeit der Ureinwohner auf sich hat. Doch je näher sie ihrem Ziel auf dem Rio Negro entgegenreist, desto klarer wird ihr, dass sie sich nicht nur den Gefahren des Urwalds, sondern auch ihren eigenen Ängsten stellen muss …

Fluss der Wunder ist ein intelligenter Abenteuerroman mit einer faszinierenden Heldin, ein packendes Stück Literatur über Wissenschaft und Moral, den Schrecken der Natur und das Grauen im Herzen eines jeden, der Grenzen überschreitet, an denen kein Mensch jemals rühren sollte. WEitere Informationen: www.berlinverlag.de

Robert Louis Stevenson: »Der Master von Ballantrae – Ein wiederentdecktes Meisterwerk«

Die spannende Geschichte vom Kampf zweier ungleicher Brüder beginnt im Schottland des 18. Jahrhunderts. James Durie, der Erbe auf Durisdeer, ist tollkühn und skrupellos, Henry zurückhaltend und redlich. James folgt ohne Rücksicht auf seine Pflichten den Fahnen des glücklosen ‚Bonnie Prince Charlie‘. Henry muss seinen Platz einnehmen und heiratet schließlich auch die für den Bruder bestimmte Frau. Doch damit nimmt der schaurige Abenteuerroman erst seinen Anfang, denn Master James ist nicht tot…

Robert Louis Stevenson wurde 1850 in Edinburgh geboren und starb 1894 in Vailima auf der Samoa-Insel Upolo. Als Autor spannender Abenteuerromane und exotischer Südseegeschichten gelangte der schottische Erzähler zu Weltruhm. Seine bekanntesten Werke u.a.: ›Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde‹ (dtv 1887); ›Die Schatzinsel‹ (dtv 1897). Weitere Informationen: www.dtv.de

Khalil Gibran: »Im Garten des Propheten – Der Prophet kehrt heim«

Nach seiner zwölfjährigen Reise kehrt Almustafa, der Prophet, in seine Heimat zurück. Alle sind begierig, an seiner großen Weisheit teilzuhaben. Almustafa jedoch bleibt zunächst 40 Tage lang allein in seinem Haus.

Dann nimmt er neun Männer bei sich auf, um ihnen sein Wissen über Leben, Tod, Liebe, Natur und Gott zu ver-mitteln. Im Zentrum steht dabei das Verhältnis des Menschen zur geheim-nisvollen und wunderbaren Natur.

Khalil Gibran, geboren 1883 im Libanon, war Dichter, Philosoph und Künstler und emigrierte in jungen Jahren in die USA. Sein Lebenswerk galt der Versöhnung der westlichen und arabischen Welt. Er starb 1931. Weitere Informationen: www.dtv.de

Wallace Stegner: »Vor der Stille der Sturm – Kein Paradies, nirgends.«

Joe Allston – lange erfolgreicher Literaturagent – kehrt, gemeinsam mit seiner Frau Ruth, der exzentri-schen Ostküste und dem wirren Treiben der Swinging Sixties den Rücken. Auf der Suche nach Stille aber findet er: kein Paradies, nirgends.

Dort, wo er es erhoffte, in den berau-schend schönen Hügeln Kaliforniens, wird er abermals in die Unordnung des Lebens gestoßen. Die Begegnung mit einer jungen Frau, die gegen den Tod ankämpft und doch vom Leben, seiner Intensität und Schönheit, durchdrun-gen scheint, trifft ihn tief.

Die herbe, aber verführerische Emp-findungsfülle jener Tage versöhnt Allston schließlich – mit Niederlagen, Verlust und Zweifeln. Er, der Erfüllung in einer Idylle gesucht hatte, findet in ihrer Unvollkommen-heit sich selbst. Weitere Informationen: www.dtv.de

Gila Lustiger: »Wir sind wahre Meister im Darüberhinwegkommen.«

Sie wären in dieser Nacht nicht dort, wäre Onkel Paul nicht gestorben. So sind sie zurückgekehrt in das Haus ihrer Kindheit. Die Nichten Lisa und Tanja, inzwischen erwachsene Frauen, begegnen sich in dieser Nacht als Schwestern, als Rivalinnen um Liebe und Anerkennung, und sie begegnen sich selbst.

„Wir sind doch über viel, viel Schlimme-res hinweggekommen. Wenn du dir überlegst, worüber wir alles schon hinweggekommen sind. Wir sind wahre Meister im Darüberhinwegkommen.“

Die Geschichte beginnt mit ihrem Ende. Onkel Paul war lange krank gewesen, sein Tod war keine Überraschung, und doch ist da erst mal Stille, Wut und Ratlosigkeit. Belangloses, Erinnerun-gen und Alltägliches mischen sich in das Gespräch der Schwestern. Aufgewühlt von der Trauer, für die sie noch keine Worte haben, erzählen sich Lisa und Tanja von Onkel Paul. Er war an die Stelle des Vaters getreten, als sich die Eltern scheiden ließen. Er übernahm die Rolle der Mutter, als sie sich nach der Trennung nicht um die heranwachsenden Töchter kümmern konnte. Heute ist Tanja eine erfolgreiche Wirtschaftsexpertin, hat Familie, einen soliden Mann und eine niedliche Tochter. Lisas Schauspielerkarriere ist zwar gescheitert, doch sie hat sich ein Leben als Therapeutin aufgebaut. Paul, selbst ein Mann der Kunst, des guten Geschmacks, hatte sich mehr gewünscht, denn seine beiden Nichten sollten alles werden, nur nicht gewöhnlich. Die Trauer macht uns erst sprachlos, dann empfänglich für das, was wir nicht wahrhaben wollen, und gibt uns schließlich eine Sprache für die eigene Geschichte zurück. Diesen Moment nutzt Gila Lustiger in ihrem neuen Roman, entlarvt die Gewissheiten und falschen Wahr-heiten, um dorthin zu gelangen, wo auch Trost wieder möglich ist.

Mit leichter Hand gelingt es ihr, ein Kammerspiel über den Tod zu schreiben und dabei über das Leben zu reden. Gila Lustiger ist eine kraftvolle und kompro-misslose Erzählerin, der wir gern in diese Nacht der Trauer folgen, behält sie sich doch vor, auch das Komische im Allzumenschlichen zu sehen. Weitere Informationen: www.berlinverlage.com

Eva Illouz: »Sie widmet sich in ihrem neuen Buch der Schattenseite der Liebe«

Warum tut Liebe weh, jedenfalls gelegentlich? Was fasziniert uns noch heute an Figuren wie Emma Bovary oder Heathcliff und Catherine, den unglücklich Liebenden aus Emily Brontës Sturmhöhe? Und vor allem: Was unterscheidet uns von ihnen? Gibt es einen Unterschied zwischen dem Liebeskummer zu Zeiten Jane Austens und der Art und Weise, wie wir ihn heute erfahren und damit umgehen?

»Ja«, sagt Eva Illouz, die Meisterin der soziologischen Analyse der Gefühlswelt moderner Menschen, und widmet sich in ihrem neuen Buch der Schattenseite der Liebe. Sie zeigt, inwiefern der Liebesschmerz wesentlich von den gesellschaftlichen Bedingungen der jeweiligen Zeit geprägt wird und keineswegs ein rein individuelles Problem ist, wie uns etwa Beziehungsratgeber weismachen wollen. Das Leiden an der Liebe ist ein soziologisches Phänomen, das Illouz untersucht wie einst Marx die Ware im Kapitalismus: in Begriffen des Tauschs zwischen ungleichen Marktteilnehmern. In sechs Kapiteln entfaltet sie die Ursachen zeitgenössischen Liebesleidens sowie die Spezifika des heutigen Umgangs mit Beziehungskrisen. Die digitalen Heiratsmärkte spielen dabei ebenso eine Rolle wie die neuen Mechanismen der Partnerwahl und der strategische Umgang mit der romantischen Vorstellungskraft.

Nach den großen Erfolgen von Der Konsum der Romantik, Gefühle in Zeiten des Kapitalismus und Die Errettung der modernen Seele schreibt Eva Illouz ihre faszinierende Soziologie des modernen Menschen fort, die immer auch kritische Bestandsaufnahme der Zeit ist, in der wir leben. Weitere Informationen: www.suhrkamp.de

Island: »Ein literarischer Reisebegleiter fürs Reisegepäck – mit großen Autoren unterwegs zu den schönsten Orten der Welt«

Island: Land der Trolle und der Geysire, der Gletscher und Vulkane. Immer mehr Reisende entdecken die sagenumwobene Vulkaninsel am Polarkreis. Die Hauptstadt Reykjavík präsentiert sich als aufstrebende junge Metropole mit einer lebendigen Kulturszene. Isländische Musik und Filme wurden internationale Exportschlager.

In diesem Band lädt der Autor – selbst Isländer – ein, seine Heimat zu entdecken. Auf den Spuren der großen isländischen Sagas und einheimischer wie internationaler Autoren führt er uns durch ein faszinierendes Land. Auf sechs Ausflügen lädt Artúr Ballason ein, seine Heimat Island zu ent-decken. Er führt uns durch Reykjavik, zu den berühmten Geysiren, zu sagenumwobenen Vulkanen und Wasserfällen … Weitere Informationen: www.suhrkamp.de

Audur Ava Ólafsdóttir: »Die erstaunliche Geschichte über das Verhältnis eines jungen Vaters und seiner Tochter«

Weiß man, wann es Liebe ist? Arnljotur könnte diese Frage nicht beantworten. Er weiß nur, dass er sich mit ein paar Rosenstöcklingen seiner verstorbenen Mutter auf die Reise begeben muß, um in einem alten, einst weltberühmten Kloster-garten eine seltene Rose zu züchten. Das ist sein Traum.

Sein altes Leben in Island läßt er hinter sich: seinen Vater und seinen Zwillingsbruder, seine kleine Tochter Flora Sol und deren Mutter Anna, mit der ihn wenig verbindet. Es wird eine Reise zu sich selbst, bei der die Gespräche mit einem gebildeten und weisen Mönch eine wichtige Rolle spielen. Dabei geht es immer wieder um Sex, Tod und Liebe – Fragen menschlicher Existenz –, die sich so theoretisch und abstrakt nicht lösen lassen. Da bekommt Arnljotur unerwarteten Besuch – von Anna und Flora Sol. Plötzlich weiß er, daß es Liebe ist, die ihn mit seinem Kind, der Mutter des Kindes verbindet.

Die erstaunliche Geschichte über das Verhältnis eines jungen Vaters und seiner Tochter: wie eine solche Liebe alles andere im Leben relativieren kann. Weitere Informationen: www.suhrkamp.de

Roger Casement, der visionäre Kelte: »Als Aufklärer und Held verehrt, als Verbrecher und Homosexueller verfemt …«

August 1916, die Todeszelle eines Londoner Gefängnisses. Roger Casement hält Rückschau auf sein abenteuerliches Leben. Er erinnert sich an die Jahre in Afrika, als er im Auftrag der britischen Regierung einen folgenreichen Bericht über die kolonialen Grausamkeiten im belgi-schen Kongo verfasste. Und er denkt weiter zurück, an die Kindheit im irischen Ulster, seine zwiespältige Herkunft von einem streng protes-tantischen Vater und einer tiefgläu-bigen katholischen Mutter, die viel zu früh verstarb.

An das Jahr 1910, als Casement ins peruanische Amazonasgebiet reist, um die grausamen Machenschaften eines Unternehmens zu dokumentieren, das mit britischem Kapital arbeitet. Was er dort sieht und hört, bringt ihn fast um den Verstand. Dabei wird ihm, dem inzwischen kontroversen Idealisten und öffentlichen Aufklärer, immer dringlicher seine eigentliche Mission bewusst. Heimlich begibt er sich nach Berlin und sucht deutsche Unterstützung für die irische Unab-hängigkeitsbewegung. Doch in den Wirren des Ersten Weltkrieges gerät er zwischen alle Fronten. Und wird von denen verraten, die er zu lieben glaubt …

Als Aufklärer und Held verehrt, als Verbrecher und Homosexueller verfemt, träumte der große, visionäre Kelte Roger Casement von einer freien, befrie-deten Welt. Mit seiner ganzen epischen Kraft zeichnet Mario Vargas Llosa so schonungslos wie eindrucksvoll die inneren und äußeren Kämpfe, das turbulente Wirken dieser umstrittenen historischen Figur nach. Weitere Informationen: www.suhrkamp.de