Rafik Schami: »Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte«

»Êin Mann, der keine Geschichten erzählen kann, riskiert, von seiner Frau verkauft zu werden – dies ist eine der Lektionen, die der sieben-jährige Rafik bei einem der gemein-samen Basarbesuche von seinem Großvater lernt. Für ihn war dieses Erlebnis so prägend, dass er beschloss, künftig »Frauen immer Geschichten zu erzählen, damit sie mich nicht verkaufen«.

In elf Erzählungen, die zu seinen persön-lichsten gehören, entführt Rafik Schami seine Leser in das Damaskus seiner Kindheit: in die Kaffeehäuser, vor das Radiogerät, in dem Abend für Abend, tausendundeine Nacht lang, Schehera-zade nicht nur den König in ihren Bann zieht, auf den Basar, zu den Friseuren und in die Hinterhöfe – überall hin, wo erzählt wird. Hier begann der Weg des Erzählers Rafik Schami, der ihn bislang neunmal um die Erde geführt hat. Weitere Informationen: www.dtv.de

Nordirland: »Ein Requiem für Unschuld und Unglück«

Robert McGladdery, der letzte Mann, der 1961 in Nordirland gehängt wurde, war angeklagt des Mordes an einer Neunzehnjährigen. Er beteuerte seine Unschuld, bis er überraschend, am Abend vor seiner Hinrichtung, ein Geständnis ablegte. Ein Geständnis, dessen Wahrhaftigkeit bis heute zweifelhaft ist.

McNamee spürt einem Geschehen nach, das nie eindeutig geklärt wurde. Sein Interesse gilt ebenso der Aufdeckung eines spektakulären Justizirrtums wie der Anatomie einer Gesellschaft, die einen solchen Irrtum erst möglich macht. Halb Fallstudie, halb Fiktion, ist dies eine Expedition in ein menschliches und soziales Drama.

Nordirland, ein dunkler Planet, Brachland einer verlorenen Gesellschaft, die dem Filz in Verwaltung, Justiz, Regierung und Klerus nichts entgegenzusetzen weiß. Weitere Informationen: www.dtv.de

Elsas Küche: »Elsa und das Rezept ihres Lebens«

Die ›Tulpe‹, das einzige gehobene Restaurant in Delibab, ist ein voller Erfolg. Elsa, die Chefin, genießt gesellschaftliches Ansehen und finanzielle Sicherheit, am Abend liegen ihr die Gäste zu Füßen, nachts teilt sie das Bett mit einem Liebhaber.

Und dennoch: Glück schmeckt anders. Elsa beschließt, sich um die ›Silberne Suppenkelle‹, die höchste gastrono-mische Auszeichnung Ungarns zu bemühen. Auf dem Weg zur Starköchin jedoch kommt ihr allerhand in die Quere: eine junge talentierte Konditorin, eine Bande kleiner Roma-Kinder und vor allem der hochanspruchsvolle Gaumen eines einsamen Restaurantkritikers …

Elsa träumt davon, aus den Zutaten des Lebens ein feineres Gericht zu erschaffen. Fingerspitzengefühl ist dabei jedoch nicht immer ihre Stärke. Und so schmeckt das Leben mitunter bitter – bis sie begreift, dass das, was wir haben, manchmal schon das Glück ist. Weitere Informationen: www.dtv.de

Sound: »Ein Roman, wie es ihn noch nie gab — radikal gedacht, bahnbrechend und ein komplett neues Leseerlebnis«

Sound, den Debütroman des jungen amerikanischen Autors Tom M. Wolf, können wir lesend hören. Erzählung, Bilder und Geräusche gehen eine ganz und gar neue Verbindung ein, die uns gleichzeitig packt wie intellektuell herausfordert.

Ein Sommer an Jerseys Küste. Cincy kehrt, nicht gerade begeistert, in seine Heimatstadt zurück. Unter kommt er bei einem alten Schulfreund, gemeinsam hören sie Platten, ziehen nachts durch die Kneipen, alles ist wie in den guten alten Tagen. Und genau das ist das Problem: eine drückende Atmosphäre des Stillstands, nichts ändert sich jemals, alles wiederholt sich. Über die Stadt und ihr Leben hat sich ein Film aus Nostalgie und Melancholie gelegt wie der Rost über die Karussells im Vergnügungspark. Doch dann trifft Cincy auf Vera.

Sound ist eine Liebesgeschichte, eine Boy-meets-Girl-Story — so alt wie die Menschheit. Aber das Gewand, dass Tom M. Wolf dafür erschafft, ist gänzlich neu und radikal. Der Roman gleicht einer musikalischen Partitur: Dialoge, Gedanken, Hintergrundgeräusche, Herzklopfen unterlegen die Ich-Erzählung mit einem ganz eigenen Soundtrack. Tom M. Wolf arbeitet mit einer Theorie des Loops und gestaltet eine neue Erzählform, die Gleichzeitigkeit von Gedanken und Rede, von Geschichte und Klang ermöglicht. Und dabei ist er ein klarer wie eindringlicher Erzähler. Sound ist ein atemberaubendes Debüt, das ein Meilenstein der amerikanischen Literatur werden wird. Weitere Informationen: www.berlinverlage.de

Ein Neuseelandroman, der das Leben in seiner überwältigenden Vielfalt preist

Emily Perkins hat einen berühren-den Familien-, Generationen- und Neuseelandroman geschrieben, einen Roman, der das Leben in seiner überwältigenden Vielfalt preist, in all seiner Sinnlichkeit und Farbigkeit.

Von New York City nach Auckland, Neuseeland — nach einem Umzug um den halben Globus tauchen die Forrests in eine neue Welt ein, eine Welt tiefen, satten Grüns, wechselnden Lichts und silberglänzender Gewässer. So anarchisch das Familienleben mit vier Kindern und entrückten Eltern, so unbändig ihre Lust, die fremde Umgebung zu erforschen. Die Straßen der Nachbarschaft, die wild wuchernden Gärten der Frauenkommune, in die sie vorübergehend übersiedeln, die Flüsse, die Parks.

Dorothy, genannt Dottie, ist die Hellhörige, Feinnervige unter den Geschwistern, mit wachem Sinn nimmt sie die Welt um sich wahr, fühlt mit und lässt sich mitreißen. Sie ist das Zentrum eines Romans, der von tiefen, unerschütterlichen Verbindungen, die ein Leben durchziehen, erzählt.

Emily Perkins’ Ton ist von großer Intensität, lakonisch und verschwenderisch zugleich. Sie hat einen Roman geschrieben, der die Bewegungen des Lebens aufnimmt, die großen und die kleinen Schwingungen, und es wagt, einen weiten Bogen zu schlagen. Ein Roman voll ungebändigter Kraft und Zuversicht. Weitere Informationen: www.berlinverlag.de

Mette Jakobsen: Ein fesselnder Debütroman, eine Geschichte, die man nie mehr vergisst.

Minous Geschichte, Mette Jakobsens fesselnder Debütroman, ist eine Geschichte, die man nie mehr vergisst. Elegant und mit betören-der Unschuld schreibt sie über große Themen: Liebe, Verlust und Einsamkeit und den ewigen Wettkampf zwischen Vernunft und Phantasie.

Minou ist zwölf Jahre alt. Vor einem Jahr, am Morgen nach der Zirkusvor-stellung, ging ihre Mutter mit einem schwarzen Regenschirm aus dem Haus und machte einen Spaziergang im Regen, von dem sie nie wieder zurückkam. »Vielleicht glaubt ihr meine Geschichte nicht. Vielleicht lest ihr sie wie ein Märchen oder wie eine Fabel aus meiner Phantasie. Aber alles ist wahr.«

Die Geschichte handelt von einem Zauberer und einem Priester und einem Hund namens Namenlos. Und von Papas endloser Jagd nach der Wahrheit. Sie handelt von einem toten Jungen, der zuhört, und von Minous Suche nach Mamas Stimme. Und sie handelt von der Entdeckung der Liebe. Weitere Informationen: www.berlinverlage.com

Unionsverlag: »Die sieben Briefe des Doktor Wambach«

»Ich habe dieses Buch lieb. Weil es mich rührte, weil es mich nachdenk-lich machte und anregte. Ein kleines Wunder«, so Peter Härtling.

Das Leben des Doktor Hubert Wambach, Obervertrauensarzt im Ruhestand, zieht friedlich dahin: meteorologische Messungen, Hobbymalerei und der regelmäßige Spaziergang zum Grab seiner vielgeliebten Frau – bis Wambach eines Tages auf der Straße die heulende Ise trifft.

Ise ist fünf und beklagt den Verlust ihrer Puppe Rapunzel. Wambach beginnt, Ise zu trösten, und schreibt ihr Briefe im Namen der vermeintlich nach Paris ausge-büxten Puppe. Zugleich erlebt er noch einmal die sehnsuchtsvoll verwandelte Geschichte seiner eigenen Liebe und vollbringt seine letzte, schönste und vielleicht gelebteste Erdentat. Denn es ist nie zu spät, das Leben zu entdecken. Weitere Informationen: www.unionsverlag.com

Parnassia: »Eine ergreifende Suche nach Identität, Erinnerung und Vergebung«

Um sie vor der Deportation zu retten, nimmt ein kinderloses Ehepaar die kleine jüdische Rivka auf. Aus Rivka wird Anneke, doch die Geschichte ihrer Herkunft wird sie — und alle, die sie lieben — ein Leben lang begleiten.

Amsterdam 1942. Die Verfolgung der Juden in den Niederlanden wird immer brutaler. Um ihre kleine Tochter in Sicherheit zu wissen, bringen Rivkas Eltern sie bei einem kinderlosen Pfarrersehepaar unter. Erst Jahre später, nach dem Krieg, kehrt ihr Vater zurück, doch aus Rivka ist Anneke geworden, aus der Jüdin eine Christin. Und so bleibt sie bei ihrer neuen Familie, nimmt eine neue Identität an — jene, der sie ihr Überleben verdankt.

Als Anneke sich in Joost verliebt, der ebenfalls aus einer jüdischen Familie stammt, bricht zum ersten Mal die Vergangenheit wieder auf. Jahrzehnte später trifft sich Anneke nach einer langen Zeit der Entfremdung mit ihrer ältesten Tochter Sandra im Strandlokal »Parnassia« und erzählt ihr nach und nach ihre Geschichte und wie es dazu hat kommen können, dass sie alle, die sie liebten, im Stich ließ, um ein neues Leben zu beginnen. Weitere Informationen: www.berlinverlage.com

Joanna Briscoe: »Die Folgen dieser heimlichen Affären kommen erst Jahre später ans Licht.«

Die sechzehnjährige Cecilia verliebt sich in ihren Englischlehrer. Gleich-zeitig verliebt sich ihre Mutter in dessen Frau: Die Folgen dieser heimlichen Affären kommen erst Jahre später ans Licht.

Eine Künstlerkolonie im Südengland der 70er Jahre: Dora, Lehrerin an einer alternativen Schule, einen kreativen Ehemann an ihrer Seite, hat hier ihren Lebenstraum verwirklicht. Ihre Tochter Cecilia hingegen möchte vor dieser Freizügigkeitskultur am liebsten davonlaufen. Nichts wünscht sie sich sehnlicher, als die Töpfer- und Kletter-kurse gegen klare Regeln und klassische Uniformen einzutauschen. Als der Englischlehrer James Dahl, Absolvent einer Eliteuniversität, an ihre Schule kommt, verbreitet er erstmals eine Aura der klassischen Bildung und Eleganz in Cecilias Welt.

Dora nimmt das Schwärmen ihrer Tochter nicht ernst, sie ist selbst viel zu sehr mit ihrer eigenen Gefühlswelt beschäftigt: Nach Jahren einer erfüllten Ehe fühlt sie sich ausgerechnet zu Dahls weltläufiger, charismatischer Frau hingezogen. Sie bemerkt nicht, dass die Schwärmerei ihrer Tochter mehr und mehr Grenzen überschreitet. Weitere Informationen: www.berlinverlage.com

Thomas Mann: »Das Meer ist keine Landschaft, es ist das Erlebnis der Ewigkeit.«

Kaum ein anderer Ort auf der Welt zieht die Menschen mehr an als das Meer. Es spricht all unsere Sinne unmittelbar und intensiv an – die glitzernde Oberfläche über blauen oder grünen Tiefen, der sanfte Rhythmus des Wellenschlags, die tosende Brandung am Strand, die salzig-würzige Brise … Beim Anblick seiner Erhabenheit, der tödlichen Gefahr, die es in sich birgt, wird uns unsere eigene Begrenztheit umso deutlicher bewusst; fasziniert und ängstigt uns gleichermaßen das Übermächtige, das Energische, das Numinose des Meeres.

Richard Reschika nähert sich dem Geheimnis »Meer« von verschiedenen Seiten und präsentiert seine mytholo-gische, philosophische, psychologische und poetische Dimension. Ergänzt wird das Buch durch spezielle Meditationen, die direkt am Meer oder auf dem Meer durchgeführt werden können. Weitere Informationen: www.randomhouse.de