Rafik Schami: »Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte«

Ein Mann, der keine Geschichten erzählen kann, riskiert, von seiner Frau verkauft zu werden – dies ist eine der Lektionen, die der sieben-jährige Rafik bei einem der gemein-samen Basarbesuche von seinem Großvater lernt. Für ihn war dieses Erlebnis so prägend, dass er beschloss, künftig »Frauen immer Geschichten zu erzählen, damit sie mich nicht verkaufen«.

In elf Erzählungen, die zu seinen persön-lichsten gehören, entführt Rafik Schami seine Leser in das Damaskus seiner Kindheit: in die Kaffeehäuser, vor das Radiogerät, in dem Abend für Abend, tausendundeine Nacht lang, Scheherazade nicht nur den König in ihren Bann zieht, auf den Basar, zu den Friseuren und in die Hinterhöfe – überall hin, wo erzählt wird. Hier begann der Weg des Erzählers Rafik Schami, der ihn bislang neunmal um die Erde geführt hat. Weitere Informationen: www.dtv.de

Ringelnatz: »Mal unverschämt-frivol, mal polternd, närrisch und ,knallvergnügt’, dann wieder tiefsinnig-betrübt«

So skurril wie sein Kunstname
,Ringelnatz’ sind auch die Verse des Dichters, der mit eigentlichem, weniger poetischem Namen Hans Bötticher hieß: Mal unverschämt-frivol, mal polternd, närrisch und ,knallvergnügt’, dann wieder tiefsinnig-betrübt nehmen sie die kleinen Dinge des Lebens – eine Zwirnsrolle, eine Seifenblase, ein Stäubchen oder einen Floh –, aber auch das ,Menschlich-Allzu-menschliche’ ins Visier: Liebe, Laster, erfüllte und enttäuschte Sehnsüchte.

Trotz aller Brandbreite macht die Gedichte Eines unverwechselbar: Sie sind ein zärtlich-lustvolles Bekenntnis zur Diesseitigkeit, geschrieben in einer Sprache, die ebenso wunderschön geringelt ist wie die Seepferdchen, denen dieser unvergleichliche Dichter seinen Namen entlehnte.

In der vorliegenden Anthologie sind versammelt: Kinder-Verwirr-Buch, Turngedichte, Kuttel Daddeldu oder das schlüpfrige Leid und andere mehr. Weitere Informationen: www.marixverlag.de

Tucholskys Erzählungen Rheinsberg. »Ein Bilderbuch für Verliebte und Schloß Gripsholm«

Sie gilt als das Urgefühl des Men-schen und gerade die Schriftsteller versuchen sich ihr mit der Intensi-tät des Wortes punktuell zu nähern: die Liebe. Nur wenigen gelingt dies jedoch mit der verspielt-melancho-lischen Leichtigkeit eines Kurt Tucholsky. Die hier versammelten Erzählungen Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte und Schloß Gripsholm. Eine Sommergeschichte gleichen Pastellzeichnungen, die mit schlichten Strichen ein ganzes Universum entstehen lassen, des-sen Bildkraft unerwartet fasziniert und dessen verborgene Sehnsucht gerade deswegen bezwingt, weil sie in der vordergründigen Unschein-barkeit der Farben zugleich enthalten und gestillt ist.

„In der heutigen Zeit Liebe? Lieben Sie? Wer liebt denn heute noch?“ (Kurt Tucholsky) Seit Menschengedenken ist sie die Gretchenfrage, Künstler versuchen sie in Wort, Bild und Ton zu ergründen. Tucholskys Erzählungen Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte und Schloß Gripsholm. Eine Sommergeschichte bleiben dem Leser jedoch gerade deshalb in Erinnerung, weil sie sich ihm nicht dadurch aufdrängen, dass sie den Anspruch erheben, das Rätsel der Liebe lösen zu wollen.

Auf diese Weise schaffen sie einen Raum, der es ihnen erlaubt, die Liebe zu veranschaulichen: ihre unstillbare Sehnsucht nach dem nie zu Befriedigen-den, ihre neckisch-frivole Saumseligkeit, aber auch ihre unergründlichen Wünsche und destruktiven Begierden. Weitere Informationen: www.marixverlag.de

Rafik Schami: »Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte«

»Êin Mann, der keine Geschichten erzählen kann, riskiert, von seiner Frau verkauft zu werden – dies ist eine der Lektionen, die der sieben-jährige Rafik bei einem der gemein-samen Basarbesuche von seinem Großvater lernt. Für ihn war dieses Erlebnis so prägend, dass er beschloss, künftig »Frauen immer Geschichten zu erzählen, damit sie mich nicht verkaufen«.

In elf Erzählungen, die zu seinen persön-lichsten gehören, entführt Rafik Schami seine Leser in das Damaskus seiner Kindheit: in die Kaffeehäuser, vor das Radiogerät, in dem Abend für Abend, tausendundeine Nacht lang, Schehera-zade nicht nur den König in ihren Bann zieht, auf den Basar, zu den Friseuren und in die Hinterhöfe – überall hin, wo erzählt wird. Hier begann der Weg des Erzählers Rafik Schami, der ihn bislang neunmal um die Erde geführt hat. Weitere Informationen: www.dtv.de

Nordirland: »Ein Requiem für Unschuld und Unglück«

Robert McGladdery, der letzte Mann, der 1961 in Nordirland gehängt wurde, war angeklagt des Mordes an einer Neunzehnjährigen. Er beteuerte seine Unschuld, bis er überraschend, am Abend vor seiner Hinrichtung, ein Geständnis ablegte. Ein Geständnis, dessen Wahrhaftigkeit bis heute zweifelhaft ist.

McNamee spürt einem Geschehen nach, das nie eindeutig geklärt wurde. Sein Interesse gilt ebenso der Aufdeckung eines spektakulären Justizirrtums wie der Anatomie einer Gesellschaft, die einen solchen Irrtum erst möglich macht. Halb Fallstudie, halb Fiktion, ist dies eine Expedition in ein menschliches und soziales Drama.

Nordirland, ein dunkler Planet, Brachland einer verlorenen Gesellschaft, die dem Filz in Verwaltung, Justiz, Regierung und Klerus nichts entgegenzusetzen weiß. Weitere Informationen: www.dtv.de

Elsas Küche: »Elsa und das Rezept ihres Lebens«

Die ›Tulpe‹, das einzige gehobene Restaurant in Delibab, ist ein voller Erfolg. Elsa, die Chefin, genießt gesellschaftliches Ansehen und finanzielle Sicherheit, am Abend liegen ihr die Gäste zu Füßen, nachts teilt sie das Bett mit einem Liebhaber.

Und dennoch: Glück schmeckt anders. Elsa beschließt, sich um die ›Silberne Suppenkelle‹, die höchste gastrono-mische Auszeichnung Ungarns zu bemühen. Auf dem Weg zur Starköchin jedoch kommt ihr allerhand in die Quere: eine junge talentierte Konditorin, eine Bande kleiner Roma-Kinder und vor allem der hochanspruchsvolle Gaumen eines einsamen Restaurantkritikers …

Elsa träumt davon, aus den Zutaten des Lebens ein feineres Gericht zu erschaffen. Fingerspitzengefühl ist dabei jedoch nicht immer ihre Stärke. Und so schmeckt das Leben mitunter bitter – bis sie begreift, dass das, was wir haben, manchmal schon das Glück ist. Weitere Informationen: www.dtv.de

Sound: »Ein Roman, wie es ihn noch nie gab — radikal gedacht, bahnbrechend und ein komplett neues Leseerlebnis«

Sound, den Debütroman des jungen amerikanischen Autors Tom M. Wolf, können wir lesend hören. Erzählung, Bilder und Geräusche gehen eine ganz und gar neue Verbindung ein, die uns gleichzeitig packt wie intellektuell herausfordert.

Ein Sommer an Jerseys Küste. Cincy kehrt, nicht gerade begeistert, in seine Heimatstadt zurück. Unter kommt er bei einem alten Schulfreund, gemeinsam hören sie Platten, ziehen nachts durch die Kneipen, alles ist wie in den guten alten Tagen. Und genau das ist das Problem: eine drückende Atmosphäre des Stillstands, nichts ändert sich jemals, alles wiederholt sich. Über die Stadt und ihr Leben hat sich ein Film aus Nostalgie und Melancholie gelegt wie der Rost über die Karussells im Vergnügungspark. Doch dann trifft Cincy auf Vera.

Sound ist eine Liebesgeschichte, eine Boy-meets-Girl-Story — so alt wie die Menschheit. Aber das Gewand, dass Tom M. Wolf dafür erschafft, ist gänzlich neu und radikal. Der Roman gleicht einer musikalischen Partitur: Dialoge, Gedanken, Hintergrundgeräusche, Herzklopfen unterlegen die Ich-Erzählung mit einem ganz eigenen Soundtrack. Tom M. Wolf arbeitet mit einer Theorie des Loops und gestaltet eine neue Erzählform, die Gleichzeitigkeit von Gedanken und Rede, von Geschichte und Klang ermöglicht. Und dabei ist er ein klarer wie eindringlicher Erzähler. Sound ist ein atemberaubendes Debüt, das ein Meilenstein der amerikanischen Literatur werden wird. Weitere Informationen: www.berlinverlage.de

Ein Neuseelandroman, der das Leben in seiner überwältigenden Vielfalt preist

Emily Perkins hat einen berühren-den Familien-, Generationen- und Neuseelandroman geschrieben, einen Roman, der das Leben in seiner überwältigenden Vielfalt preist, in all seiner Sinnlichkeit und Farbigkeit.

Von New York City nach Auckland, Neuseeland — nach einem Umzug um den halben Globus tauchen die Forrests in eine neue Welt ein, eine Welt tiefen, satten Grüns, wechselnden Lichts und silberglänzender Gewässer. So anarchisch das Familienleben mit vier Kindern und entrückten Eltern, so unbändig ihre Lust, die fremde Umgebung zu erforschen. Die Straßen der Nachbarschaft, die wild wuchernden Gärten der Frauenkommune, in die sie vorübergehend übersiedeln, die Flüsse, die Parks.

Dorothy, genannt Dottie, ist die Hellhörige, Feinnervige unter den Geschwistern, mit wachem Sinn nimmt sie die Welt um sich wahr, fühlt mit und lässt sich mitreißen. Sie ist das Zentrum eines Romans, der von tiefen, unerschütterlichen Verbindungen, die ein Leben durchziehen, erzählt.

Emily Perkins’ Ton ist von großer Intensität, lakonisch und verschwenderisch zugleich. Sie hat einen Roman geschrieben, der die Bewegungen des Lebens aufnimmt, die großen und die kleinen Schwingungen, und es wagt, einen weiten Bogen zu schlagen. Ein Roman voll ungebändigter Kraft und Zuversicht. Weitere Informationen: www.berlinverlag.de

Mette Jakobsen: Ein fesselnder Debütroman, eine Geschichte, die man nie mehr vergisst.

Minous Geschichte, Mette Jakobsens fesselnder Debütroman, ist eine Geschichte, die man nie mehr vergisst. Elegant und mit betören-der Unschuld schreibt sie über große Themen: Liebe, Verlust und Einsamkeit und den ewigen Wettkampf zwischen Vernunft und Phantasie.

Minou ist zwölf Jahre alt. Vor einem Jahr, am Morgen nach der Zirkusvor-stellung, ging ihre Mutter mit einem schwarzen Regenschirm aus dem Haus und machte einen Spaziergang im Regen, von dem sie nie wieder zurückkam. »Vielleicht glaubt ihr meine Geschichte nicht. Vielleicht lest ihr sie wie ein Märchen oder wie eine Fabel aus meiner Phantasie. Aber alles ist wahr.«

Die Geschichte handelt von einem Zauberer und einem Priester und einem Hund namens Namenlos. Und von Papas endloser Jagd nach der Wahrheit. Sie handelt von einem toten Jungen, der zuhört, und von Minous Suche nach Mamas Stimme. Und sie handelt von der Entdeckung der Liebe. Weitere Informationen: www.berlinverlage.com

Unionsverlag: »Die sieben Briefe des Doktor Wambach«

»Ich habe dieses Buch lieb. Weil es mich rührte, weil es mich nachdenk-lich machte und anregte. Ein kleines Wunder«, so Peter Härtling.

Das Leben des Doktor Hubert Wambach, Obervertrauensarzt im Ruhestand, zieht friedlich dahin: meteorologische Messungen, Hobbymalerei und der regelmäßige Spaziergang zum Grab seiner vielgeliebten Frau – bis Wambach eines Tages auf der Straße die heulende Ise trifft.

Ise ist fünf und beklagt den Verlust ihrer Puppe Rapunzel. Wambach beginnt, Ise zu trösten, und schreibt ihr Briefe im Namen der vermeintlich nach Paris ausge-büxten Puppe. Zugleich erlebt er noch einmal die sehnsuchtsvoll verwandelte Geschichte seiner eigenen Liebe und vollbringt seine letzte, schönste und vielleicht gelebteste Erdentat. Denn es ist nie zu spät, das Leben zu entdecken. Weitere Informationen: www.unionsverlag.com