John Strelecky, Das Café am Rande der Welt

Das Café am Rande der Welt: Zum Verschenken und Selberlesen –
Sonderedition mit einer Weihnachtsgeschichte von John Strelecky

Ein kleines Café mitten im Nirgendwo wird zum Wendepunkt im Leben von John, einem Werbemanager, der stets in Eile ist. Eigentlich will er nur kurz Rast machen, doch dann entdeckt er auf der Speisekarte neben dem Menü des Tages drei Fragen: »Warum bist du hier? Hast du Angst vor dem Tod? Führst du ein erfülltes Leben?«

Wie seltsam – doch einmal neugierig geworden, will John mithilfe des Kochs, der Bedienung Casey und eines Gastes dieses Geheimnis ergründen. Die Fragen nach dem Sinn des Lebens führen ihn gedanklich weit weg von seiner Vorstandsetage an die Meeresküste von Hawaii. Dabei verändert sich seine Einstellung zum Leben und zu seinen Beziehungen, und er erfährt, wie viel man von einer weisen grünen Meeresschildkröte lernen kann. So gerät diese Reise letztlich zu einer Reise zum eigenen Selbst. ›Das Café am Rande der Welt‹ von John Strelecky ist ein lebendig geschriebenes, humorvolles und anrührendes Buch.

»Manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich mich einen Augenblick frage, ob mein Erlebnis überhaupt real war. In solchen Momenten gehe ich zu Hause an meine Schreibtischschublade und lese, was auf der Speisekarte steht, die Casey mir gegeben hat. Sie zeigt mir, dass alles wirklich passiert ist. Ich habe nie versucht, denselben Weg zu nehmen und das Café wiederzufinden. Ganz abgesehen davon, wie real der Abend nun war: Etwas in mir möchte gerne glauben, dass das Café gar nicht mehr da wäre. Dass ich es in diesem Moment, in dieser Nacht nur deshalb gefunden habe, weil das so sein musste und es einzig und allein aus diesem Grund existierte«. Weitere Informationen: www.dtv.de

Salim Alafenisch, Die acht Frauen des Großvaters – Das Kamel mit dem Nasenring – Die Feuerprobe

Drei der schönsten Romane des beduinischen Erzählers aus dem Negev. Sonderausgabe zum 70. Geburtstag von Salim Alafenisch.

Salim Alafenisch wurde 1948 als Sohn eines Beduinenscheichs in der Negev-Wüste geboren. Als Kind hütete er die Kamele seines Vaters, mit vierzehn Jahren lernte er Lesen und Schreiben. Nach dem Gymnasium in Nazareth und einem einjährigen Aufenthalt in London studierte er Ethnologie, Soziologie und Psychologie an der Universität Heidelberg. Seit Langem beschäftigt er sich mit der orientalischen Erzählkunst. Er liest seine Geschichten nicht vor, sondern erzählt sie frei. Salim Alafenisch lebt in Heidelberg.

»Es sind vielleicht auf den ersten Blick nicht die drängendsten Fragen, die der seit 1973 in Heidelberg lebende Schriftsteller stellt. Und doch dienen sie Salim Alafenisch als perfekte Vehikel, um auf anschauliche Weise Grundwerte und zentrale kulturelle Praktiken einer anderen Kultur zu vermitteln. Verpackt in einen mühelos wirkenden, freien Erzählstrom sind die Geschichten und eingeflochtenen Erläuterungen des kulturellen Mittlers Salim Alafenisch alles andere als trockene Landeskunde oder theorielastige Kulturwissenschaft – alle Erzählungen sprechen zunächst Herz und Humor an.« Süddeutsche Zeitung, München. Weitere Informaionen: www.unionsverlag.de

Tausendundeine Nacht – Der Anfang und das glückliche Ende

Der grausame König Schahriyar heiratet jeden Tag neu und lässt jeden Morgen die Frischvermählte töten, bis er an die kluge Schahrasad gerät … Die Rahmengeschichte von Tausendundeine Nacht, das Spannungselixier des weltberühmten Werkes, ist in diesem Buch erstmals vollständig nach den ältesten arabischen Originalen in einem Band zu entdecken. Selbstbewusste Frauen, die ihre Männer düpieren, exotische Genüsse im Palastgarten, heimliche Blicke durchs Fenster und die Suche der Männer nach dem Wesen der Frau:

Die Rahmengeschichte vonTausendundeine Nacht gibt für das ganze Werk den Ton vor und baut eine unwiderstehliche Spannung auf, die in den folgenden Nächten in den unterschiedlichsten Registern aufrechterhalten wird. Lange war das Ende der Geschichte von Schahrasad verschollen. Claudia Ott hat es in einer alten Bibliothek in der Türkei entdeckt und aus dem Arabischen übersetzt, so dass das berühmte Entrée in das Labyrinth der tausendundein Nächte erstmals zusammen mit seinem glücklichen Ausgang gelesen werden kann.  Weitere Informationen: www.chbeck.de 

Reiner Kunze, die stunde mit dir selbst gedichte

Reiner Kunze wurde 1933 in Oelsnitz im Erzgebirge als Sohn eines Bergarbeiters geboren. Er studierte Philosophie und Journalistik in Leipzig. 1977 Übersiedlung in die Bundesrepublik. Für sein umfassendes lyrisches, essayistisches und erzählendes Werk erhielt er zahlreiche deutsche und internationale Literaturpreise, darunter den Georg-Büchner-Preis, den Georg-Trakl-Preis und den Friedrich-Hölderlin-Preis. Seine Lyrik und Prosa wurden in dreißig Sprachen übersetzt. Zuletzt erschienen die Nachdichtungen »Wo wir zu Hause das Salz haben«, der Lyrikband »Lindennacht«, die Gedichte für Kinder »Was macht die Biene auf dem Meer?« sowie »die stunde mit dir selbst«.

Zehn Jahre nach »Lindennacht« erscheinen neue Gedichte von Reiner Kunze. In originären poetischen Bildern lässt er die Leser teilhaben an dem, was ihn beglückt oder erschüttert. Wohin es ihn in der Welt auch verschlägt, sei es nach Helsinki, Czernowitz und Kiew – man erfährt niemals nur, was er sieht, sondern stets auch, was in ihm geschieht. Entschieden bezieht er Position gegen Gewalt, Verrohung und gegen das Vergessen. Ein besonderer Charakterzug der Gedichte ist Behutsamkeit. Mit großer Schönheit und Zartheit spricht Reiner Kunze vom Alter und vom Abschiednehmen. »Verneigt vor alten bäumen euch, / und grüßt mir alles schöne.« Weitere Informationen: www.fischer-verlage.de

Graham Swift, Ein Festtag

Jane, das junge Dienstmädchen von Beechwood, und Paul, der Spross aus begütertem Haus, haben ein Verhältnis. Heimliche Botschaften, verschwiegene Treffen, doch heute, an diesem sonnigen Märzsonntag 1924, darf Jane – Familie und Dienerschaft sind ausgeflogen – ihr Fahrrad einfach an die Hausmauer des Anwesens lehnen, durchs Hauptportal herein und ins Bett ihres Geliebten kommen. Ein erstes und ein letztes Mal, denn Paul wird bald – standesgemäß – heiraten.

Später, gegen Mittag, wird sie leichtfüßig und nackt durch das weitläufige Haus streifen, beseelt von der rauschhaften Innigkeit dieses herausgehobenen Morgens und nicht ahnend, dass ihr Leben am Ende dieses Tages zu zerbrechen droht.

Viele Jahrzehnte später blickt sie zurück und erzählt: von einer Tragödie und zugleich einer wundersamen Entfaltung. Schwebend verschränkt Swift Gegenwart und Vergangenheit, erzählt fein und makellos von einem Leben – dem Leben einer Schriftstellerin –, in dem alle Grenzen bedeutungslos wurden. Schillernd, unerhört und sinnlich. Weitere Informationen: www.dtv.de

Claudia Ott, Salim Alafenisch, Erste arabische Lesestücke

Mit diesem Buch für deutsche Muttersprachler und Zuwanderer aus dem arabischsprachigen Raum gelingt dies auf vergnügliche Weise. Und am besten lässt sich die jeweils fremde Sprache im Miteinander erlernen und vertiefen. Kleine Geschichten, Gedichte, Witze, Kochrezepte, kurze Sachtexte, dazu kalligraphisch gestaltete Sprichwörter – diese vielfältige Sammlung kann den einen den Zugang zu einer fremden Kultur erleichtern; für andere ist sie vertrauter Teil ihrer Herkunft, und das fernab aller politischen Schwere. Die beigefügte Laut- und Aussprachetabelle und insbesondere die Übertragung aller arabischen Texte in lateinische Umschrift nach wissenschaftlichem Standard, wie sie bislang in keiner Publikation zu finden ist, sind für das Erlernen der arabischen Sprache äußerst hilfreich. Weitere Informationen: www.dtv.de

Amitav Ghosh, Die große Verblendung

Höchst selten besitzt ein Autor so erhellende Einsichten und Erzähltalente, dass ein leidlich bekanntes Thema sich plötzlich ganz neu eröffnet. Ghosh ist so ein Autor, und DIE GROSSE VERBLENDUNG ist genau diese Art von Buch.« Naomi Klein

Amitav Ghosh, "Meister der Sprache" (Die Zeit) und Romancier von Weltrang, fragt sich, warum der Klimawandel in der Literatur der Gegenwart nicht zur Sprache kommt. Woher rührt unsere große Verblendung, vor der künftige Generationen fassungslos stehen werden? Hat die Kunst in dieser epochalen Katastrophe ihren Meister gefunden? Mit »Die große Verblendung« legt Ghosh ein Essay vor, das nicht nur seine Zunft, sondern uns alle auffordert, ein neues Kapitel der Menschheitsgeschichte zu schreiben und uns eine andere, bessere Welt auszumalen. Weitere Informationen: www.randomhouse.de

Viet Thanh Nguyen, Der Sympathiesant

Beim Fall von Saigon im April 1975 war ich noch nicht geboren, doch die Tatsache, dass der Vietnamkrieg weltweit eine ganze Generation politisiert hatte, wirkte auch in meiner Jugend in den Neunzigerjahren noch nach. Wir sahen Good morning, VietnamFull Metal Jacketund Platoon auf Video und begriffen dadurch die Grausamkeit und Sinnlosigkeit dieses Krieges und eines jeden Krieges. 

Dass alle diese Filme ein gewisses Pathos vermitteln und nur eine Perspektive auf die Geschehnisse wiedergeben, nämlich die westliche, wurde mir erst viel später klar. Das ist auch eine der vielen Botschaften von Viet Thanh Nguyens DER SYMPATHISANT und für mich persönlich der wichtigste Aspekt dieses beeindruckenden Romans. Er entlarvt am Beispiel einer fiktiven amerikanischen Filmproduktion (die deutlich an Apocalypse nowerinnert), wie Hollywood die Deutungshoheit über den Vietnamkrieg beanspruchte und dabei rassistische und ideologische Klischees bediente und manifestierte. 

Unsere Rezeption politischer und historischer Ereignisse ist von den Medien geprägt, egal, ob es um den Vietnam-, den Irak- oder den Afghanistankrieg geht, und gibt jeweils die Perspektive des individuellen Betrachters wider. So führt DER SYMPATHISANT ein Phänomen vor Augen, das auch mehr als vierzig Jahre nach dem Fall von Saigon hoch aktuell ist. Genauso wie die Erfahrung von Flucht, Vertreibung und Entwurzelung, wie sie die Protagonisten des Buches erleben. Mich hat es sehr berührt, aus der Innenperspektive des namenlosen Ich-Erzählers authentisch vermittelt zu bekommen, wie sich Kriegstraumata und Exil auf die Identität des Einzelnen auswirken und wie befremdend er die Gesellschaft und den Alltag im Einwanderungsland wahrnimmt. Ein erhellendes Zeugnis, gerade in Zeiten, in denen wir die größte Flüchtlingsbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg erleben. 

Der weltweite Erfolg des Buches, das seit seinem Erscheinen in 24 Sprachen übersetzt wurde, gründet sich aber nicht nur in seinem Inhalt, sondern auch in seiner Form: Das Buch ist politisch, kritisch, kurzweilig, witzig, klug und spannend zugleich und hat deshalb auch zurecht nicht nur den Pulitzer-Preis 2016, sondern auch den bedeutendsten Kriminalliteraturpreis der USA, den Edgar Allen Poe Preis, für den besten Debütroman 2016 erhalten. Aufgrund der Universalität und Zeitlosigkeit seiner Thematik hat DER SYMPATHISANT das Potenzial zum Klassiker. Viet Thanh Nguyen arbeitet gerade an der Fortsetzung des Romans, die den Ich-Erzähler nach Paris führen wird. Wir dürfen gespannt sein. Weitere Informaionen: www.randomhouse.de

Jürgen Domian, Dämonen

»Die Stille und der Tod, das sind meine Themen – mit Hansen gehe ich ihnen auf den Grund.« (Jürgen Domian) Ein Mann hat das Leben satt. Er ist gesund, nicht depressiv. Er hat einfach genug. In einer Winternacht in Lappland will er sich nackt in den Schnee legen und sterben. Schon im Sommer bricht er auf in den Norden. Doch statt den Frieden des Abschieds bringt dieser Rückzug den Kampf: Die Dämonen der Stille fallen ihn an. Weitere Informationen: www.randomhouse.de

 

 

Konstantiv Wecker, Der Klang der ungespielten Töne

Auf seiner Suche nach der Wahrheit der Musik droht der junge talentierte Musiker Anselm Cavaradossi sich selbst zu verlieren. Weder Blues noch Rock 'n' Roll noch die Begegnung mit dem geheimnisvollen Lehrer Karpoff vermögen seine Sehnsucht zu stillen. Enttäuscht gerät er in die Fänge des Musikbusiness: Partys, falsche Freunde und die Ehe mit einer Frau, die er nicht liebt. Erst die Cellistin Beatrice öffnet ihm die Augen …
Mit der Sinnlichkeit, die auch seine Lieder unvergessen macht, erzählt Konstantin Wecker von Träumen, zerstörten Illusionen und von der Kraft der Kunst, das Leben zu verwandeln. Weitere Informationen: www.gvth.de