Institut50plus: »Festspiele Mecklenburg-Vorpommern starten Vorverkauf für 2012 – Geigerin Veronika Eberle prägt das Programm als Preisträgerin in Residence«

Vom 9. Juni bis zum 9. September 2012 finden die 23. Festspiele Mecklenburg-Vorpommern statt. Mit dem Vorprogramm veröffentlichen die Festspiele MV heute bereits mehr als 60 Konzerte, die ab sofort im Vorverkauf buchbar sind. Das Gesamtprogramm erscheint im Frühjahr 2012.


Veronika Eberle, Foto: (c) Bernd Noelle

Klassikgrößen und Nachwuchskünstler locken mit hochkarätigen Konzerten, neuen und bewährten Reihen in Kirchen, Gutshäusern, Schlössern, Industriegebäuden und Scheunen im ganzen Land. Bereits zum dritten Mal kommt die New Yorker Musikelite von der Carnegie Hall und vom Lincoln Center, erstmalig bringt der Künstlerische Direktor Daniel Hope Musiker seines Savannah Music Festivals aus Georgia mit. Musikalische Schätze aus Mecklenburg-Vorpommern werden mit einer Konzertreihe zum 200. Geburtstag von Emilie Mayer gehoben, die sich den Werken der nahezu in Vergessenheit geratenen Komponistin aus Friedland widmet. Auch viele der beliebten Preisträgerkonzerte stehen bereits im Programm.

Große Konzertmomente versprechen Solisten wie Anne Sofie von Otter, Martin Stadtfeld, Bruno Leonardo Gelber, Boris Berezovsky, Daniel Müller-Schott, Jan Vogler und Julia Fischer, bekannte Klang-körper wie das City of Birmingham Symphony Orchestra unter Andris Nelsons, die Philharmonie der Nationen unter Justus Frantz, das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter Marek Janowski und die Rundfunkorchester von NDR, hr, WDR und MDR sowie The King’s Singers, der Rostocker Motettenchor, der Dresdner Kreuzchor und der Schleswig-Holstein Festival Chor Lübeck.

Das Gesicht der Saison 2012 ist die junge Geigerin Veronika Eberle. Ihr solis-tisches Können präsentiert sie als Preisträgerin in Residence unter anderem, wenn sie Sinfonieorchester unter Krzysztof Urbański in Ulrichshusen, Dvořáks Violinkonzert a-Moll mit der Dresdner Philharmonie unter Michael Sanderling in der Konzertkirche Neubrandenburg und das Violinkonzert op. 47 von Sibelius mit dem Helsinki Philharmonic Orchestra unter John Storgårds in Stolpe spielt.

Zum Friends-Projekt finden sich auf ihre Einladung das Münchener Kammeror-chester, Antoine Tamestit (Viola), Julian Steckel (Violoncello) und Francesco Piemontesi (Klavier) zur Probenwoche im Schloss Hasenwinkel der NORDMETALL-Stiftung ein, um unter der Leitung von Christoph Poppen ein Kammermusik- und Konzertprogramm für Konzerte in Hasenwinkel, Wismar, Ulrichshusen und Stralsund zu erarbeiten. Zusammen mit weiteren Preisträgern der Festspiele MV, z. B. dem Danish String Quartet, Sebastian Klinger (Violoncello) und Matthias Schorn (Klarinette) gestaltet Veronika Eberle außerdem das Preisträger-Projekt: Ein kammermusikalisches Programm in ganz unterschiedlichen Besetzungen – einstu-diert in Hasenwinkel – erwartet den Festspielbesucher in den drei Konzerten im Schloss Ulrichshusen.

Dr. Matthias von Hülsen, Intendant der Festspiele MV: „Schon mit 15 Jahren erspielte sich Veronika Eberle die Herzen unserer Zuhörer und bekam dafür den Publikumspreis. Ich freue mich sehr, dass sie nun als Herzen unserer Zuhörer und bekam dafür den Publikumspreis. Ich freue mich sehr, dass sie nun als Preisträgerin in Residence unser Programm prägt und wir ihr Talent solistisch wie kammermusikalisch erleben können.

Beethoven-Liebhabern empfehle ich im nächsten Jahr das Kungsbacka Trio, das in Zarrentin alle Klaviertrios des großen Meisters spielt. Etwas ganz Besonderes wird außerdem unser großes Wandelkonzert mit vielen von unseren Preisträgern zum 50-jährigen Jubiläum der Deutschen Stiftung Musikleben in Ulrichshusen auf drei Bühnen“.

Sowohl Eröffnungs- als auch Abschlusskonzert bestreitet 2012 die NDR Radiophil-harmonie. Zur Eröffnung in der St. Georgen-Kirche in Wismar spielt das Orchester unter der Leitung von Eivind Gullberg Jensen mit Gabriel Schwabe Dvořáks Cello-konzert h-Moll op. 104 und zum Abschluss in der Neubrandenburger Konzertkirche unter Lionel Bringuier mit Daniel Hope Bruchs erstes Violinkonzert.

Nur Spezialisten bekannt sind die Werke der Mecklenburger Komponistin Emilie Mayer – einer Schülerin des berühmten Liedkomponisten Carl Loewe, die Mitte des 19. Jahrhunderts in Berlin wirkte. Ihre angesehenen Werke wurden zu Lebzeiten in Hamburg, Berlin, Prag, Wien, München, Brüssel, Straßburg, Paris und London aufgeführt, gerieten nach ihrem Tod jedoch in Vergessenheit. Die Konzert-Reihe zum 200. Geburtstag der Komponistin aus Friedland holt die wichtigsten Werke aus der Versenkung: Das Fauré Quartett spielt ein Klavier-quartett, die Neubrandenburger Philharmonie unter Stefan Malzew die Sinfonie h-Moll und das Minguet Quartett das Streichquartett g-Moll von Emilie Mayer. Weitere Informationen: www.festspiele-mv.de

Schleswig-Holstein Musik Festival: Orchesterakademie 2012 präsentiert vielfältiges Programm – mit dabei: Tan Duns „Martial Arts Trilogy“

Die internationale Orchesterakademie 2012 findet vom 2. Juli bis zum 27. August statt. Für die Teilnahme an der Akademie qualifizieren sich die jungen Musiker ab Dezember 2011 in Probenspielen in 30 Städten weltweit. Zum zweiten Mal findet die Orchesterakademie nächsten Sommer dann in ihrer neuen Heimat Rendsburg statt. Nach einem erfolgreichen Einstand in diesem Jahr werden die rund 130 jungen Musikertalente wieder im Nordkolleg Rends-burg wohnen und in der 120 Jahre alten und 2000 Quadratmeter großen ACO Thormannhalle auf dem Gelände des „Kunstwerk Carlshütte“ in Büdelsdorf proben.


Christoph Eschenbach, Foto: (c) Axel Nickolaus

Christoph Eschenbach, Principal Conductor der Orchesterakademie, wird Strauss‘ „Till Eulenspiegel’s lustige Streiche”, Beethovens 3. Klavierkonzert (Solist: Radu Lupu) und das Konzert für Orchester von Bartók einstudieren. Ganz im Zeichen des Länderschwerpunktes China steht die Probenphase unter Leitung von Tan Dun. Der chinesische Komponist und Dirigent, der sich mit seiner Oscar-prämierten Filmmusik zu „Tiger and Dragon“ einem breiten Publikum bekannt gemacht hat, wird mit den Nachwuchsmusikern sein Multimediaprojekt „Martial Arts Trilogy“ erarbeiten. Festivalchor und -orchester werden auch in diesem Jahr wieder zusammenarbeiten: Der Kolumbianer Andrés Orozco-Estrada wird mit den jungen Teilnehmern beider Akademien Mendelssohns „Die erste Walpurgisnacht“ erarbeiten.

Außerdem werden die Musiker mit Wagners Vorspiel zu „Tristan und Isolde“ und Strauss‘ „Tod und Verklärung“ zu hören sein. Nach Peter Ruzicka im vergangenen Sommer wird 2012 Matthias Pintscher als dirigierender Komponist mit den jungen Musikern arbeiten. Auf dem Programm steht neben Ravels „Rhapsodie espagnole“ und Strawinskys „Der Feuervogel“ ein neues Werk von Pintscher selbst, welches das SHMF dank der Unterstützung der Ernst von Siemens Musikstiftung in Auftrag geben konnte. Manfred Honeck wird sich in der fünften Probenphase mit den jungen Musikerinnen und Musikern Mozart und Bruckner widmen, bevor Paul Meyer mit dem Schleswig-Holstein Festival Kammerorchester den Probensommer mit Werken von Mozart, Haydn und Schubert beschließt.

Nach dem Debüterfolg des Orchesters im vergangenen Sommer bei den Salz-burger Festspielen, erfolgte prompt eine Wiedereinladung: Am 6. August 2012 wird Principal Conductor Christoph Eschenbach sein Orchester gemeinsam mit dem Pianisten Radu Lupu präsentieren. Weitere Gastspiele finden in Berlin sowie auf Usedom statt. Weitere Informationen: www.shmf.de

Internationale Bachakademie Stuttgart: »Stilistische Vielfalt und klares Themenkonzept«

Stuttgart erlebte drei wunderschöne Musikfest-Wochen. Töne klingen nach, farbenfrohe Bilder bleiben – das Musikfest 2011 hinterließ zahlreiche, beeindruckende Impressionen:

Rund 29.000 Besucher haben sich in diesem Jahr für das Thema
»Wasser« begeistert und die 88 Veranstaltungen des dreiwöchigen Festivals besucht. Damit liegt die Auslastung in diesem Jahr bei 73 % – gegenüber 70% im Vorjahr und 69% von 2009. Intendant Christian Lorenz: »Mit unserer stilistischen Vielfalt und dem klaren Themenkonzept haben wir ein breites und begeistertes Publikum erreicht. Nicht nur die absoluten Zahlen sind positiv, auch die neue Mischung des Publikums bestätigt uns. Ich habe den Eindruck, wir sind im dritten Jahr jetzt richtig angekommen mit unserem Musikfest.«

Das MUSIKFESTUTTGART 2012 findet vom 25. August bis 16. September statt; Thema ist »Glaube«. Geplant sind wieder rund 80 Veranstaltungen von 7 Uhr früh bis Mitternacht. Das detaillierte Programm wird im Frühjahr 2012 veröffentlicht. Weitere Informationen: www.musikfest.de

Akkordeonist! Vol. 2: »Eine spannende Musikreise vom Baskenland bis Finnland und von Kanada bis Argentinien«

Dem grauen Monat November setzen die Elbphilharmonie Konzerte vom 8. bis 13. übrigens wieder ein Festival entgegen – »Akkordeonist! Vol. 2«. Wie schon im letzten Jahr zeitlich kompakt und inhaltlich abwechslungs-reich mit der Kepa Jukura Band, Riccardo Tesi & Banditaliana, Le Balluche de la Saugrenua Wendy McNeill, das Kraayenhof Tango Ensemble Akkordeonorchester Elmshorn, das Terem-Quartet sowie Chango Spasiuk Lepistö & Lehti – eine spanende Reise vom Baskenland bis Finnland und von Kanada bis Argentinien.

Im November startet auch der traditionsreiche ProArte1Zyklus
„Internationale Orchester“ mit zwei Konzerten: Zum Auftakt am 2. November dirigiert Neeme Järvi das Residenz Orchester Den Haag, Solist des Abend ist der Cellist Mischa Maisky. Am 21. Novem-ber ist das BBC Symphony Orchestra unter der Leitung von Jiří Bělohlávek zu Gast, der junge russische Klavier-virtuose Nikolai Tokarev interpretiert Griegs Klavierkonzert a1Moll op. 16.

Gleich zwei Streichquartett1Ensembles von Weltrang kommen im November zu uns nach Hamburg: das Emerson String Quartet und das Hagen Quartett. Beide Ensem-bles feiern in diesem Jahr große Jubiläen und versprechen klangvolle Kammermusik-abende, die man nicht verpassen sollte – ein abwechslungsreiches Programm in der Laeiszhalle erwartet Sie.

Und wer aus berufenem Munde etwas über das größte Musikinstrument der Welt erfahren möchte, dem ist der Besuch des Elbphilharmonie Kulturcafés am 22. November und – tags darauf – der Laeiszhalle … zu empfehlen. Weitere Informationen: www.elbphilharmonie.de

Martin Schleske: »Einer der großen Geigenbauer der Gegenwart«

„Schon sehr bald zeigt sich, dass Schleske nicht nur einer der ganz Großen des Geigenbaus ist, sondern auch ein begnadeter Erzähler, der es schafft, die einzelnen Etappen seiner Arbeit mit alten Geschichten, Erkenntnissen und Gleichnissen aus dem Evangelium zu verknüpfen“, so die Süddeutsche Zeitung.

Einer der großen Geigenbauer der Gegenwart erzählt von den Geheim-nissen seines Berufes. Alle Phasen des Geigenbaus, vom Auffinden des geeigneten Holzes bis hin zur Wölbung und Lackierung des Instruments, werden ihm zum Gleichnis für persön-liche Entwicklung, für unsere Berufung und unseren Platz im Leben. Wir werden zu einem klingenden Instrument, wenn sich in uns das Unsagbare, das Unerhörte des Lebens ausspricht.

Die Botschaft dieses einzigartigen Buches spiegelt sich in den sensiblen Fotos von Donata Wenders, der international bekannten Fotografin aus Berlin. Weiterre Informatioen: www.koesel.de

Festspielfrühling Rügen 2012 bereichert die Vorsaison auf der Insel mit hochkarätigem Musikprogramm

Fans der Festspiele MV müssen nun nicht mehr auf den Beginn der Saison im Juni warten: Vom 16. bis zum 25. März 2012 findet der erste Festspiel-frühling Rügen 2012 statt. Die künst-lerische Leitung hat das renommierte Fauré Quartett übernom-men, das mit 13 außergewöhnlichen Kammer-musik-Konzerten hochkarätige Künstler an die schönsten Spielorte der Insel bringt und sogar einen Meisterkurs für Laienmusiker gibt.

Der Festspielfrühling erklingt u. a. im Theater und Marstall in Putbus, in der Nebelsignalstation am Kap Arkona, in der Nordperdhalle in Göhren und in der Kunstscheune in Vaschwitz. Auf der Bühne zu erleben sind natürlich die Musiker des Fauré Quartetts sowie ihre prominenten Gäste: der junge Pianist Martin Stadtfeld spielt Bach, die NDR Bigband präsentiert ein Überraschungspro-gramm, der Schauspieler Sky Du Mont rezitiert den „Karneval der Tiere“ und Alfred Biolek liest Goethe und Mendelssohn. Dazu kommen Mirijam Contzen (Geige), Julian Steckel (Violoncello) sowie die Festspielpreisträger Matthias Schorn (Klarinette) und Sebastian Klinger (Violoncello) und viele mehr.

Abschließender Höhepunkt bei fast allen Veranstaltungen ist die „Zugabe“. Sie greift zumeist das Thema des Abends auf und bietet dem Publikum die Möglichkeit, in entspannter familiärer Atmosphäre die jeweiligen Künstler des Abends persönlich kennen zu lernen.

Der Intendant der Festspiele MV, Dr. Matthias von Hülsen, sagt über den neuen Festspiel-Vorboten: „Mit ihrer atemberaubenden Landschaft und ihrer reichen Baukultur war die Insel Rügen von Anfang an ein be-sonderes Zentrum unter unseren sommerlichen Festspiel-Landschaf-ten. Nun weiten wir hier unser Programm auch auf den Frühling aus. So bereichern wir die traditionell eher ruhigere Vorsaison der Insel mit einem kulturellen Highlight und können so mit den Festspielen MV für die Insel Rügen neue, kulturell motivierte Gäste gewinnen. Der Fest-spielfrühling ist dieser Insel sowohl von den Spielorten her als auch vom Programm wie auf den Leib geschneidert. Ich danke dem Fauré Quartett für diese gelungene Programmgestaltung!“

Die Mitglieder des Fauré Quartetts

Erika Geldsetzer (Violine), Sascha Frömbling (Viola), Konstantin Heidrich (Violoncello) und Dirk Mommertz (Klavier) freuen sich sehr auf den Festspielfrühling: „Wir haben ein außergewöhnliches Programm voller Highlights und Überraschungen zusammengestellt und freuen uns auf zehn aufregende, spannende und inspirierende Tage!“

Das Fauré Quartett, Ensemble-Preisträger der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern 2001, spielt in den großen Konzertsälen dieser Welt, darunter in der Wigmore Hall in London, in dem Lincoln Center in New York, in der Philharmonie in Berlin und in dem Concertgebouw in Amsterdam. 2008 wurde den Musikern für die Brahms-Klavierquartette der ECHO Klassik und der Preis der deutschen Schallplattenkritik verliehen sowie 2010 der ECHO Klassik für das Album „Popsongs“ in der Kategorie „Klassik ohne Grenzen“. Die Mitglie-der des Ensembles lehren und musizieren als „Quartet in Residence“ an der Karlsruher Musikhochschule sowie in Essen und Berlin (UdK). Weitere Informationen: www.festspiele-mv.de

Schleswig-Holstein Musik Festival: „Merhaba Türkiye“ begeistert Schleswig-Holstein

Für „Merhaba Türkiye“ begeisterten sich beim diesjährigen Schleswig-Holstein Musik Festival mehr als 118.000 Besucher. Erfreulicherweise wurde mit 88 Prozent dieselbe Konzertauslastung wie im vergangenen Jahr erreicht. Bei der Reihe „Musikfeste auf dem Lande“ gab es wetterbedingt Einbußen im Karten-verkauf. Insgesamt waren von den rund 137.000 Plätzen 86 Prozent belegt.


Piano Duo Ferhan und Ferzan Önder, Foto: ©Dirk Enders

Von den 130 Konzerten, den fünf Musikfesten auf dem Lande und den zwei Kindermusikfesten waren 68 Veranstaltungen ausverkauft – unter anderem die Konzerte mit Anne-Sophie Mutter, Sol Gabetta, Philippe Jaroussky, Martin Stadtfeld, Viktoria Mullova, Tzimon Barto, Sabine und Mischa Meyer, Serge Zimmermann, Albrecht Mayer, Nuria Rial, Ulrich Tukur, den King’s Singers und den 12 Cellisten der Berliner Philharmo-niker. Darüber hinaus waren beide Eröffnungs- sowie Abschluss-konzerte mit dem NDR Sinfonieorchester restlos ausverkauft.

Und auch Projekte, die im Rahmen des Länderschwerpunkts Türkei inhaltliche Akzente setzten, fanden vor ausverkauften Rängen statt: Fazıl Says Konzerte mit Academy of St Martin in the Fields und dem Borusan Quartet, die Auftritte des Ferhan und Ferzan Önder Piano Duo, Konzerte der kurdischen Sängerin Aynur oder auch die anatolische Hochzeitszeremonie mit Selim Sesler and Friends erklangen vor ausverkauftem Haus.

Festival-Intendant Prof. Rolf Beck: „Das Schleswig-Holstein Musik Festival trägt entscheidend dazu bei, Vorurteile abzubauen, Grenzen zu überwinden und den Boden für ein respektvolles Miteinander zu schaffen. Gerade in diesem Jahr zeigte sich mit dem Länderschwer-punkt Türkei, der für ein Klassik-Festival eine ganz besondere Herausforderung bedeutet, dass das Interesse an der Bevölkerung enorm groß war und letztlich wenig Berührungsängste bestanden. Ganz besonders stolz sind wir darauf, dass wir mit unserem Programm auch unsere türkischen Mitbürger erreicht haben, die bei einigen Konzerten sogar für Tanzstimmung sorgten. Wir sind mit unserem Ergebnis mehr als zufrieden – auch wenn die ‚Musikfeste auf dem Lande‘ wetterbedingt nicht so gut liefen.“ Weitere Informationen:

Jochen Mai und Daniel Rettig: »Wie wir ticken«

Den Jo-Jo-Effekt haben viele am eigenen Leib leidvoll nach einer Diät erfahren, aber kennen Sie auch den Fischteich-Effekt, das Mona-Lisa-Syndrom oder das TINAPrinzip? Über zahlreiche psychologische Gesetze und Phänomene wissen wir wenig, dabei bestimmen sie tagtäglich unser Verhalten, beeinflussen Entschei-dungen oder machen uns anfällig für Manipulationen. Jochen Mai und Daniel Rettig zeigen, wie wir im Leben, in der Liebe und im Alltag ticken.

Jochen Mai , geboren 1968, ist Diplom-Volkswirt, Wirtschaftsjournalist und Leiter des Ressorts Management + Erfolg bei der ›WirtschaftsWoche‹. Sein Blog und Jobportal karrierebibel.de wurde 2009 mit dem Lead-Award ausgezeichnet. Jochen Mai ist ein gefragter Redner, Diskussionsteilnehmer und Social-Media-Experte. Bei dtv : Die Karrierebibel (24651), Die Büro-Alltags-Bibel (24762).

Daniel Rettig, geb.1981 in Köln, absolvierte die Kölner Journalistenschule und studierte parallel dazu Volkswirtschaft und Politik. Praktika u. a. beim ›Spiegel‹, der ›Financial Times Deutschland‹ und der ›WirtschaftsWoche‹. Dort arbeitet der Diplom-Volkswirt seit 2008 als Redakteur im Ressort Management & Erfolg. In seinem Blog alltagsforschung.de schreibt er über Psychologie im Beruf und Privatleben. Weitere Informationen: www.dtv.de

Live am Sonntag: Vladimir Jurowski dirigiert Mahler und Strawinsky – »Furchtbares und Phantastisches«

Vladimir Jurowski ist spätestens seit dem Jahr 2007 eine unübersehbare Größe im internationalen Musikleben. Damals wurde der erst 35-Jährige zum Chef des London Philharmonic Orchestra ernannt – ein Posten, den vor ihm unter anderem Kurt Masur und Georg Solti innehatten. An Jurowskis Interpretationen wird vor allem gelobt, dass sie eigentlich widersprüchliche Qualitäten in sich vereinen: scharfsinnige Analyse und emotionales Feuer. Dazu kommt eine ein-nehmende physische Präsenz, die einen Londoner Kritiker zu der Feststellung veranlasste, Jurowski sei »the most sheerly elegant conductor I’ve ever seen«.

Bei seinem Gastspiel bei den Berliner Philharmonikern dirigiert Jurowski Das klagende Lied des jungen Gustav Mahler. Furchtbares und Phantas-tisches geschieht in dieser Kantate: Ein Jüngling ermordet den eigenen Bruder, seine Tat jedoch wird durch das Lied einer magischen Flöte enthüllt. Noch in reiferen Jahren war der Komponist mit seiner Schöpfung zufrieden: »Mein erstes Werk, in dem ich mich als ›Mahler‹ gefunden, ist ein Märchen für Chor, Soli und Orchester: Das klagende Lied!« Und in der Tat: Zwar gibt es hier reichlich Waldweben und Leitmotive in schönster Wagner-Manier, aber es findet sich eben auch jener schwer beschreibbare, dabei unverkennbare Mahler-Ton.

Mahlers frühem Werk stehen an diesem Abend zwei späte Kompositionen Igor Strawinskys gegenüber. Zunächst eine Neufassung von Bachs Orgelvariationen über »Vom Himmel hoch, da komm’ ich her«, die Strawinsky mit zusätzlichen Farben und einem ganz eigenen spielerischem Charme anreichert. Abwechslungsreich geben sich auch die Requiem canticles, die dabei von einer schwer greifbaren Ernsthaftigkeit verklammert werden. Die in ihrer kühlen Distanziertheit berührenden Gesänge, Strawinskys letztes größeres Werk, wurden zu seinem eigenen Requiem. 1971 erklangen sie bei der Totenfeier für den Komponisten in Venedig.

Live-Übertragung aus der Digitalen Concrt Hall der Berliner Philharmonie am Sonntag, dem 12. Juni um 20 Uhr. Die Digital Concert Hall ist der virtuelle Konzertsaal der Berliner Philharmoniker im Internet. Unter www.digital-concert-hall.com werden hier die Berliner Konzerte des Orchesters live übertragen und nach wenigen Tagen in einem Archiv als Video-Stream angeboten. Die Digital Concert Hall wird exklusiv durch die Deutsche Bank unterstützt, die seit 1989 die Berliner Philharmoniker fördert und das Education-Programm »Zukunft@BPhil« ermöglicht. das oben abgebildete Mahleralbum erscheint im Brandstätter Verlag, Wien und München www.cbv.at

Sächsische Staatskapelle Dresden wird Orchester der Salzburger Osterfestspiele, Christian Thielemannderen Künstlerischer Leiter

Die Sächsische Staatskapelle Dresden wird ab 2013 das Orchester der Osterfestspiele Salzburg. Neuer Künstlerischer Leiter der Festspiele wird Christian Thielemann, der zu Beginn der Spielzeit 2012/2013 die Position des Chefdirigenten der Sächsischen Staatskapelle Dresden übernimmt. Die Opernproduktionen der Festspiele entstehen in Koproduktion mit der Semperoper Dresden.


ChristianThielemann | Foto:(c) Matthias Creutziger

Darauf verständigten sich nach ca. zweiwöchigen Verhandlungen Christian Thielemann sowie die Verantwortlichen auf Seiten der Osterfestspiele Salzburg GmbH, der Sächsischen Staatskapelle Dresden und der Semperoper Dresden. Der Vertrag umfasst einen Zeitraum von fünf Jahren und schließt damit das 50-jährige Jubiläum der Festspiele im Jahr 2017 mit ein. Herbert von Karajan hatte die Festspiele 1967 ins Leben berufen und als eines der bis heute exklusivsten und bedeutendsten Festivals weltweit etabliert.

Wie schon in der Vergangenheit werden sich die Festspiele auch zukünftig aus jeweils einer szenischen Opernproduktion und drei Konzertprogrammen zusammensetzen. Thielemann wird jeweils die Opernproduktionen sowie zwei dieser Konzerte am Pult der Staatskapelle dirigieren. Für das Premieren- und zugleich Wagner-Jahr 2013 kann bereits zum jetzigen Zeitpunkt eine Neuproduktion des »Parsifal« angekündigt werden. Neben den Opernproduktionen und Symphoniekonzerten wird sich die Staatskapelle auch mit verschiedensten Kammermusikprojekten in Salzburg präsentieren.

Eines der Konzertprogramme wird im Jahr 2013 Myung-Whun Chung dirigieren, der ab der Spielzeit 2012/2013 erster Principal Guest Conductor in der Geschichte der Sächsischen Staatskapelle sein wird. Neu ist ein »Konzert für Salzburg«, welches außerhalb der beiden Festivalzyklen stattfinden wird und sich bei deutlich gemäßigtem Einheitspreis vor allem an die Einwohner von Salzburg richten wird. Die Opernaufführungen werden in Koproduktion mit der Semperoper Dresden entstehen, die die Inszenierungen im Anschluss an ihr Haus übernimmt. Stimmen zu dieser Kooperation:

Stanislaw Tillich, Ministerpräsident des Freistaats Sachsen: »Ich begrüße die neue Partnerschaft der Sächsischen Staatskapelle und der Semperoper mit den Osterfestspielen Salzburg und beglückwünsche die erfolgreichen Verhandlungsführer. Christian Thielemann, der künftige Chefdirigent unserer Staatskapelle, wird zugleich auch künstlerischer Leiter der Osterfestspiele. Ein rundes und überzeugendes Konzept. Mit dieser Zusammenarbeit wird unser Kulturleben weiter bereichert. Ein neues, noch internationaleres Publikum schaut auf Sachsen. Die Entwicklung unterstreicht den Rang der Staatskapelle und der Semperoper.«

Christian Thielemann, Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden ab 2012:»Die Künstlerische Leitung der Osterfestspiele Salzburg ist ein Riesenprivileg und eine große Herausforderung zugleich: Innerhalb von nur zwei Wochen kommen eine szenische Opernaufführung und drei verschiedene Konzertprogramme auf die Bühne. Hierfür ist die Sächsische Staatskapelle Dresden natürlich geradezu prädestiniert, da sie ein Konzert- und Opernorchester von außergewöhnlichem Format ist. Für mich persönlich kommt hinzu, dass ich bereits in den Jahren 1980 und 1981 in Salzburg – damals noch als Assistent von Herbert von Karajan – an einer ›Parsifal‹-Produktion beteiligt war. Dass sich nun im Wagner-Jahr 2013 mit einem erneuten ›Parsifal‹ dieser Kreis auf so wunderbare Weise schließt, hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht ausmalen können.«

Jan Nast, Orchesterdirektor der Sächsischen Staatskapelle Dresden: »Seit der Berufung von Christian Thielemann als neuem Chefdirigenten der Sächsischen Staatskapelle haben sich für das Orchester innerhalb von kürzester Zeit neue Möglichkeiten aufgetan, die Zeugnis dafür sind, welche hohen künstlerischen Erwartungen diese musikalischen Verbindung bereits heute weckt. Die Osterfestspiele Salzburg sind ohne Zweifel eines der bedeutendsten Podien für ein Orchester überhaupt. Mit ihrer Programmstruktur mit einer Kombination aus Oper und Konzert ist dieses Festival für unser Orchester wie geschaffen und zugleich eine große Herausforderung, der wir uns sehr gerne stellen. Und mit unserem zukünftigen Chefdirigenten Christian Thielemann haben wir einen künstlerischen Leiter, der diesem Festival – in der Nachfolge von Herbert von Karajan – geradezu ideal entsprechen dürfte.«

Dr. Ulrike Hessler, Intendantin der Semperoper Dresden: »Die Sächsische Staatskapelle Dresden, eines der ältesten und renommiertesten Orchester weltweit, die Semperoper und Salzburg, den traditionsreichsten, wichtigsten und bekanntesten Festspielort, verbindet künstlerische Kompetenz auf anspruchsvollstem Niveau. Diese künstlerische Zusammenarbeit verleiht der langjährigen Partnerschaft beider Städte eine kulturpolitisch bedeutende Dimension. Das sächsische Kulturleben bekommt mit dem Amtsantritt von Christian Thielemann nun auch noch ein neues internationales Podium, dessen Impulse auf Stadt und Land zurückstrahlen werden.« Weitere Informationen: www.staatskapelle-dresden.de