Institut50plus: »Das MUSIKFESTUTTGART entdeckt das Wasser«

Das MUSIKFESTUTTGART 2011 findet mit über 70 Veranstaltungen zum Thema »Wasser« vom 27. August bis 18. September statt. Die Trilogie elementarer Themen, die das MUSIKFESTUTTGART seit 2009 prägen (2009 Licht, 2010 Nacht), wird damit abgeschlossen.


Thomas Quasthoff, Foto: (c)Harald Hoffmann

»Menschen zieht es zum Wasser. Es ist unser eigentliches Lebens-Mittel und hat Komponisten in reichem Maße und zu allen Zeiten angeregt. Unser Festival nimmt diese Vielfalt auf und gestaltet ein musikalisches Fest zum Wasser«, berichtet Intendant Christian Lorenz. So werden die großen britischen »Meeresmusiken« – Elgars Sea Pictu-res, Brittens Sea Interludes und Vaughan Williams‘ Sea Symphony – vom European Union Youth Orchestra unter Vladimir Ashkenazys Leitung in die Liederhalle gebracht (11.9.). Bob von Asperen, einer der Grandseigneurs der Alten Musik, hat Suiten von Froberger und Couperin ausgewählt, die u. a. das Rauschen eines Baches beschreiben (1.9). Das italienische Ensemble Zefiro reist mit den Höhepunkten barocker »Wasserwerke« wie Händels Wassermusik nach Stuttgart (9.9.), Helmuth Rilling wird in vier Gesprächskonzerten dem Thema Wasser in Bachs Kantaten und Passionen nachgehen (6. – 9.9.), und der norwegische Schlagzeuger Terje Isungset gibt ein Konzert auf selbstgebauten Instrumenten aus Eis (5.9.).

Weitere Künstler des Musikfestes sind u. a. Sabine Meyer, Heinrich Schiff, Hille Perl, Julian Rachlin, Annette Dasch, Igor Levit und Olga Scheps. Das Orchester der Mailänder Scala reist mit Mendels-sohns Meeresstille und glückliche Fahrt und Dvořáks »Symphonie aus der Neuen Welt« im Gepäck nach Stuttgart (13.9.). Zum Eröffnungs-wochenende werden zwei große musikalische Wassergeschichten erzählt: Dominique Horwitz berichtet in einem packenden Melodram von der Seefahrt des Käpt’n Ahab aus Melvilles Moby Dick, die vom RSO Stuttgart klangmächtig untermalt wird (27.8.). Thomas Quasthoff ist als Elias in Mendessohns berühmtem gleichnamigen Ora-torium unter Leitung von Helmuth Rilling mit Gächinger Kantorei und Bach-Collegium Stuttgart (28.8.) zu hören.

Kein anderer Komponist hat sich so intensiv mit den Klangmöglichkeiten des Wassers beschäftigt wie der chinesisch-amerikanische Künstler Tan Dun: Seine Water Passion, ein Auftragswerk der Internationalen Bachakademie von 2000, markiert den Höhepunkt dieser Auseinandersetzung (wieder zu hören am 18.9.), aber auch das Water Concerto und die Ghost Opera erforschen die Klänge des nassen Elements (7. und 10.9.). Tan Dun wird als Artist in Residence eigene Werke dirigieren und Auskunft über sein Denken und Komponieren geben.

Ein neues Auftragswerk der Bachakademie ist dem Wasser gewidmet: Die venezolanischen Komponisten Gonzalo und Alberto Grau haben das Oratorium AQUA für das MUSIKFESTUTTGART geschrieben. Es wird von der Gächinger Kantorei und dem Bundesjugendorchester unter Leitung von Maria Guinand uraufgeführt (3.9.).

Stuttgart ist als »Wasser-Metropole« weitgehend unbekannt, dabei besitzt die Landeshauptstadt das zweitgrößte Mineralquellen-vorkommen Europas nach Budapest. Grund genug, eine Konzertreihe Stuttgart Bäderstadt innerhalb des Musikfestes aufzulegen mit drei Konzerten in den Mineralbädern der Stadt. 15 städtische Brunnen werden während der Brunnenmusiken mit Neuer Musik bespielt, und die beliebten 7-Uhr-Konzerte werden als Frühtau-Konzerte im Theater-schiff auf dem Neckar stattfinden. Außerdem gibt es »Wasser-Orte« in Stuttgart, die kaum jemand kennt und in denen niemals Musik erklingt – bis jetzt. Im Speicher Rohr, einem riesigen Trinkwasserreservoir der Bodensee-Wasserversorgung, werden die Neuen Vocalsolisten Stuttgart auftreten (12.9.), in der Turbinenhalle Hasenberg der EnBW das schwedische Ensemble the peärls before swïne experience (30.8.). Das MUSIKFESTUTTGART 2011 wird also wirklich in der ganzen Stadt gefeiert – zu Lande und zu Wasser.

Das MUSIKFESTUTTGART kooperiert auch in diesem Jahr mit zahlreichen Kulturinstitutionen in Stuttgart und integriert wiederum junge Musiker und junges Publikum: Besonders hervorzuheben ist die Aufführung von Salvatore Sciarrinos Studi dell‘ intonazione del Mare mit 200 Musikschülern aus ganz Baden-Württemberg (11.9.). Ein Festival mit einem so breit gefächerten Programm ist nur möglich durch die Unterstützung zahlreicher Sponsoren und Förderer. Besonderer Dank gilt dem Land Baden-Württemberg, der Landes-hauptstadt Stuttgart sowie den vier Hauptsponsoren des MUSIKFESTUTTGART: der BW-Bank, der Daimler AG, der EnBW AG, der Alfred Kärcher GmbH & Co KG und allen anderen Sponsoren und Förderern. Weitere Informationen: www.bachakademie.de

Festspiele Mecklenburg-Vorpommern: »Gedenkkonzert zum Vorabend nine-eleven«

Im Andenken an die Opfer der Anschläge auf das World Trade Center New York am 11. September 2001 finden sich Daniel Hope und die Musiker des Ensemble ACJW am Vorabend um 19.30 Uhr im Schweriner Dom zusammen, um an das zu erinnern, was nicht vergessen werden darf. Setzen Sie ein Zeichen und erinnern Sie sich mit! Es spielen das Ensemble ACJW und Daniel Hope, Violine.


Daniel Hope; Foto (c) Harald Hoffmann

Der Schweriner Dom, der mit seinem 117,5 Meter hohen Turm die Stadt überragt, ist das einzige mittelalterliche Baudenkmal der Stadt, daß die Jahrhunderte überdauerte. Die wechselvolle Geschichte des Kirchenbaus beginnt 1171 mit der Einweihung des ersten Doms in Anwesenheit des Stadtgründers Heinrich des Löwen. Knapp 100 Jahre später ersetzt man den Dom durch einen spätroma-nischen Backsteinbau nach dem Vorbild des nahe gelegenen Ratzeburger Doms.

In den folgenden zwei Jahrhunderten folgten umfangreiche Aus- und Umbauten. Die Baumeister orientierten sich dabei an den Kirchenbauten in Lübeck und Stralsund, die im Stil der nordfranzösisch-flandrischen Kathedralen gebaut worden waren. Während des 14. Jahrhunderts wurde am Lang- und Querhaus sowie an den Kapitelgebäuden gebaut. Der Kreuzgang auf der Nordseite vollendete gegen Ende des 15. Jahrhunderts das mittelalterliche Bauwerk. In den Jahren 1889 bis 1893 erhielt der Dom seinen heutigen neugotischen Turm. Von der in 50 Meter Höhe gelegenen Aussichtsgalerie hat man einen eindrucksvollen Ausblick auf die Stadt und die umgebenden Seen und Wälder.

Die in den Jahren 1868-1870 von Friedrich Ladegast in Weißenfeld gebaute Orgel des Schweriner Doms ist die größte, original erhaltene von Ladegast. Sie verfügt über vier Manuale mit 84 klingenden Registern und 5.200 Pfeifen. Weitere Informationen: www.festspiele-mv.de

Schleswig-Holstein Musikfestival: »Musikgrößen begeistern Flensburg«

»Aufeinandertreffen der Musikgrößen. Ferhan und Ferzan Önder, Fazil Say,
Rolf Beck und Martin Grubinger begeistern zusammen mit dem SHMF-Chor das Flensburger Publikum«, so titelt das Flensburger Tageblatt in der Ausgabe vom 6. August 2011. Und der Musikkritiker Till H. Lorenz urteilt: »Die oft geschol-tene Moderne – so macht sie Spaß« und hebt damit insbesondere ab auf die Variationen für zwei Klaviere und Schlagezeug op. 32. Hier im Deutschen Haus feierte das Werk das türkischen Komponisten Fazil Say seine Urauf-führung – vorgetragen von Ferhan und Ferzan Önder und Martin Grubinger. Insgesamt also ein großartiges Musikereignis.


Martin Grubinger, Foto: ©Felix-Broede

Schade nur, dass die äußeren Bedingungen so gar nicht mit diesem Musikfest zusammenpassen. Noch einmal Till H. Lorenz, er urteilt: »Nach gut einer Stunden durchdringt tosender Applaus die stickige Luft des 20-Jahre alten Baus. Vermutlich haben sich manche Luftmoleküle seit jenen Tagen dort gehalten. Und sie waren dann auch das einzige, was an diesem Abend zu beklagen war.«

Das sahen Festivalbesucher anders, nämlich einen Außenbereich des Deutsches Haus ohne jede Gestaltung, ein geschlossener Biergarten bei gutem Wetter, so dass die Besucher am Straßenrand in den Auspuffgasen des strömenden Verkehrs anstatt im Biergarten ein Getränk genießen zu können, einen großen Konzertsaal ohne ausreichende Belüftung, ebenso der Vortragsraum oben. Mehrere defekte Lampen, in der Pause unaufgeräumte, nicht betreute Getränke(!) Tresen; auf den Tischen überall hingeworfene weiße Tischdecken – offensichtlich schon für den nächsten Tag. Und zum Konzertende: Kein Zugang mehr zur Toilette im Rangbereich, die Tür war zu und von Personal „bewacht“ – welch ein Service. »Letzteres fand ich besonders schlimm«, so eine Konzertbesucherin, »da abgewiesene Gäste keine andere gut gängige Möglichkeit hatten ihrem Bedürfnis nachzugehen … dabei hatten viele noch einen langen Weg vor sich. «

Das SHMF wäre gut beraten, im kommenden Jahr die Messlatte bezüglich der äußeren Bedingungen höher zu legen, anspruchsvoller zu sein, mehr Qualität in den Rahmenbedingungen zu erwarten. Und dann ist da noch der Gastgeber, die Stadt Flensburg. Sie könnte dazu beitragen, solch‘ hochkarätige Konzert-veranstaltungen umsichtiger zu unterstützen«, so Horst Grenz, Leiter des Flensburger Instituts50plus. Weitere Informationen: www.shmf.de und www.institut50plus.de

Schleswig-Holstein Musik Festival: »Halbzeitbilanz – Erfolgreicher Türkei-Schwerpunkt«

Eine positive Zwischenbilanz kann das 26. Schleswig-Holstein Musik Festival zur Halbzeit ziehen. Von den 137.000 verfügbaren Plätzen sind zum jetzigen Zeitpunkt knapp 114.000 Plätze belegt. Das entspricht einer Platzauslastung von 83 Prozent.

Die Konzerte des Hauptprogramms besuchten mehr als 100.000 Festivalfreunde, das entspricht einer Platzauslastung von 85 Prozent. Zu den „Musikfesten auf dem Lande“ kamen über 13.000 Besucher (Auslastung: 70 Prozent). Von den 130 Konzerten, den fünf Musik-festen auf dem Lande und zwei Kindermusikfesten sind bislang 64 Veranstaltungen ausverkauft.

Festival-Intendant Prof. Rolf Beck: „Dieses Ergebnis macht mein Team und mich sehr glücklich, denn der Länderschwerpunkt Türkei hat sich nach einem anfangs etwas zögerlich verlaufendem Kartenvorverkauf zu einem wahren Publikums-magneten entwickelt. Wetterbedingt mussten wir leider bei unseren traditions-reichen ‚Musikfesten auf dem Lande‘, die ja gerade von der Landpartie-Atmosphäre inklusive Picknick im Freien leben, Einbußen hinnehmen. Dennoch sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden und danken unserem Publikum – auch den eingefleisch-ten Musikfeste-Fans, die dem Dauerregen trotzen – für die Treue und das Vertrauen in die Marke SHMF. Wir danken auch unseren ehrenamtlichen Helfern, unseren Sponsoren und der Politik. Denn: Gemeinsam können wir etwas bewegen, das hat die Festivalgeschichte immer wieder bewiesen. Und gemeinsam können wir auch in diesen schwierigen Zeiten Verantwor-tung für den Kultur- und Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein zeigen. Das sollte unser Ansporn sein, jeden Tag!“

Der Länderschwerpunkt Türkei wird gefördert durch das Ministerium für Kultur und Tourismus der Republik Türkei, International Istanbul Music Festival. Weitere Informationen: www.shmf.de

Institut50plus: Ludwigslust -»Kleines Fest im Großen Park«

Im barocken Schlosspark Ludwigslust laufen die letzten Vorbereitungen für das „Kleine Fest im großen Park“ am 12. und 13. August. Künstlerische Organisa-tion, Veranstalter und die über 70 internationalen Künstler geben dem hochka-rätigen Programm den letzten Feinschliff, damit das beliebte norddeutsche Fest auch im Sommer 2011 ein kunstvolles Highlight wird. Laut Wetterprognosen ist Ludwigslust auch auf Kurs: Dank Petrus dürften durch milde Sommertempera-turen und leichte Bewölkung dieses Jahr die bunten Gummistiefel im Schrank bleiben.

Wenn sich am 12. und 13. August jeweils um 18.00 Uhr der Vorhang für das 17. spektakuläre Freilichtfestival hebt, genießen die Zuschauer kunterbunte Shows von bekannten Kunstvirtuosen und sensationellen Newcomern der Szene. In der einzigartigen Gartenarchitektur des Schlossparks werden die über 20 Bühnen mit Artistik, Akrobatik, Pantomime, Comedy, Tanz und Clownery bespielt. Ihr Debüt beim „Kleinen Fest“ 2011 geben u. a. das Artistenduett Cirque Bouffon mit Fréderic Zipperlein als ehemaliges Mitglied des berühmten „Cirque du Soleil“ in der Traumfigur Boul – Kobold, die Trapez- und Vertikaltuchkünstlerin Andrea Beck, die Jongleurkönige klirr deluxe mit in luftiger Höhe schwerelos tanzenden Tellern, der Brite Owen Lean mit verblüffender Magie, die rasend-wild und leidenschaftliche Flamenco-Tanzkunst von La Guardia Flamenca, Herr Niels als Meister für Pantomime, Clown und Gummiakrobatik in einer Person, die Zirkuskünstler Le Bo Trio mit extravaganter Trampolinartistik, der Comedian Jens Ohle aus dem Schmidt Theater mit seiner Show Ohle und Lang, die Clownin Rosemie sowie ihr amerikanisches Pendant Rob Torres aus dem Big Apple Circus, Tukkers Connexion mit der Renaissance des Lügenbaron von Münchhausen und Gabor Vosteen mit keck-verspielter Blockflötenkunst. Vertraute Gesichter werden der schneller als sein Schatten sprechende Herr Fröhlich und der mit Köfferchen in perfektionierter Pantomime über die Wiesen wandelnde Frans – Der kleine Clown sein. Auch kann sich das Festpublikum wieder auf das Akrobaten-Trio Backup Theatre, Eis Ali mit seiner pfiffigen Eis-Show, die orientalischen Köstlichkeiten von den MokkaMakern, die phantasievoll-kostümierten Künstler von Teatro Pavana und noch viele mehr freuen.

Für Interessierte gilt es jetzt nur noch, sich die heiß begehrten Eintrittskarten für das „Kleine Fest“ in Ludwigslust zu sichern. Die Eintrittspreise liegen für Erwachsene am Freitag bei 15 Euro und 17 Euro an der Abendkasse sowie am Samstag bei 16 Euro bzw. 18 Euro. Kinder und Schüler von 6 – 18 Jahren erhalten 50 Prozent Ermäßigung. Studenten, Auszubildende, Wehr- und Zivildienstleistende bis 30 Jahre sowie Inhaber der NDR-Kulturkarte und weitere Ermäßigungsberechtigte erhalten nach Vorlage eines gültigen Nachweises zehn Prozent Preisnachlass. Kinder bis einschließlich drei Jahren haben freien Eintritt. Alle Details zur Preisgestaltung sowie viele weitere Informationen zum „Kleinen Fest“ sind zu erhalten im Internet unter www.kleinesfestludwigslust.de und www.festspiele-mv.de.

Laeiszhalle und Elbphilharmonie Hamburg: »Hören, was im Herbst kommt!«

In diesem Jahr ist Hamburg Umwelt-hauptstadt Europas, und nach um-fangreichen Sanierungs- und Optimierungsmaßnahmen wurde die Laeiszhalle im Januar als Hamburger Ökoprofit-Betrieb zertifiziert. Eine Auszeichnung, die die Organisatoren nicht nur stolz macht, sondern die auch verpflichtet: Um die Umwelt zu entlasten und darüber hinaus Kosten einsparen zu können, stellen die Elbphilharmonie das Monatspro-gramm ab sofort alternativ auch als Online-Broschüre im Internet unter www.elbphilharmonie.de/monatsprogramm zur Verfügung.

Neben dem NDR Sinfonieorchester unter seinem neuen Chefdirigenten Thomas Hengelbrock präsentieren auch die Philharmoniker Hamburg und die Hamburger Symphoniker im Septemberjeweils ihr erstes Konzert der neuen Saison. Am 26. September eröffnen die Elbphilharmonie Konzerte mit John Malkovich in der Hamburgischen Staatsoper und nur zwei Tage später mit dem Rotterdams Philharmonisch Orkest unter dem Senkrechtstarter Yannick Nézet-Séguinin der Laeiszhalle ihre Saison.

Ein Wiedersehen mit dem singenden Armin Mueller-Stahl läutet den Oktober ein. Tags darauf startet das Belcea Quartet seinen Beethoven-Zyklus, der sich mit sechs Konzerten über die gesamte Saison erstrecken wird. Im Kleinen Saal gibt es eine erste Begegnung mit unserem Residenzkünstler Christian Tetzlaff. Am 13. Oktober ist im Elbphilharmonie Kulturcafé der Gitarrist Thomas Krakowczyk mit seinem groovigenJazz-Trio zu Gast – der Eintritt ist wie immer kostenlos! Ein spannende und abwechslungsreiche Herbstsaison beginnt – Hören, was im Herbst kommt! Weitere Informationen: www.elbphilharmonie.de

Jubiläumssaison »25 Jahre Dresdner Kammerchor« des Dresdner Kammerchors geht mit sächsischen Musikschätzen von Weltgeltung in Ansbach zu Ende

Mit gleich drei Konzerten am 5., 6. und 7. August gastieren der Dresdner Kammerchor und Hans-Christoph Rademann bei dem renommierten Festival Bachwoche Ansbach. Alle drei Konzerte des Abschlusswochenendes sind bis
auf wenige Restplätze ausverkauft.


Dresdner Kammerchor, Foto: (c) Tim Kellner

Auf dem Programm stehen sächsische Musikschätze von Weltgeltung. Am 5.8. um 11.00 Uhr erklingen im Kloster Heilsbronn die Musikalischen Exequien von Heinrich Schütz und Bachs Motette Jesu, meine Freude. Solisten sind u.a. Dorothee Mields, Jan Kobow und Harry van der Kamp.

Am 6. und 7.8. erklingt dann zum Abschluss der Bachwoche Ansbach die h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach. Das künstlerische Credo Bachs musiziert der Dresdner Kammerchor gemeinsam mit dem Dresdner Barockorchester sowie den Solisten Dorothee Mields, Wiebke Lehmkuhl, Daniel Johannsen und Jochen Kupfer. Die Leitung hat Hans-Christoph Rademann inne. Das Konzert am Sonntag, den 7. August, 18.00 Uhr wird live im Bayerischen Rundfunk übertragen.

Mit diesem Konzert beschließt das international gefeierte Ensemble seine Jubiläumssaison „25 Jahre Dresdner Kammerchor“ mit über 16.000 Besuchern bei insgesamt 23 Konzerten in Dresden und Deutschland, u.a. bei den Dresdner Musikfestspielen, dem Bachfest Leipzig und dem MDR Musiksommer sowie auf Tourneen in Spanien, Frankreich und der Schweiz. Zudem verfolgten ca. 25.000 Besucher den Auftritt des Dresdner Kammerchor bei „Dresden singt & musiziert“.

Die Aufführung der h-Moll-Messe ist dann auch am 25.September 2011 um 19.30 Uhr in Dresden zu erleben. Karten für dieses Konzert sind unter www.dresdenticket.de oder unter 0351.86 27 390 erhältlich.Weitere Informationen: www.dresdner-kammerchor.de

Festspiele Mecklenburg-Vorpommern: »Midori zu Gast in Bad Doberan – Konzert der MBB Molli "Dur und Moll(i)«

Sie hat einen Magister in Psycholo-gie und wurde unlängst vom Gene-ralsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, zur Botschafterin des Friedens ernannt – die Rede ist von der Stargeigerin Midori. Fast ihr ganzes Leben steht sie bereits auf der Bühne, hat so ziemlich alle Podien dieser Welt erobert und sich durch ihr unübertroffenes Spiel einen Platz im Klassik-Olymp gesichert.

Zusammen mit Pianist Özgür Aydin, selbst Gewinner des renommierten Interna-tionalen Musikwettbewerbs der ARD, spielt sie in Bad Doberan Spätwerke von Schubert, Schumann und Schostakowitsch. „Sch!!“ lautet also die Devise und der Anlaut gemahnt zur Ruhe. Und tatsächlich muss man jede Note des Abends bewusst in sich aufnehmen, um die Musik in ihrer Tragweite zu erfassen –ohne Effekthascherei, vollkommen entschlackt und vom Ballast befreit, mit bestechender Klarheit im Ausdruck.

Erleben Sie Musik, die eindringlich und ohne Umschweife das Herz anrührt. Gespielt werden Werke von W. A. Mozart: Sonate für Violine und Klavier, D. Schostakowitsch: Sonate G-Dur op. 134, R. Schumann: Sonate Nr. 1 für Violine a-Moll op. 105 und F. Schubert: Fantasie für Violine und Klavier C-Dur D 934. Es spielen: Midori (Violine) und Özgür Aydin (Klavier). Weitere Informationen: www.festspiele-mv.de

Das Europakonzert 1998 aus Stockholm: »Wasser, Wind und Himmel«

Beim Europakonzert des Jahres 1998 stand den Berliner Philharmonikern und Claudio Abbado ein stummer, aber dennoch eindrucksvoller Solist zur Seite: Der 1627 gebaute und bereits bei seiner Jungfernfahrt gesunkene Dreimaster Vasa. Im eigens für dieses Schiff gebauten Vasa-Museum in Stockholm spielten die Musiker Werke, in denen die Darstellung von Wasser, Wind und Himmel einen breiten Raum einnimmt. Mit dem Schwedischen Rundfunkchor und dem Eric-Ericson-Kammerchor kamen dabei zwei der international bekanntesten Musikinstitutionen Schwedens zum Einsatz.


Foto: Stockholm Visitors Board

Das Eröffnungsstück war eine naheliegende Wahl: die Ouvertüre zu Wagners Fliegendem Holländer, in der sich die ganze unheimliche Wucht eines nächtliches Unwetters auf See vermittelt. Ähnliches ist in Tschaikowskys Orchesterfantasie Der Sturm nach Shakespeares gleichnamigem Drama zu erleben – wobei hier auch andere Szenen der Märchenhandlung aufklingen, ohne dass die verwickelte Geschichte im Einzelnen nacherzählt würde.

Noch weniger greifbar geben sich Claude Debussys Nocturnes: eine Musik, die kaum illustriert, sondern vor allem andeutet. Uns begegnen – im ersten Satz »Nuages« – Wolken, gefolgt von Festen (»Fêtes«) und Sirenen (»Sirènes«). Mit letzterem Satz sind wir wieder am Meer mit seinen Lichtreflexen und wogenden Rhythmen, wobei nun erstmals die beteiligten Chöre in Erscheinung treten. In den facettenreichen Quattro pezzi sacri des 80-jährigen Giuseppe Verdi können sie dann ihre Qualitäten voll zur Geltung bringen. Diese geistlichen Werke setzen einen Kontrapunkt zu den vorangegangenen Tondichtungen. Nicht die Stürme der Natur stehen mehr im Mittelpunkt, sondern der Wechsel von Ruhe und Aufruhr, den jeder Mensch in sich trägt.

Die Digital Concert Hall ist der virtuelle Konzertsaal der Berliner Philharmoni-ker im Internet. Unter www.digital-concert-hall.com werden hier die Berliner Konzerte des Orchesters live übertragen und nach wenigen Tagen in einem Archiv als Video-Stream angeboten. Die Digital Concert Hall wird exklusiv durch die Deutsche Bank unterstützt, die seit 1989 die Berliner Philharmoniker fördert und das Education-Programm »Zukunft@BPhil« ermöglicht.

Konzertkirche Neubrandenburg: Abschlusskonzert der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern am 11. September 2011

Nach einem großartigen Musiksom-mer 2011 spielt Li-Wei Qin Edward Elgars Konzert für Violoncello und Orchester e-Moll op. 85. Auf dem Programm stehen außerdem Ludwig van Beethoven: Egmont-Ouvertüre
f-Moll op. 84 und Maurica Ravel: Rhapsodie espagnole, Bolero. Es spielt das Konzerthaus-orchester Berlin unter Leitung des Dirigenten Michel Tabachnik.

Will man der Anekdote Glauben schenken, so ersann Edward Elgar die Melodie seines Cellokonzerts op. 85 nachdem er, im Zuge einer nicht ungefährlichen Mandeloperation, aus der Narkose erwachte. Das Cellokonzert beschreibt auf wehmütige und kontemplative Art und Weise die Bilanz des alternden Komponisten, sieht zurück auf ein kriegserschüttertes Land, sein eigenes Leben und eine unerfüllte Liebe. Und so offenbart uns das Werk in großen Landschaftsbildern eine Innenansicht des Komponisten, die erschüttert und aufrüttelt aber auch zum Schwelgen und Nachsinnen anregt. Erleben Sie im Abschluss-konzert der Festspiele MV unseren diesjährigen Preisträger in Resi-dence, Li-Wei Qin, der, begleitet vom Konzerthausorchester Berlin unter Michel Tabachnik, mit seinem Celloklang Elgars auskomponierten Seelenzustand in Tönen nachmalt und somit für alle erfahrbar und unvergesslich macht. Der Verstaltungsort bietet sich für Konzerte dieser Qualität an.

Nur wenige Jahre nach der Stadtgründung begannen die Neubrandenburger mit dem Bau der St. Marienkirche, die 1271 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Vollendet wurde der mittelalterliche Bau zu Beginn des 14. Jahrhunderts. 1353 gab es in der Kirche bereits 16 Nebenaltäre. Der gotische Stil ist besonders anschaulich am kunst-vollen Ostgiebel nachzuvollziehen. Sein filigranes Maßwerk macht die dreischiffige Hallenkirche mit dem 88 Meter hohen Turm an der West-seite zu einem der bedeutendsten Baudenkmäler in Norddeutschland. Im zweiten Weltkrieg wurde die Kirche stark beschädigt. Sie brannte bis auf die Umfassungsmauern und Teile des Turmes aus. Im Jahre 1975 ging das Eigentum am Bauwerk auf die Stadt Neubrandenburg über.

Seit dieser Zeit wurde mit großem Engagement eine Wiederherstellung und Neunutzung des Gebäudes verfolgt. Dem Innenausbau der Kirche zum Konzertsaal ging ein 1996 europaweit ausgeschriebener Wettbewerb voraus. Gewinner unter den ursprünglich 66 Bewerbern war der finnische Architekt Pekka Salminen. Im bewussten Gegensatz zum jahrhundertealten Backstein sind alle neuen Bestandteile in Beton gehal-ten, lediglich für die Geländer der Treppen und Absätze wurde Stahl benutzt. Die gesamte Form ist schlicht und funktional.

Der Konzertsaal ist vollkommen separat von den historischen Kirchenmauern konzipiert und als moderne, zeitgemäße Konstruktion in den Raum hineingestellt worden, ohne von den alten Strukturen Besitz zu ergreifen. Das durch Glas abgetrennte Foyer am Eingang des Saalkomplexes unterstützt das Erleben der historischen Bausubstanz und ermöglicht zudem, dass Musiker und Publikum in den Pausen aufein-ander treffen. 2001 wurde die Konzertkirche ihrer neuen Bestimmung übergeben. Weitere Informationen: www.festspiele-mv.de