Berlin Verlag: »Berthold-Beitz-Biographie«

Die Präsentation von Joachim Käppners Berthold-Beitz-Biographie, zu der das Goethe Institut Jerusalem und der Berlin Verlag auf der diesjährigen Jerusalemer Buchmesse eingeladen hatten, stand ganz im Zeichen von Berthold Beitz’ Rettungsaktionen während der NS-Herrschaft. Der spätere Krupp-Generalbevollmächtigte und Vorreiter der Ostpolitik hatte während des Zweiten Weltkriegs als Ölmanager in Galizien zahlreiche jüdische Arbeiter vor der Deportation in Vernichtungslager bewahrt, indem er sie als unverzichtbar für die Ölproduktion ausgab.

Yad Vashem ehrte ihn für diesen Einsatz in den siebziger Jahren als „Gerechten unter den Völkern“. Zu den Geretteten gehörte Jurek Rotenberg, der nach einem Grußwort des deutschen Botschafters in Israel Harald Kindermann und einem Gespräch zwischen Autor Joachim Käppner und Irena Steinfeldt von Yad Vashem ans Podium trat, um seinem Lebensretter zu danken und Käppner für seine Biographie zu loben.

Neben Rotenburg waren mit Anita Lauf, Jakob Ben Dor und Salek Linhard weitere drei Zeitzeugen von Beitz’ Rettungsaktionen bei der Buchpräsentation anwesend. Joachim Käppner hatte sie während der Recherchen für seine Beitz-Biographie ausfindig gemacht, und ihre Auskünfte trugen wesentlich zu seiner Schilderung von Beitz’ Wirken in Ostgalizien bei. Berthold Beitz, der sich später als einer der ersten Industriellen der Bundesrepublik für eine Entschädigung für NS-Zwangsarbeiter einsetzte und heute hochbetagt als Kuratoriumsvorsitzender der Krupp-Stiftung in Essen lebt, hat selten Interviews gegeben. Erst seit Joachim Käppners Biographie liegt eine umfassende Würdigung von Beitz’ Leben vor. Weitere Informationen: www.berlinverlag.de

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