Lera Auerbachs Requiem: »Dresden – Ode an den Frieden«

Alljährlich musizieren die Sächsische Staatskapelle und der Staatsopernchor am 13. und 14. Februar ein bewegendes Konzert im Gedenken an die Zerstö-rung Dresdens im Zweiten Weltkrieg. In diesem Jahr stehen diese Konzerte unter einem besonderen Vorzeichen: Zum ersten Mal seit über 50 Jahren er-klingt zu diesem Anlass ein neu komponiertes Requiem, das neben der Ausein-andersetzung mit der Vergangenheit auch das heutige Leid thematisiert und den Gedanken der Hoffnung mit einschließt. Mit ihrem Requiem »Dresden« stellt die Capell-Compositrice Lera Auerbach zugleich das umfangreichste Werk im Rahmen ihrer Dresdner Residenz vor. Von Tobias Niederschlag.

Gemeinsamer Wunsch der Auftraggeber und der Komponistin war eine Urauf-führung im wieder aufgebauten Dresdner Gotteshaus, das für die Überwindung von Trauer und Tod durch Hoffnung und Versöhnung steht. So erklingt das Werk nun erstmals im direkten zeitlichen Vorfeld des Dresdner Gedenktages am 11. Februar und nachfolgend am 13. und 14. Februar auch in der Semperoper.


Lera Auerbach, Foto: © F.Reinhold

Lera Auerbach stand in den vergangenen Monaten in besonderer Weise im Fokus der Medien: Im August und September 2011 eröffnete die Komponistin mit der Aufführung ihrer »Dialogues on Stabat Mater« und der Uraufführung ihres neuen Streichquartettes »Songs of Alkonost«, das in der Semperoper und bei den Inter-nationalen Schostakowitsch Tagen Gohrisch zu hören war, ihre Residenz als diesjährige Capell-Com-positrice der Sächsischen Staatskapelle. Im November 2011 folgte die Uraufführung ihrer Oper »Gogol« am Theater an der Wien – ein Erfolg, der die Opernwelt aufhorchen ließ und Publikum wie auch zahlreiche Kritiker in Begeisterung versetzte. »Auerbach ist primär eine Melodikerin«, schwärmte Reinhard Brembeck in der Süddeutschen Zeitung.

»Wer so fest an die Melodie glaubt, wer nichts anderes im Instrumentalen sucht, der kann auch brillant für Singstimmen schreiben.« In den diesjährigen Konzerten am Dresdner Gedenktag steht die nächste Uraufführung eines vokalen Auerbach-Werkes an: das Requiem »Dresden«, das wie die Gogol-Oper abendfüllend sein wird und damit den größten Auftrag darstellt, den die Staatskapelle bislang an einen ihrer Capell-Compositeure vergeben hat. Hierfür kooperierte sie mit der Stiftung Frauenkirche Dresden. Weitere Informationen:www.staaatskapelle-dresden.de

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