Roger Casement, der visionäre Kelte: »Als Aufklärer und Held verehrt, als Verbrecher und Homosexueller verfemt …«

August 1916, die Todeszelle eines Londoner Gefängnisses. Roger Casement hält Rückschau auf sein abenteuerliches Leben. Er erinnert sich an die Jahre in Afrika, als er im Auftrag der britischen Regierung einen folgenreichen Bericht über die kolonialen Grausamkeiten im belgi-schen Kongo verfasste. Und er denkt weiter zurück, an die Kindheit im irischen Ulster, seine zwiespältige Herkunft von einem streng protes-tantischen Vater und einer tiefgläu-bigen katholischen Mutter, die viel zu früh verstarb.

An das Jahr 1910, als Casement ins peruanische Amazonasgebiet reist, um die grausamen Machenschaften eines Unternehmens zu dokumentieren, das mit britischem Kapital arbeitet. Was er dort sieht und hört, bringt ihn fast um den Verstand. Dabei wird ihm, dem inzwischen kontroversen Idealisten und öffentlichen Aufklärer, immer dringlicher seine eigentliche Mission bewusst. Heimlich begibt er sich nach Berlin und sucht deutsche Unterstützung für die irische Unab-hängigkeitsbewegung. Doch in den Wirren des Ersten Weltkrieges gerät er zwischen alle Fronten. Und wird von denen verraten, die er zu lieben glaubt …

Als Aufklärer und Held verehrt, als Verbrecher und Homosexueller verfemt, träumte der große, visionäre Kelte Roger Casement von einer freien, befrie-deten Welt. Mit seiner ganzen epischen Kraft zeichnet Mario Vargas Llosa so schonungslos wie eindrucksvoll die inneren und äußeren Kämpfe, das turbulente Wirken dieser umstrittenen historischen Figur nach. Weitere Informationen: www.suhrkamp.de

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