Ian Bremmer: »Das Ende des freien Marktes«

Autoritäre Staaten in aller Welt kämpfen immer rücksichtsloser um wirtschaftliche Dominanz. Und sie tun es mit System: Staatskapita-lismus lautet die Formel, die westliche Unternehmen und Demokratien das Fürchten lehrt. Stehen wir an der Schwelle eines neuen Kalten Krieges, der nicht mehr mit militärischen, sondern mit wirtschaftlichen Mitteln geführt wird? Riesige Unternehmen wie Gazprom und Rosneft, Sinopec und die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) werden von staatlicher Seite massiv unterstützt – finanziell und durch die Gesetzgebung.

Sie verfolgen nicht nur wirtschaftliche Ziele, sondern politische: Sie sollen den Einfluss ihres Ursprungslands und seiner Machthaber sichern. Zur Durchset-zung ihrer Interessen ist jedes Mittel recht: Preiskämpfe, Lohndumping, Bestechung. Die Hauptakteure sitzen in China, Russland, Saudi-Arabien und im Iran – doch ihr Erfolg ruft immer mehr Nachahmer in den Schwellenländern auf den Plan. Westliche Unternehmen sind dagegen machtlos: Sie sind Zwerge im Vergleich zu den gigantischen Staatsunternehmen. Wie soll man einem Unternehmen wie der China Investment Corporation (CIC) ernsthaft Konkurrenz machen, deren Kapital mit rund 200 Milliarden Dollar dem Bruttoinlandsprodukt eines mittelgroßen Staates wie Portugal entspricht?

„Brillant und unverzichtbar. Einer der großen politischen Denker unserer Zeit mit einem Buch, das man gelesen haben muss: Es zeigt, wie Politik und globale Märkte sich immer stärker verzahnen – und das zu unserem Schaden“, so Nouriel Roubini, Chairman, Roubini Global Economics.

Ian Bremmer ist ein amerikanischer Politologe sowie Gründer und Präsident der „Eurasia Group“, des weltweit führenden Beratungsunternehmens mit Schwerpunkt globale politische Risiken. Er schreibt für „The Wall Street Journal“, „The Washington Post“, „Newsweek“, „Foreign Affairs“ und viele andere Publikationen und ist Autor mehrerer Bücher. Weitere Informationen: www.hanser.de

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