RUSKA – LAPPLAND UND KUUSAMO IM HERBST

Worte allein reichen nicht aus, um Finnland umfassend zu beschreiben. Dieses Land und sein Volk – die Menschen gemeinsam und einzeln – seine ihm nachgesagten und wirklichen Eigenschaften, seine Zurückhaltung und Freundlichkeit, bieten eine ungeheure Vielfalt an Begegnungsmöglichkeiten. Der Reichtum der Landschaft wird intensiv erlebt durch das Spiel der Farben, das die wechselnden Jahreszeiten hervorrufen. Die Zeit der Sommer-sonnenwende mit ihrer andauernden Helligkeit, nördlich des Polarkreises die Lichtlosigkeit des Winters, die Kaamoszeit, im Herbst die leuchtenden Farben der Ruskazeit. Lappland im Herbst.

Ulrich Ladurner, Der Fall Italien – Wenn Gefühle die Politik beherrschen

Leidenschaft, Temperament, Überschwang – das lieben die Deutschen an den Italienern. Aber was passiert, wenn hemmungslose Emotionen die Politik dominieren? Der Journalist und gebürtige Südtiroler Ulrich Ladurner analysiert die politische Situation seines Heimatlandes – und zieht ein bedrückendes Fazit.

Von Nord nach Süd und wieder zurück nach Rom reist Ulrich Ladurner: quer durch ein zorniges und zugleich ängstliches Land, in dem die Korruption grassiert und die Wirtschaft ebenso schrumpft wie die Gesamtbevölkerung. Es gibt kaum noch Institutionen, die politische Leidenschaften kanalisieren. Die Kirche, die Volksparteien, die Gewerkschaften – nur noch Schatten ihrer selbst. Rohe Emotionen dominieren nicht nur die Politik, sie formen und gestalten die Gesellschaft.

In diesem Klima gewinnen die Populisten Wahlen: Die nationalistische Lega und die 5-Sterne-Bewegung bilden nicht nur eine Koalition, sondern auch eine unheilige Allianz, die den Italienern Freiheit von der EU und neue Selbstbestimmung verspricht. Und es genügt nicht, sich darauf zu verlassen, dass italienische Regierungen nicht lange halten: Ladurner erinnert uns daran, dass die Behauptung der Populisten, die Politik wieder handlungsfähig und die Nation stark zu machen, auch in Deutschland verfängt. Wer solche Populisten bekämpfen will, darf ihnen den Grundgedanken der Demokratie und aller Politik – die Freiheit – nicht kampflos überlassen. Das ist die Lehre aus dem Fall Italien. Weitere Informationen: www.koerber-stiftung.de

Thomas Kleine-Brockhoff, Die Welt braucht den Westen

In der politischen Debatte macht sich Fatalismus breit: Der Westen ist tot, heißt es, die internationale Ordnung am Ende, Amerika verloren. Wer so argumentiert, ergibt sich kampflos dem nationalistischen Zeitgeist, übersieht die wachsende Gegenwehr und unterschätzt die Reformkräfte. Thomas Kleine-Brockhoff plädiert für eine Umkehr: Statt die Unabwendbarkeit einer antiliberalen Ära zu beklagen, sollten die Kräfte, die sich der liberalen Demokratie verbunden fühlen, Gegenstrategien erarbeiten.

Eine solche Alternative schlägt der Thinktanker und Politikberater in seiner Streitschrift vor: den robusten Liberalismus. Dieses Prinzip soll die Erneuerung der internationalen Ordnung prägen und »Mein-Land-zuerst«-Haltungen abwehren. Glaubwürdig wird der robuste Liberalismus, wenn er zur Selbstkritik fähig ist und maßvolle Ziele selbstbewusst und streitlustig verfolgt. Er muss seinen eigenen Idealen und Regeln treu bleiben, um sie nach außen verteidigen zu können. Dazu braucht es Realismus und Rückgrat, aber auch Selbstbeschränkung und diplomatisches Geschick.

Was es in der Praxis heißt, mit robustem Liberalismus für eine freiheitliche Ordnung zu kämpfen, beschreibt Kleine-Brockhoff an drei Beispielen: dem Schutz von Flüchtlingen, der militärischen Intervention und dem Handel mit China. Gelingt es dem Westen, die liberale Ordnung mit Leben zu erfüllen, kann die internationale Politik kalkulierbarer und die Welt sicherer werden. Weitere Informationen: www.koerber-stiftung.de