Theo Sommer: »In dem Bestreben, eine tolerante, weltoffene Zeitung zu machen, herrschte Einigkeit.«

»Politiker und Journalisten haben eines gemeinsam: Sie sollen heute schon über Dinge urteilen, die sie erst morgen verstehen«, so Helmut Schmidt. »Das ist auch nicht schwie-riger, als wenn man als Politiker in ein neues Ressort kommt und sich einarbeiten muss«, sagte Helmut Schmidt, als er 1983 seinen Herausgeberposten bei der Zeit antrat.

Ganz so einfach scheint es dann doch nicht gewesen zu sein, zumindest nicht für diejenigen, die bereits beim Blatt tätig waren. Er schärfte den Ressortleitern schon mal ein, »die Wohngemeinschafts- und Gossen-sprache der 68er-Generation« zurückzudrängen. Die konterten: »Eine Redaktion ist kein Ministerium.« Dennoch: In dem Bestreben, eine tolerante, weltoffene Zeitung zu machen, herrschte Einigkeit. Pointiert und unterhaltsam zeichnet Theo Sommer den Aufstieg Helmut Schmidts zur politisch-moralischen Instanz nach. Weitere Informationen: www.hoffmann-und-campe.de

Joachim Faulstich: »Wie altes Wissen die Medizin verändert«

Steht die moderne Medizin an einem Wendepunkt? Joachim Faulstich zeigt, wie aktuelle Forschungsergeb-nisse altes Erfahrungswissen bestätigen: Gedanken und Gefühle haben direkten Einfluss auf alle Bereiche des Körpers. Unser Gehirn ist formbar, äußere Erfahrungen und innere Bilder beeinflussen seine Struktur und können sogar zerstörte Bereiche rekonstruieren.

Das Buch zeigt anschaulich, wie in der Kooperation der unterschiedlichen Richtungen eine neue Heilkunst entsteht – eine Medizin, die eine grundlegende menschliche Kraft aktiviert und stärkt: die Kraft der Selbstheilung.

Joachim Faulstich ist Autor und Regisseur wissenschaftlicher Fernsehdokumentationen. Mit seinem Vorgängertitel „Das heilende Bewusstsein“ schuf er einen Bestseller und erhielt für seine Arbeit zahlreiche Preise. Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt er sich mit Themen der Bewusstseinsforschung und Komplementärmedizin. Sein neues Buch „Das Geheimnis der Heilung“ vertieft die gleichnamige ARD-Dokumentation. Weitere Informationen: www.droemer-knaur.de

Festspiele Mecklenburg-Vorpommern: »Das großartige Festspielereignis des Nordens«

Festspiele Mecklenburg-Vorpommern: »Reihe Fokus Tanz«

In der Reihe Fokus Tanz trifft u. a. die „Junge Elite Tanz“ von John Neumeier auf die Junge „Elite Musik“. Eine eigene Ballettproduktion ist mit der Tod und das Mädchen zu erleben, während sich Kristjan Järvi mit seinem Absolute Ensemble und dem Weltklasse-Bandoneonspieler Carel Kraayenhof dem Tango widmen und die NDR-Bigband ein andalusischen Flamenco-Abend präsentiert.

Festspiele Mecklenburg-Vorpommern: »Große Pianisten geben sich die Ehre«

Des Weiteren geben sich in dieser Saison große Pianisten die Ehre. Den Anfang macht Bruno Leonardo Gelber mit berühmten Beethoven Sonaten gefolgt von zwei Grandes Dames der Klavierkunst: Martha Argerich und Lilya Zilberstein. Schumanns Klavierkonzert liegt pianistisch in den Händen von Lars Vogt und sinfonisch in denen des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin unter Philippe Jordan, während Tastenlegende Murray Perahia die Academy of St Martin in the Fields vom Klavier aus leitet.

Festspiele Mecklenburg-Vorpommern: »Junge Dirigentenelite auf den Festspiel-Bühnen«

Erstmals wird eine Garde junger Dirigentenelite auf den Festspiel-Bühnen zu erleben sein. Cornelius Meister und der Tscheche Jakub Hrůša mit dem NDR Sinfonieorchester, die Mexikanerin Alondra de la Parra mit der Kammerakademie Potsdam und der Nord-deutschen Philharmonie, David Afkham mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und Christoph Altstaedt mit dem Jungen Klangforum Mitte Europa. Karten für die Konzerte, das Programm der Saison sowie alle weiteren Informationen sind im Internet und telefonisch unter 0385 – 591 85 85 und an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich. Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Konzertbeginn. Die Abendkassengebühr beträgt 2,- Euro pro Karte. Weitere Informationen: www.festspiele-mv.de

folkBaltica 2011: Sønderburg und Flensburg bieten »Meer«

Ob Kulturzentrum Alsion, das Schiffahrtsmuseum, der Flensburger Museumsberg mit der Kunsthand-werkerausstellung »Connection«, es lohnt sich anlässlich des Musik-festivals »folkBALTICA« rund um die Ostsee, das in der Zeit vom 6. bis 10. April 2011stattfindet, einen Kurztrip nach Flensburg zu unternehmen.

Das Angebot umfasst vier Übernach-tungen im Hotel Xenia mit Frühstück, einem griechischen Spezialitätenessen sowie eine Dauerkarte für alle Konzertveranstaltungen während dieser Zeit. Wer dann noch seinen Aufenthalt an der Ostseeküste verlängern möchte, findet weitere lohnenswerte Ziele in Flensburg (Museumsberg, Phänomenta), Schleswig (Schleswig-Holsteinisches Heimatmuseum), Seebüll (Nolde-museum) oder in Sonderborg (Alsion, Schloss). Weitere Informationen: www.institut50plus.de und www.folkbaltica.de

Christian Thielemann dirigiert »Faust«: Sonderkonzert der Staatskapelle Dresden zum 200. Geburtstag von Franz Liszt

Mit einem Sonderkonzert am 20. und 21. Februar 2011 würdigt die Sächsische Staatskapelle Dresden unter der Leitung ihres designierten Chefdirigenten Christian Thielemann den Komponisten Franz Liszt, der vor 200 Jahren – am 22. Oktober 1811 – in Raiding im Burgenland geboren wurde. Zu seinen Lebzeiten pflegte Liszt, als Pianist einer der größten »Musikstars« des 19. Jahrhunderts, enge Kontakte zur damaligen Dresdner Hofkapelle, deren Mitglieder ihn 1873 zum Ehrenmitglied ihres Tonkünstler-Vereins ernannten. Der Verein lebt bis heute in der »Kammermusik der Sächsischen Staatskapelle Dresden« fort.

< Christian Thielemann, Foto: (c) Matthias Creutziger Im programmatischen Zentrum des Sonderkonzerts steht die Aufführung von Liszts »Faust-Symphonie«, die schon frühere Chefs der Staatskapelle wie Ernst von Schuch, Fritz Reiner, Fritz Busch, Karl Böhm oder Giuseppe Sinopoli in Dresden dirigierten. Christian Thielemann kombiniert das Werk mit der »Faust-Ouvertüre« von Richard Wagner, deren erste Fassung 1844 in Dresden uraufgeführt wurde und die, ursprünglich ebenfalls als Symphonie geplant, für eine lebhafte Faust-Diskussion zwischen Wagner und Liszt sorgte. Sie führte letztendlich zu den überarbeiteten Endfassungen beider Werke, die im Sonderkonzert der Staatskapelle erklingen. Weitere Informationen: www.staatskapelle-dresden.de

Die Herausforderung: »Wahlen in sieben Bundesländern«

Im Vorfeld der Wahlen in sieben Bundesländer empfehlen wir zwei ebenso aktuelle wie aufschlussreiche Bücher – einen Roman und eine Reportage-Sammlung, die beide gleichermaßen viel aussagen über den gegenwärtigen Stand unserer Demokratie:

Eine Politsatire, die punktgenau trifft: Joachim Zelter erzählt radikal und leise zugleich von einem Politiker, der sich nach einem Autounfall an nichts erinnern kann – während die Wahlkampf-Maschinerie unerbittlich losrollt. Zwischen liebenswerter Ahnungslosigkeit und kindlichem Erstaunen, zwischen Fremdsteuerung und eigensinniger Selbstbehauptung erzählt »Der Ministerpräsident« von einem um Erinnerung und Selbst-findung ringenden Helden, der sich in einer Welt wiederfindet, in der Politik nur noch leere Inszenierung und inhaltloser Schein ist. Kritiker begeistert die Prägnanz dieser Politsatire und sehen darin zugleich einen Existenz-Roman, der jeden angeht. Unvoreingenommen blickt Joachim Zelters »Ministerpräsident“ auf eine ihm befremdliche Welt – und entlarvt dadurch die Absurdität des Politikbetriebs. Der vielgelobte Roman wurde 2010 für den Deutschen Buchpreis nominiert.

Schmutzige Machenschaften sauber recherchiert: Josef-Otto Freuden-reich und seine Mitautoren Susanne Stiefel, Rainer Nübel und Meinrad Heck klären mit ihrer Reportagen-Sammlung »Die Taschenspieler« auf über Winkelzüge korrumpierter Politiker, gieriger Unternehmer und mitspielender Staatsbeamter. Und sie zeigen auf: Die »Deutsche Größenwahn AG« haben nicht nur »die da oben« zu verantworten. Die geballte Wucht dieser Sammlung verdeutlicht, mit welchen Mechanismen unsere Gesellschaft funktioniert und wer an welchen Rädchen dreht. Eine Lektüre, die Ulrich Kienzle gerade jetzt empfiehlt: »Das richtige Buch zur Wahl. Der Leser erfährt, wie in der Politik getrickst und getäuscht wird. Mit dem starken Stück Aufklärung ist er bestens gerüstet für den Gang in die Wahlkabine.« Die Themen:

Die Deutsche Größenwahn AG: Als die globale Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 auch über die Deutschen kam, standen gierige und größenwahnsinnige Finanzjongleure am Pranger. Beim genauen, pointierten Hinsehen stieß Rainer Nübel jedoch auch in weiten Teilen der gesamten Gesellschaft auf Strukturen des Größenwahns und auf eine alltägliche Hybris. Demut kommt nach dem Fall?

Mit Frauen in der Wirtschaft und der dünnen Luft ganz oben im Management hat sich Autorin Susanne Stiefel beschäftigt. In ihrem Beitrag »Wer sich nicht fügt, fliegt« ist sie der Geschichte einer Personalchefin auf den Grund gegangen. »Die Quote ist ein Muss«, sagt sie. »ohne wenn und aber.«

Der Polizistenmord von Heilbronn: Am 25. April jährt sich der ungelöste, durch den »Phantom« -Skandal international bekannt gewordene Fall zum vierten Mal. Neue Recherchen des Autors Rainer Nübel führen zu politisch brisanten Spuren und Ermittlungsansätzen, die von der Polizei vernachlässigt oder sogar vertuscht wurden: Es geht um auffällige Bezüge zu radikalen Islamisten und osteuropäischen Vertretern der Organisierten Kriminalität. Italienische und französische Fernsehsender greifen das Buchkapitel bereits auf.

Mafia-Giftschiffe und die drohende Umweltkatastrophe: Vor der Küste Italiens liegen mehr als 100 Schiffe, die Giftmüll oder radioaktives Material von Firmen aus halb Europa, darunter Deutschland, geladen hatten – versenkt von der Mafia, als letztes Glied eines internationalen Kartells, das Giftmüll seit Jahren illegal entsorgt. Rainer Nübel ist den Hintergründen der drohenden Umweltkatastrophe nachgegangen – eine parlamentarische Kommission in Rom hat ihn jetzt eingeladen, seine im Buch veröffentlichten Rechercheergebnisse vorzutragen.

Wenn Finanzhaie nach dem Geld kleiner Leute greifen steht nicht selten der Staat mit ein paar hilfreichen Gesetzen zur Seite. Solchen Finanzhaien wurde ein milliardenschwerer Markt geöffnet. Seit die Rente nicht mehr sicher ist, machen Politiker auch mitunter dubiose Finanzvermittler in hübschen Werbebroschüren salonfähig. In seinem Beitrag »Full House« beschreibt Meinrad Heck exemplarisch einen solchen Salon, und was sich darin abspielt: Die politischen Netzwerke und den Zusammenbruch des Finanzriesen »Göttinger Gruppe«, der 270.000 Menschen um eine Milliarde Euro gebracht hat und der wundersamerweise wie so von keiner Justiz ernsthaft behelligt wurde.

Das heute so gefährliche Salzbergwerk mit seinem Atommüll im niedersächsischen Asse wurde öffentlich über Jahre als Forschungsvorhaben verkauft, war in Wahrheit aber von Beginn an als Endlager geplant. Gestützt auf zahlreiche Dokumente belegt Meinrad Heck, wie die Geschichte der Kernenergie in Deutschland mit einer Lüge begann und sich in der aktuellen Frage Gorleben mit ähnlichen Lügen fortsetzt. Die Atomlobby hat immer noch ihre »Asse im Ärmel«. Und auch zu Stuttgart 21, Cross-Border-Leasing und der »Kunst-Mafia« hat die Journalisten-Gruppe um Josef-Otto Freudenreich recherchiert. Weitere Informationen: www.kloepfer-meyer.de

Kreuz Verlag: »Jeder für sich und beide miteinander.«

Selbstbestimmt, flexibel und unab-hängig wollen wir sein. Eine stabile und beglückende Beziehung braucht aber beides, Autonomie und Abhän-gigkeit. Die Autoren beschreiben, warum das eine nicht ohne das andere zu haben ist. Zu wissen, dass man den Anderen braucht, schafft erst die Ausgangsposition für die Liebe. So können beide das verwirklichen, was ihnen wesentlich ist und was glücklich macht: Jeder für sich und beide miteinander.

»In unseren Büchern geht es um Lebensfragen und -gestaltung, so der Kreuz Verlag. Unsere Autoren stellen sich der Herausforderung, über aktuelle psychologische Themen zu schreiben. Sie greifen Fragen auf, nach dem, was die Seelen der Menschen belastet und befreit, nach dem, was uns hilft, uns selbst und Andere zu erkennen.« Weitere Informationen: www.kreuzverlag.de

Kreuz Verlag: »In unseren Büchern geht es um Lebensfragen und -gestaltung«

Achtsamkeit in der Partnerschaft zu üben und zu pflegen bedeutet herauszufinden, was dem Anderen und mir selbst wichtig ist, ohne es gleich zu bewerten. Hans Jellouschek weiß aus seiner therapeutischen Arbeit, dass Unachtsamkeit, Unaufmerksamkeit und Ablenkung auf Dauer eine Partnerschaft unterhöhlen.

Mit vielen praktischen Übungsanlei-tungen und Beispielen aus der Beratungspraxis zeigt er, wie die Kunst der Achtsamkeit zu üben und zu pflegen ist. Ein völlig neuer Zugang, der in die tiefere Dimension der Beziehung führt.

»In unseren Büchern geht es um Lebensfragen und -gestaltung, so der Kreuz-Verlag. Unsere Autoren stellen sich der Herausforderung, über aktuelle psychologische Themen zu schreiben. Sie greifen Fragen auf, nach dem, was die Seelen der Menschen belastet und befreit, nach dem, was uns hilft, uns selbst und Andere zu erkennen.« Weitere Informationen: www.kreuzverlag.de

»Erich Fromm war der erste Psychoanalytiker, der den Menschen als Beziehungswesen ernst nahm«

Erich Fromm war der erste Psycho-analytiker, der den Menschen als Beziehungswesen ernst nahm. Lange vor der Bindungsforschung und der Etablierung der intersubjektiven Psychoanalyse sah er das Bezogen-sein des Menschen auf andere Menschen, auf die Wirklichkeit und auf sich selbst als das Kernproblem psychischer Strukturbildung an.

Entsprechend orientieren sich seine psychoanalytische Theoriebildung und therapeutischen Techniken in erster Linie an solchen individuellen und gesellschaftlichen Erfahrungen, deren unbewusste Wirkungen, Behinderun-gen und Konflikte in der therapeu-tischen Beziehung aufgedeckt werden sollen. Der hier vorgelegte Band versammelt die wichtigsten Beiträge Fromms zu seiner psychoanalytischen Theorie und Praxis, unter anderem seine kritische Auseinandersetzung mit Freud. Weitere Informationen: www.psychosozial-verlag.de