Semperoper: »Brüchiger Frieden« als Leitmotiv der kommenden Spielzeit

»Brüchiger Frieden« steht als Leitmotiv über den Opernpremieren der kommenden Spielzeit / Zwei Ballettpremieren mit Neukreationen / »Der Ring des Nibelungen« in zwei Aufführungsserien unter der musikalischen Leitung von Christian Thielemann / »Belcanto-Tage« und ein vielfältiges Programm in Semper Zwei

Ein Thema durchzieht die Spielzeit 2017 / 18 der Semperoper, das aktueller kaum sein könnte: der brüchige Frieden. Mit den Opernpremieren der kommenden Saison stehen Werke auf dem Spielplan, die Fragen aufwerfen, die es in einer sich wandelnden Gesellschaftsstruktur und politischen Welt immer wieder neu zu stellen gilt: Inwieweit strahlen radikale und traumatische historische Ereignisse in die Gegenwart? Wo beeinflusst die Vergangenheit unsere Gegenwart? Und: Leben wir in sicheren Zeiten oder scheint es nur so? Zwei programmatische Opernpremieren stehen sich zu Beginn und zum Abschluss der kommenden Spielzeit gegenüber: eine Grand opéra und zwei Einakter in einem Doppelabend. Wie eine Klammer umfassen sie die kommende Saison und stellen sehr deutlich die Fragen nach der Brüchigkeit des Friedens: Hector Berlioz’ großes Epos von Krieg und Frieden: »Les Troyens/ Die Trojaner« beginnt mit der Geschichte des vermeintlichen Friedens in Troja, wo die Bewohner die warnenden Zeichen nicht sehen und hören wollen. Lydia Steier inszeniert die Grand ópera, die musikalische Leitung liegt in den Händen von Lothar Koenigs. Die Spielzeit beschließt im Juni 2018 die Premiere des Doppelabends »Oedipus rex« von Igor Strawinsky und »Il prigioniero« von Luigi Dallapiccola. In beiden Opern geht es um die qualvollste aller Foltern, um die enttäuschte Hoffnung, um den Moment des Erkennens der schicksalshaften Ausweglosigkeit: Oedipus hofft vergeblich darauf, seinem prophezeiten Los entgehen zu können. Der Gefangene in »Il prigioniero« hofft auf Freiheit und muss am Ende erkennen, dass die Zerstörung dieser Hoffnung seine schlimmste Folter war. Sebastian Weigle, Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt,  kommt für diese Premiere nach Dresden zurück und dirigiert die Sächsische Staatskapelle, Elisabeth Stöppler führt Regie. Weitere Informationen: www.semperoper.de

 

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